Havarie: Marine hilft Seglern zweimal mitten im Piratengebiet

Tank-Stopp vor Somalia

Re-bonjour, da wären wir wieder © NAVFOR

Re-bonjour, da wären wir wieder © NAVFOR

Nach einem Motorschaden fiel vor Somalia das Ruder aus und Sprit musste auch noch gebunkert werden. Piratenübergriffe drohten. Mehrfaches Glück, dass die Marineeinheiten der EU-Mission „Atalanta“ in der Nähe waren.

Doch, doch… es soll eher ruhig geworden sein in dem einstmals sehr umtriebigen Piratengebiet vor Somalia. Die Einsätze der internationalen Marineeinheiten vor der Küste zeigen ihre Wirkung, allein die Präsenz der Marine-Flotten bietet den großen Fracht-Pötten spürbar besseren Schutz vor Überfällen durch Piraten.

"Da wollen wir doch mal sehen, was diese Yachties wieder verbockt haben" © NAVFOR

“Da wollen wir doch mal sehen, was diese Yachties wieder verbockt haben” © NAVFOR

Die wiederum scheinen sich nun auf kleinere Schiffe wie Segelyachten zu spezialisieren. Ein Grund mehr, warum zwei französische Blauwassersegler im vergangenen Monat in einer besonders prekären Situation waren, als ausgerechnet vor der Küste von Somalia ihr Motor ausfiel.

Also setzten sie hektisch ein Notrufsignal ab, das von einem deutschen Seefernaufklärer-Flugzeug aufgefangen wurde. Es gab den Hilferuf an das Flaggschiff der EU-Mission „Atalanta“, die „Andrea Doria“ weiter.

Die war nach kurzer Zeit bei den Havarierten und schickte ein Technikerteam an Bord der Yacht, die den Motorschaden bald beheben konnten. „Merci beaucoup, ist ja noch mal gut gegangen, ein Glück dass ihr in der Nähe gewesen seid!“

 Doppelt gemoppelt

Dieser Typ Fernaufklärer fing die Signale zwei Mal auf © NAVFOR

Dieser Typ deutscher Fernaufklärer fing die Signale zwei Mal auf © NAVFOR

Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Vier Tage später fing erneut ein deutscher Seefernaufklärer ein Notrufsignal in der Region auf. Es waren wieder die beiden Franzosen: Auf dem Weg zum nächsten Hafen war ihnen diesmal das Ruder ausgefallen und, ja, der Motor laufe schön rund weiterhin, es fehle nur leider an Sprit, excusez-nous!

Also fuhr die spanische Fregatte „Navarra“ – auf der Route zum gleichen Hafen – einen Umweg zu den Seglern, schickte erneut ein paar Techniker an Bord, die das Ruder in kurzer Zeit wieder funktionsfähig machten. Treibstoff wurde gebunkert und schon konnten die Franzosen ihren Weg fortsetzen.

Doch der Kommandeur der spanischen Fregatte, Admiral Rando, wollte dem „Frieden“ nicht so richtig trauen und begleitete bzw. beobachtete die Segelyacht über die restliche Seestrecke hinweg bis zum (gemeinsamen) Zielhafen.

… und schon kommt das "Wartungsteam" erneut an Bord © NAVFOR

… und schon kommt das “Wartungsteam” erneut an Bord © NAVFOR

Rando: “Die beiden Segler hatten sehr viel Glück. Sie bewegten sich in einem Gebiet, wo bereits mehrere Überfälle von Piraten auf eben solche kleinen Boote geschahen. Auch wenn es im Moment ruhig ist, so sollte man sich nicht in allzu großer Sicherheit wiegen.”

Man könnte es auch anders formulieren: Wenn man schon unbedingt durch Piratengebiet fahren muss, sollte man den Nervenkitzel nicht noch durch Nachlässigkeiten wie etwa mangelnden Sprit oder eher suboptimalen Wartungsstand der Maschine schüren. Incroyable!

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Havarie: Marine hilft Seglern zweimal mitten im Piratengebiet“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Unglaublich! Kost ja nix, oder?

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

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