Grabufke deckt Schwermetall-Skandal in der Yachtbranche auf

Bleimafia verschiebt hochgiftige Yachten

SR-Demo vor dem Reichstag. © H. Grabufke

Moin, Moin, voller Freude kann ich Ihnen, werte Leser, mitteilen, dass ich wieder in meiner geliebten Heimatstadt Hamburg bin. Wie nicht anders zu erwarten, haben sich die Vorwürfe gegen mich als völlig haltlos erwiesen. Nun kann ich den Spätherbst meines Lebens wieder voll meiner journalistischen Tätigkeit widmen.

Bedanken möchte ich mich für die zahlreichen Solidaritätsbekunden aus der Leserschaft, die mich so manch trübe Stunde fernab der Heimat haben vergessen lassen. Ein kameradschaftlicher Dank geht an dieser Stelle auch an meinen Rechtsbeistand Oberst a.D. Falk Faber von Gerolstein.

Charismatischer Haudrauf. SegelReporter Herausgeber Herbert Grabufke. © U. Röttgering

Kurz nach meinem Eintreffen in Deutschland habe ich mich mit zwei Redaktionskollegen auf den Weg nach Düsseldorf zur Bootsausstellung gemacht. Dort sind wir einem bislang im Sport beispiellosen Schwermetall-Skandal auf die Spur gekommen.

Uns ist es gelungen, unbemerkt 35 Kiele der dort ausgestellten Yachten zu beproben. In 20 der entnommenen Proben wurden von einem von uns beauftragten Labor Schwermetallwerte festgestellt, die viele tausend Mal höher als die erlaubten Grenzwerte waren. Ein Kiel wies gar eine Bleikonzentration von 97% auf.

Wenn man weiß, dass schon einige Gramm Blei im Körper tödlich sind, erschließt sich schnell die Dimension dieses Vorgangs. Millionen von Menschen drohen Tod oder schwere gesundheitliche Schäden durch Bleivergiftung aus Yachtkielen. Schon in geringen Konzentrationen kann Blei im Körper zu Lähmungen, Blutarmut und verminderter Intelligenz führen.

Während Blei in Automobilkraftstoffen und Farben seit geraumer Zeit aus gesundheitlichen Gründen verboten ist, waren bleihaltige Yachten in der Politik bislang kein Thema.

Bei unseren Recherchen sind wir auf den Gesamtverband der Deutschen Buntmetallindustrie gestoßen, der auch die Interessen der Bleiindustrie vertritt. Wir konnten herausfinden, dass in diesem Verband unter Tarnnamen das Who is Who der internationalen Wassersportindustrie organisiert ist.

Aus uns zugespielten Unterlagen geht hervor, dass illegal Bleireste aus der Autobatterieherstellung über ein Geflecht aus Briefkastenfirmen in Nigeria, Kasachstan, der Schweiz und Hiddensee an verschiedene Werften geliefert wurden.

Der Zahlungsverkehr der Bleimafia wird dabei über ein Nummernkonto auf Helgoland abgewickelt. Am Ende steht der nichtsahnende Kunde, dem für viel Geld eine hochgiftige Yacht verkauft wird.

ONSAILCTM
Wir haben uns in dieser Sache an den Deutschen Segler Verband gewandt in der Hoffnung, von dort Unterstützung im Kampf gegen den Giftskandal zu erhalten. Doch weit gefehlt. Die zynische Antwort des DSV lautete dazu wörtlich: „Sollte es durch Blei zu geistigen Degenerationserscheinungen kommen, haben die betroffenen Segler ja immer noch die Möglichkeit, auf ein Motorboot zu wechseln. Wir sehen daher keinen Handlungsbedarf.“

Das von uns benachrichtigte Verbraucherschutzministerium sah ebenfalls keinen Grund einzuschreiten. Dies wurde damit begründet, dass die „erhöhte Mortalität durch Blei unter älteren Seglern die Rentenkassen entlastet, was volkswirtschaftlich trotz des damit verbundenen individuellen Leides positiv zu bewerten ist.“

Wir sind sprachlos ob so viel Kaltschnäuzigkeit derer, die von unserem Geld leben.  Der Kollege Röttgering hat seinem Protest gegen diesen Skandal vor dem Berliner Reichstag Ausdruck verliehen. Mit beispielloser Härte gegen sich selbst hielt er drei Tage lang ununterbrochen bei Minustemperaturen ein Protestschild hoch, bis er notärztlich versorgt werden musste.

Auch wenn noch nicht feststeht, ob Röttgerings Arme amputiert werden müssen, sieht er seine Aktion als vollen Erfolg. „Der Umstand, dass am zweiten Tag Wolfgang Schäuble angerollt kam und mich gefragt hat, ob ich eine Meise habe, zeigt, wie verunsichert das Polit-Establishment durch unseren Protest ist“, lautet sein Fazit dieses Musterbeispiels sportjournalistischer Protestkultur.

Ihr Herbert Grabufke (Herausgeber)

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Uwe Röttgering

... der, der das Blauwasser Segeln liebt, aber zu immer schnelleren Schiffen tendiert - ob das am Einfluss von SR liegt ? ;o) Mehr findest Du hier.
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9 Kommentare zu „Grabufke deckt Schwermetall-Skandal in der Yachtbranche auf“

  1. avatar future sagt:

    weeeeeeeeeeltklasse!! endlich deckt mal jemand diesen riiiiiieeeeesenskandal auf:

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  2. avatar Nahid sagt:

    Das musste ja passieren….. Passt bloss auf, was Ihr unter Eure boote schraub. Denkt an die Unterwasser Flora und Fauna….. die Korallen und Fische werden es Euch danken wenn Ihr Bleifrei segelt!

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  3. avatar Sven sagt:

    Ausschlieslich der Ökologische aspekt hat Mr. Allison bewegt den AC mit Katamaranen auszurichen!
    Ein leuchtender Stern am Öko-Sailing-Sky !

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  4. avatar Owe Jessen sagt:

    Danke… Der nächste Skandal ist aber schon am anrollen: Chlor und Natrium wurden im Speisesalz gefunden. http://www.familie-ahlers.de/witze/nacl_im_kochsalz.html

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  5. avatar Jan sagt:

    zu unser aller Glück soll es ja schon einige mutierte Schiffstypen geben, die diesen vergifteten Fremdkörper aus reinen Selbst- und Eignerschutz selbstständig abstoßen… Ein lang unerkannt gebliebener Protest und Hilferuf unserer geliebten Wassersportgeräte?
    Weiter so, auch Boote haben eine Seele !! 🙂

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  6. avatar T.K. sagt:

    Wo ist das Problem? Bei den segelnden Wohnwagen ist inzwischen kein Bleikiel mehr dran. B und H haben auf Stahlkiele umgestellt. Demnächst will man dann ganz auf Kiele verzichten. Ein Testlauf hat ja bereits erfolgreich stattgefunden, siehe hier

    http://segelreporter.com/2011/01/04/kiel-ab-und-keiner-merkts/

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  7. avatar ottomol sagt:

    Knapp daneben ist auch vorbei!

    Die größte Umweltgefahr beim Segeln geht ja wohl immer noch vom DHMO aus mit dem (fast) jedes Boot zwangsläufig kontaminiert ist. Im Gegensatz zu Blei ist Dihydrogenmonoxid leicht flüchtig und kann durch eine Vielzahl von Wirkmechanismen erheblich schwerere Schäden verursachen!

    http://www.dhmo.org

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  8. avatar Minnisemmel sagt:

    Müssen denn jetzt alle “Bleikieltransporte” nach der GGVS (Gefahr Gut Verordnung Straße) ein Gefahrgutschild tragen?
    Die Gefahrnummer wäre ja dann die 66 gell?

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