Happy End: Vater und Tochter (6) wieder aufgetaucht

Familien-Drama

Ein vermisstes Mädchen ist wieder aufgetaucht. Es segelte mit seinem Vater 27 Tage lang im sechs-Meter-Holz-Katamaran. Ein Privat-Detektiv brachte Licht in das Dunkel.

Vom zweiten Weihnachtstag an bis ins neue Jahr hat das Schicksal der sechsjährigen Que Langdon und ihres Vaters die Segel-Community downunder schwer beschäftigt. Alan Langdon (49) war am 17. Dezember mit seinem sechs Meter langen selbst gebauten Wharram Holzkatamaran in Kawhia, an der Westküste Neuseelands Nordinsel aufgebrochen, um die Bay of Island im Norden zu erreichen. Aber er ist dort nie angekommen.

Vater und Tochter Langdon. © privat

Vater und Tochter Langdon. © privat

Eine umfangreiche Suche mit Flugzeugen und Hubschraubern wurde eingeleitet, nachdem neun Tage lang keine Spur von dem kleinen Katamaran aufgetaucht war. Am 3. Januar stellte die Polizei alle weiteren Bemühungen offiziell ein. Man musste von einem Unglück ausgehen.

Gebrochenes Ruder

Heute allerdings nahm das Drama einen unerwartet positiven Ausgang. Vater und Tochter sind unbeschadet im australischen Ulladulla gesichtet worden. Die beiden landeten nach 27 Tagen an der Ostküste von Australien. Ein gebrochenes Ruder habe Probleme bereitet, gibt Langdon zu Protokoll.

Der selbst gebaute Katamaran, mit dem Langdon die 120 Meilen nach Australien segelte.

Der selbst gebaute Katamaran, mit dem Langdon die 120 Meilen nach Australien segelte.

Das ist aber nicht der alleinige Grund für das Verschwinden der beiden. Dahinter steckt offenbar ein kompliziertes Familien-Drama. Die Mutter der kleinen Que soll schon länger nach ihrer Tochter suchen. Dafür hat sie den Privat-Detektiv Col Chapman engagiert, der auf das Aufspüren verloren gegangener Kinder spezialisiert ist.

Durch die öffentliche Suchmeldung ist Chapman auf Langdon aufmerksam geworden. Er ließ schließlich an der Ostküste Australiens in Häfen und Yacht-Clubs Plakate aufhängen, die das vermisste Kind zeigen. So wurde das Duo entdeckt. Inzwischen musste der Skipper der australischen Polizei Fragen beantworten. Er hat sich durch das illegale Einreisen strafbar gemacht und könnte auch durch die Gefährdung seines Kindes belangt werden.

Langdon beteuert aber, dass es ihnen beiden gut gehe. Er habe sich nicht melden können. Seine Tochter sei sehr glücklich. “Wir hatten viel Proviant dabei und haben zahlreiche Wale gesehen.” Nachbarn in Neuseeland sagen, die beiden hätten ein sehr gutes Verhältnis.

Gescheiterte Beziehung

Es geht offenbar um ein Sorgerecht-Problem. Die Beziehung der Eltern ist gescheitert. Mutter Ariane Wyler soll ihr Kind seit 20 Monaten nicht gesehen haben. Sie weilte bei ihrer kranken Mutter in der Schweiz als sie die Nachricht von der vermissten Tochter erreichte. Daraufhin beauftragte sie Chapman.

Mutter Ariane Wyler mit Tochter Que (6) © privat

Mutter Ariane Wyler mit Tochter Que (6) © privat

Der hatte Vater und Tochter schon einmal im australischen New South Wales aufgespürt, wo die beiden illegal in einem Wohnmobil wohnten. Zuvor war die gesamte Familie inklusive der Mutter auf der Insel Vanuatu knapp mit dem Leben davon gekommen, nachdem sie in die Zugbahn eines Wirbelsturms geraten war. Der hatte den 46-Fuß-Katamaran zerstört, auf dem sie lebten. Danach ist es offenbar zum Bruch in der Beziehung gekommen. Die Tochter blieb beim Vater.

Langdon gilt als erfahrener Segler, der sich nach der Rückkehr nach Neuseeland den sechs Meter-Katamaran baute. Der Törn nach Australien war offenbar bestens geplant. Er betonte zuvor, dass er der Wharram-Konstruktion zehnmal die Überfahrt nach Australien zutrauen würde.

Wie auch immer die komplizierte Familien-Geschicht weiter geht. Die Segelgemeinde, die viele Tage lang das Boot gesucht hatte, ist erleichtert, dass es kein Unglück gegeben hat.

 

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Carsten Kemmling

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