Gekentert: Yves le Blevec am Kap Hoorn – Einhand-Segler wartet im 31-Meter-Tri auf Hilfe

Überschlag am Hoorn

Yves le Blevec muss bei seinem Einhand-Rekordversuch um die Welt gegen die vorherrschende Windrichtung gerettet werden. Er überschlug sich mit dem 31 Meter-Trimaran “Actual” am Kap Hoorn.

Yves le Blevec

Yves le Blevec beim Kampf mit seinem Einhand-Monster. © Th. Martinez /Actual

Der Franzose Yves le Blevec (52) harrt im umgekehrten Rumpf seines 100-Fuß-Trimarans “Actual” aus und wartet auf Hilfe. Bei seinem Rekordversuch einhand um die Welt gegen den Wind ist er am Mittwoch -Nachmittag ausgerechnet am Kap Hoorn, der ersten wichtigen Marke, gekentert.

Er steht in Kontakt mit der chilenischen Rettungsorganisation, die ein Passagierschiff zur Position des Havaristen 30 Meilen südwestlich vom Kap umgeleitet hat. Es soll am Nachmittag dort ankommen.

Le Blevec hat am Kap Hoorn heftige Bedingungen erwischt. Es wehte mit 30 bis 50 Knoten und Böen sollen gar 70 Knoten erreicht haben. Dazu hat sich die Welle auf sechs Meter Höhe aufgebaut.

Le Blevec wartet im Rumpf auf Hilfe

Der Einhand-Skipper hat kurz nach dem Auslösen des ersten Seenot-Signals auch die zweite Bake aktiviert. Für sein Team bestätigt das die besondere Dringlichkeit der Situation. Schließlich gelang es, den Segler zu erreichen. Er befindet sich im umgedrehten Boot in Sicherheit und soll nicht verletzt sein.

Die Route bis zur Kenterung.

Le Blevec glaubt, dass der Bruch einer Querstrebe auf der Backbord-Seite die Ursache für die Kenterung gewesen sein könnte. Die Situation ist offenbar stabil. Der Franzose wartet nun auf Hilfe.

Er war am 24. November gestartet, um den 13 Jahre alten Einhand-Rekord um die Welt gegen die vorherrschende Windrichtung zu brechen. Jean-Luc Van Den Heede hatte sie mit seinem 85 Fuß langen Monohull “Adrien” auf 122 Tage und 14 Stunden gedrückt. Mit dem deutlich schnelleren 100-Fuß-Trimaran sollte der Rekord kein Problem sein und Le Blevec lag auch schon 2700 Meilen voraus. Aber das Brutale sind eben die langen Kreuzstrecken auf der Route. Und das Kap Hoorn hat diesmal offenbar ein echtes Hindernis bedeutet.

Kurs von Gabart gekreuzt

Vor wenigen Tagen kreuzte sich der Kurs von “Actual” bei der brasilianischen Küste noch mit dem von Francois Gabart, der nun schon einen östlicheren Kurs Richtung Frankreich eingeschlagen hat. “Macif” liegt inzwischen 2750 Meilen vor der Referenzzeit und hat mehr als fünf Tage Vorsprung.

Actual, Trimaran

“Actual” mit der Ultim-Flotte bei The Bridge im Juni 2017. © The Bridge

Gabart wird besonders mit seinem Kollegen leiden, denn er weiß am besten, was es bedeutet, solch ein Trimaran-Monster alleine um die Welt zu steuern. Dabei ist “Actual” längst nicht auf den aktuellen Stand im Vergleich der 100 Fuß Trimarane.

Das zeigte sich noch im Juni, als beide Multihulls bei der Antlantik-Regatta “The Bridge” gegeneinander antraten. Die ehemalige “Sodebo” (gezeichnet von Nigel Irens), die Le Blevecs Sponsor 2015 von Thomas Coville kaufte, hat immerhin schon zehn Jahre auf dem Buckel, und war gegen die modernen Trimarane chancenlos. Da stehen nicht viele Rekorde zur Auswahl. Die Tortour gegen den Wind ist dabei besonders unbeliebt. Le Blevec muss nun erfahren, warum das so ist. Hoffentlich ist er bald wieder in Sicherheit.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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