Gebrauchtboote: Statistik des Verkaufsportals boat24.com

Die beliebtesten Yachten

beliebteste Bootshersteller, Statistik

Vielfalt ist vorhanden – doch werden nur wenige Hersteller hauptsächlich geklickt © boat24

Beim Gebrauchtbootkauf sind Wassersportler nur selten individuell ausgerichtet – sie vertrauen lieber bewährter Massenware, den großen Werften und sowieso schon erfolgreichsten Bootstypen.

Das Internet gilt im weltweiten Informationswesen als wichtigste Veränderung seit Erfindung des Buchdrucks. Wie kaum ein anderes Medium bringt uns das „world wide web“ einander näher, schafft neue Perspektiven und eröffnet zuvor nie geahnte Möglichkeiten – nicht zuletzt auch im Hinblick auf unser Kauf- und Verkaufsverhalten.

Oder wer hätte sich schon vor 20 Jahren vorstellen können, dass man seine Traum-Motor- oder Segelyacht ziemlich entspannt zuhause auf dem Sofa lümmelnd via handlicher Geräte namens Laptop, Tablet oder Smartphone suchen, finden und auch gleich kaufen kann?

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Eines der erfolgreichsten Verkaufsportale für Gebrauchtboote im Internet: boat24.com © b24

Doch nicht nur vordergründig bietet das Internet Spannendes – auch auf „zweiter Ebene“, im Bereich statistischer Werte, werden Maßstäbe gesetzt: Erstmals ist es möglich, tatsächlich jeden einzelnen Besucher, Leser und Kontakt auf einem Informationsträger zu registrieren und entsprechend auszuwerten.

Was früher, etwa bei Printmedien, nur mit aufwändigen Befragungen von repräsentativen Personengruppen und anschließenden Hochrechnungen möglich war, schafft man heute mit ein paar Klicks. Und kommt dabei der „Wahrheit“ viel näher als zuvor.

Die Internetplattform „boat24.com“, eine der größten Umschlagplätze für Gebrauchtboote (Segel- und Motorboote), hat uns für die vergangenen sechs Monate ihre statistischen Daten zur Verfügung gestellt. Deren Auswertung förderte vor allem eines zutage: Wassersportler vertrauen bei der Suche nach Gebrauchtbooten in erster Linie auf Bewährtes und Vertrautes.

Vier Millionen Besucher

Während der ersten sechs Monate dieses Jahres wurden vier Millionen Besucher/Leser auf boat24.com gezählt. In diesem Zeitraum wertete man 500.000 Suchanfragen aus, aufgeteilt in 60% Motor- und 40 % Segelboote.

4:49 Minuten verweilt ein Besucher durchschnittlich auf dem Portal – ein Wert, der weit über dem Durchschnitt anderer Ver- und Ankaufsportale liegt. Dabei lässt sich ein deutlicher Trend in der Beliebtheit einzelner Bootsmarken und Bootstypen erkennen.

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Die Bavaria Cruiser 32 wird auf dem Internet-Verkaufsportal boat 24.com am häufigsten gesucht © bavaria

Segelboote

Addiert man die Anfragen der Top Ten unter den am häufigsten gesuchten Bootsmarken, präsentiert sich mit einem Anteil von 33% „Bavaria“, Deutschlands größte Sportboot-Werft und eine der drei größten Europas, als die am häufigsten gesuchte Marke. Auf Rang 2 folgt, bereits bei deutlichem Abstand, mit Dehler ein weiterer Bootsbauer aus deutschen Landen (13% Anteil innerhalb der Top Ten).

Auf Platz 3 rangiert mit Hallberg Rassy eine typische Fahrten-Kultmarke, die vor allem für Langlebigkeit und zeitloses Design steht (11%). Mit nur geringem Abstand positioniert sich Hanse auf Rang 4. Erst darauf folgen mit Jeanneau, Benéteau und Dufour die großen französischen Werften. Die eher auf spezialisierte Käuferschaften ausgerichteten Marken wie Elan, Sunbeam und Najad schließen die Top Ten der am häufigsten gesuchten Segelbootmarken auf boat 24.com ab.

Folgerichtig war es dann auch Bavaria, die den am häufigsten gesuchten Bootstyp stellte: Bavaria 32 steht ganz oben auf dem Siegertreppchen, die Bavaria 37 erhält Silber und die Dufour 40 schafft einen dritten Rang in der Beliebtheitsskala.

Motorboote

Auch bei den Motorbooten zählt: Nach Booten der großen Werften wird am häufigsten gesucht. Allerdings sind hier die Abstände der Marken untereinander deutlich niedriger ausgefallen. So schaffte es der weltweit größte Hersteller Sea Ray mit einem Anteil von 18% (unter den Top Ten der Motorboote) an die Spitze, dichtauf gefolgt von Bavaria (17,4%) und Bayliner (16,8%). Princess positioniert sich mit deutlichem Abstand auf Rang 4 (9%), gefolgt von Quicksilver, Nimbus, Azimuth, Sealine, Fairline und Sunseeker.

Beliebteste Motorboottypen waren – analog zu den Ergebnissen bei den am häufigsten gesuchten Marken – die Sea Ray 24 und die Bavaria 32. Quicksilver schaffte mit der „640“ von einem fünften Rang in der Markenbeliebtheit den Sprung aufs Treppchen bei den beliebtesten Motorboottypen.

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Die Sea Ray 240, das meistgesuchte Motorboot auf boat24.com © b24.

Selbstredend können die boat24.com-Werte keinen repräsentativen Anspruch für die gesamte Branche erfüllen. Dennoch sind die Fallzahlen, also hier die Anzahl der ausgewerteten Suchanfragen (500.000), durchaus hoch genug, um zumindest einen Trend zu erkennen.

Und der zeigt in Richtung “Massenware”, große Werften, sowieso schon beliebteste Marken und deren Verkaufsschlager. Bewährtes und zumindest im Ansatz Vertrautes sind beliebt – je individueller, origineller und im Detail ausgefallener die Bootstypen sich darstellen, desto seltener werden sie bei den Suchanfragen angeklickt.

boat24.com

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Gebrauchtboote: Statistik des Verkaufsportals boat24.com“

  1. avatar RVK sagt:

    “Was früher, etwa bei Printmedien, nur mit aufwändigen Befragungen von repräsentativen Personengruppen und anschließenden Hochrechnungen möglich war, schafft man heute mit ein paar Klicks. Und kommt dabei der „Wahrheit“ viel näher als zuvor.”

    Genau das stimmt so nicht! Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Die von Boat24.com zur Verfügung gestellten Daten bilden eben nicht den Markt ab, sondern nur eine spezifische Käufergruppe, die sich genau für die auf der Plattform vertriebenen Bootstypen interessiert. Dies wiederum sorgt dafür, dass auch beim Angebot spezifische Verkäufergruppen die Seite eher frequentieren als andere. In der Marktforschung wird das als Selection Bias und Endogenitätsproblem bezeichnet. Damit sind die Daten eben nicht repräsentativ und die Ergebnisse weiter von der “Wahrheit” entfernt als “aufwändige” Befragungen…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 3

  2. avatar Michael Kunst sagt:

    Hallo RVK, in dem zitierten Satz geht es um die Methodik. Logischerweise kann bei einem Printmedium nicht bei jedem Leser nachvollzogen werden, welche (Gebrauchtboot-)Anzeigen er sich angeschaut hat. Entsprechend werden Befragungen in einer Personengruppe innerhalb der Leserschaft dieses Werbeträgers durchgeführt und später hochgerechnet.
    Was im Internet jedoch Klick für Klick direkt nachvollzogen werden kann.
    Natürlich geht es hier nur um das Angebot, das auf der Plattform boat24.com abgebildet wird. Das ist jedoch, nebenbei bemerkt, ausgesprochen groß und vielfältig und nicht auf wenige Bootstypen beschränkt.
    Dass die erwähnten Daten von boat24.com eben nicht repräsentativ sind, wird gegen Ende des Artikels nochmals erwähnt.

    Grüße

    miku

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