Gunboat gefunden: 2,5 Millionen Wrack – Hätte das Abbergen nicht passieren müssen?

Oberkante Unterlippe

Ende Januar ist die Crew des Gunboat Luxus-Katamarans “Rainmaker”  vor der Küste von North Carolina nach einem Mastbruch abgeborgen worden. Nun wurde das treibende Wrack gefunden.

rainmaker Gunboat

Das Gunboat 55 “Rainmaker” wurde von einem Container-Schiff gesichtet.

Hätte die Crew wirklich von Bord gewinscht werden müssen nach dem Mastbruch auf dem Gunboat “Rainmaker”? Das Schiff ist nicht gesunken. Die aktuellen Bilder einer Containerschiff-Crew zeigen es vollgelaufen im Wasser treibend.  Aber wer will im Nachhinein beurteilen, was in der Grenzsituation erforderlich gewesen wäre, ohne selbst an Bord gewesen zu sein?

Sicher ist, dass die “Rainmaker” bei 30 bis 35 Knoten unterwegs war und mit einem dreifach gerefften Groß und Sturmfock 40 Knoten Böen abwetterte. An Bord waren neben dem Eigner und seinem jungen Sohn eine dreiköpfige Profi-Crew samt Skipper.

70 Knoten Böe

Das 2,5 Millionen Dollar Schiff sollte von der Gunboat Werft in North Carolina nach St. Martin in der Karibik überführt werden. Der Mast soll schließlich in einer 70 Knoten Böe von oben gekommen sein.

Danach schnitt die Crew das gesamte Rigg ab und rettete die Sturmfock in der Hoffnung, daraus eine Notbeseglung herstellen zu können. Gunboat CEO Peter Johnstone sagt später: “Keine Frage, sie hätten wohl auch vor den Wind abdrehen können und mit dem Rigg etwas ausprobieren können.” Aber die Wettervorhersage sei schlecht gewesen und so hätten sie sich entschieden, auf Nummer sicher zu gehen.

Ein Frachter habe sich 40 Meilen entfernt befunden. Es wollte die Crew aufnehmen, schaffte es aber nicht, längsseits zu gehen. Und “Rainmaker” habe selber schwer manövrieren können, weil sich Fallen und Schoten im eigenen Schraubenbereich befanden.

So sei es zu einer heftigen Kollision mit dem Kat gekommen und er sei fast unter die Schraube des Frachters gezogen worden. Kurz danach habe die Küstenwache die Abbergung per Helikopter eingeleitet.

Nun wird versucht, die Überreste des Katamarans, der bei der Kollision mit dem Frachter offenbar Leck geschlagen ist, sicher zu stellen. Er schwimmt noch, auch wenn er bis zur Oberkante Unterlippe vollgelaufen ist. Mit einem schweren Kiel unter dem Rumpf wäre der Katamaran wohl längst gesunken.

Gunboat Rainmaker

Oberkante Unterlippe. Der Auftrieb reicht offenbar aus, um nicht unterzugehen. Da hilft die fehlende Bleibombe.

Gunboat Rainmaker

So sah “Rainmaker” aus, als sie noch aufrecht segelte. © Gunboats

Gunboat Rainmaker

Das Cocpit-Dach fehlt. Das Rigg wurde von der Crew abgeschnitten.

“Rainmaker” in Aktion:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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