Flug Pioniere: ENSTA-Katamaran war 1997 mit 42,1 Knoten auf Foils unterwegs

Fliegen in den 90ern

Asymmetrisch angeordnete Flügelsegel auf jedem Rumpf und drei Foils zum Abheben – der Katamaran war nur in eine Richtung rekordfähig, segelte aber erstaunlich stabil. Video über ein ungewöhnliches Studienobjekt der ENSTA-Universität Paris.

Schon 1986 reichten zwei Studenten der Universität ENSTA in Paris (eine technische Elite-Uni, u.a. mit Schwerpunkt auf maritime Themen) die Idee ein, einen Katamaran zu bauen, der mit neuen Techniken Geschwindigkeitsrekorde unter Segeln brechen sollte. Nicht mehr und nicht weniger.

Starkes Studienobjekt: ENSTAR Catamaran © ENSTAR

Starkes Studienobjekt: ENSTA Catamaran © ENSTAR

Von Anfang an setzten die Studenten dabei auf  Foils und starre Flügelsegel. Die ENSTA-Studenten zählten zu den Ersten, die asymmetrisch angebrachte Segel auf beiden Rümpfen zum Einsatz brachten.

Unterstützung von “ganz oben”

Die Uni-Direktoren waren von der Idee begeistert und fanden relativ rasch Geldgeber (u.a. die Waffenschmiede DCN, die staatliche Marinewerft Frankreich, die bis vor einem Jahr auch den späteren Rekord-Trimaran „Hydroptère“ unterstützte), mit deren Hilfe wiederum der 8 m lange, 10,5 m breite und 503 kg leichte „ENSTA Catamaran“ gebaut wurde.

Das gesamte Projekt wurde von Studenten geleitet: angefangen bei den Konstruktionsplänen über den Bau, erste Versuche im Schlepptank und schließlich Tests unter Segeln. Für die späteren Rekordfahrten holten sich die ENSTA-Kommilitonen dann Profisegler wie Laurent Bourgnon und Gerard Navarin, der schließlich gemeinsam mit dem Trimmer Christian Colombo erfolgreich war.

Am 24. Juni 1997 erreichten sie vor Toulon mit 42,1 Knoten Geschwindigkeit über 500 Meter den Weltrekord in der Kategorie „D“ (= Boote mit mehr als 27, 88 Quadratmeter Segelfläche).

Es darf gerast werden – Ende Neunziger waren 40 Knoten für Boote dieser Größenklasse noch ein Abenteuer © ENSTAR

Es darf gerast werden – Ende der Neunziger waren 40 Knoten für Boote dieser Größenklasse noch ein Abenteuer © ENSTAR

Der offizielle Rekordhalter, aber eben für „kleinere Boote“, war damals Simon McKeon auf „Yellow Pages“, der über die gleiche Strecke bereits 1993 satte 46,52 Knoten geschafft hatte. Die Geschwindigkeits-Kategorie „D“ wird heute in den Rekordlisten des WSSRC nicht mehr aufgeführt.

Vor dem Raketenzeitalter

Der Film (eine Multimediaproduktion aus Fotos und Filmsequenzen ohne Ton) zeigt deutlich den „Werdegang“ der spannenden, asymmetrischen Kat-Konstruktion mit starren Flügelsegeln, die nur in eine Richtung im Highspeed-Modus segeln konnte. Man sieht deutlich, wie verhältnismäßig stabil der ENSTA-Katamaran selbst in „kabbeligem“ Wasser unterwegs war.

Neuralgischer Punkt: Auf dem dritten Foil am Bug backbords hing die "Last" der ganzen Konstruktion © ENSTAR

Neuralgischer Punkt: Auf dem dritten Foil am Bug backbords hing die “Last” der ganzen Konstruktion © ENSTAR

Auch nach dem erwähnten Rekord beschäftigte der Kat die Studenten der Universität noch weiter, es wurden mehrfach neue Versuche unternommen, mit Modifizierungen an den Foils höhere Geschwindigkeiten auf dem Wasser zu erzielen.

2005 ging das Geld aus, der Katamaran geistert aber wohl noch weiter in den Köpfen der segelbegeisterten Studenten herum. Allerdings ist das Konzept von damals heute wohl so nicht mehr konkurrenzfähig – Paul Larsen hat mit seiner „Sailrocket“ definitiv das Raketenzeitalter bei den Geschwindigkeitsrekorden eingeläutet.

Tipp: Jonas Klig’O’nis

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Flug Pioniere: ENSTA-Katamaran war 1997 mit 42,1 Knoten auf Foils unterwegs“

  1. avatar colombo alain sagt:

    HI
    I’m COLOMBO Christian brother ; can you send me the video
    Flug Pioniere: ENSTA-Katamaran war 1997 mit 42,1 Knoten auf Foils unterwegs
    Christian killed by somalians pirates 08.08.2011 in Oman sea
    please
    ALAIN COLOMBO

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