German Classics: Jan von der Bank über die neue Liebe zum alten 30er Jollenkreuzer

Heiße Affäre mit älterer Dame (74)

30er Jollenkreuzer, Jan van der Bank

Der 30er Jollenkreuzer “Kleine Brise” bei ordentlich Hack vor Laboe. © Sören Hese

Der Contender-Weltmeister, Buch– und Drehbuch Autor Jan von der Bank ist auf den Jollenkreuzer gekommen. Bei den German Classics in Laboe segelte er erstmals den 30er “Kleine Brise”.

Das Schiff wurde 1939 in Warnemünde für die Luftwaffe gebaut und vor etwa 15 Jahren mit sehr großem Aufwand von Brar Okke Braer, einem Bootsbauer aus Bremen, restauriert und gewichtsoptimert. Van der Bank ist neuerdings einer von drei Miteignern zusammen mit zwei Jungs aus der 505er Klasse. Für SR erklärt er seinen neuen Faible für ein altes Boot:

30er Jollenkreuzer, Jan van der Bank

Jan von der Bank mit seinen Miteignern Nicolai Völkner und Markus Schöner sowie dem Deutschen Contender Meister Christoph Engel auf der hohen Kante. © Sören Hese

 

Wir haben ja derzeit “nur” das Charter – Dickschiff im Mittelmeer, auf dem wir unsere Familienurlaube verbringen. Um aber die Tuchfühlung mit der guten alten Ostsee nicht ganz zu verlieren, habe ich angefangen, mich nach einem kleineren Kajütboot umzusehen. Nur so, um mal mit meiner Frau Katja und den Kindern für ein Wochenende nach Schleimünde rüber zu rutschen.

Die Jollenkreuzer steckten mir schon länger in der Nase, weil es von denen schöne alte (und günstige) Boote gibt, die gleichzeitig nostalgisch und – dank ihres flachen Unterwasserschiffes – topmodern sind. Ein 20er ist bei der Vielzahl meiner Nachkommen (3) einfach zu klein. Also musste es wohl ein 30er werden.

Ich habe also angefangen mich umzusehen und bin auf Bilder von der “kleinen Brise” gestoßen. Rumpf aus klarlackiertem Mahagoni, schöner Deckssprung, kurzer Aufbau mit klassischen Oval-Fenstern und einem schön weit achtern stehenden Mast. Ein traumhaftes schönes Schiff und offensichtlich auch sehr schnell. 2009 und 2010 hat sie den Senatspreis auf der Elbe gewonnen.

Liebevolle Renovierung

Die Renovierung von Brar Okke Braer und seine Liebe zu diesem Schiff, das er schon als kleiner Junge kannte, ist eigentlich schon eine Geschichte für sich. Von ihm stammt auch die auf den ersten Blick etwas verwegene hellblaue Farbgebung des Aufbaudachs.

Wenn man das allerdings in Verbindung mit dem rötlichen Holzton sieht und dabei an die schnellen Riva-Motorboote vom Gardasee denkt, liegt man richtig. Es ist genau das gleiche Blau-Türkies, das diese Klassiker für ihre Lederpolster und Wasserpässe verwenden, und Brar ist, so will es die Legende, damals extra hingefahren, um genau diese Farbe zu besorgen. Die “Kleine Brise” ist eben in vielerlei Hinsicht ein absolut außergewöhnliches Boot.

Ich hab mich sofort verknallt und angefangen, nach einem ähnlichen Schiff zu suchen. Was lag da näher, als den Eigner selber ausfindig zu machen und nach der Existenz möglicher Schwesterschiff zu fragen.

Von Hans Genthe habe ich bei der Kieler Woche die Telefonnummern der beiden Eigner Nicolai Völkner und Markus Schöner herausgequetscht, und erfahren, dass wir uns vage von der Regattabahn in Schilksee kennen. Die beiden mit der Five, ich im Contender. Außerdem hätten sie eventuell sogar Interesse hätten, einen neuen Miteigner hinzuzunehmen.

Nicht lange überlegt

Sie wollten “etwas frischen Wind” in die Segel bekommen. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Nachdem ich das Boot in Natura in einer Scheune in Aurich angesehen hatte, habe ich nicht mehr lange überlegt.

30er Jollenkreuzer

Erstkontakt mit der “Kleinen Brise” in einer ostfriesischen Scheune. “Ich habe nicht lange überlegt. © Von der Bank

Die German Classics waren dann sozusagen meine Einstandsregatta, oder, wenn man so will, meine Aufnahmeprüfung. Markus und Nici haben sich wohl recht genau angesehen, wie ich mich an der Pinne der Kleinen Brise anstelle. Na ja, ist wohl ganz gut geglückt  🙂

Das Boot ist so schnell, dass wir in unserer Jollenkreuzer-Gruppe eigentlich fehl am Platze waren. In den Kurzrennen vom Freitag haben wir den ersten der Startgruppe vor uns eingeholt. Am Samstag, als es mit 6 gehackt hat, hatten wir 29 Minuten Vorsprung auf den Zweiten in unserer Gruppe – und das bei einer Renndauer von nicht mal 1,5 Stunden! Beim langen Schlag zurück in die Förde haben wir da die Wellen abgesurft wie mit einer großen Five. Einfach genial.

Ergebnisse German Classics Freitag
Ergebnisse German Classics Samstag

 

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3 Kommentare zu „German Classics: Jan von der Bank über die neue Liebe zum alten 30er Jollenkreuzer“

  1. avatar Dr.Erhard v.d.Bank sagt:

    Klasse! Gratuliere! Haste mal wieder sauber hingekriegt. Hoffentlich gefällts Deinen 4 Mädchen auch so gut wie Dir
    apa

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  2. avatar x-claim sagt:

    Die Kleine Brise ist unbeschreiblich schön 🙂 Wirklich ein sehr, sehr schönes Boot!

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