Hydroptère: Neuer Hochsee-Rekordversuch im Frühling geplant – 80 Knoten Speed angepeilt

Auferstanden

Alain Thébault und Crew bei Testschlägen vor L.A. © Launay

Alain Thébault und Crew bei Testschlägen vor L.A. © Launay

Zwei neue Sponsoren geben Alain Thébault und seinem Team neuen Auftrieb. Hydroptère „fliegt“ wieder vor Los Angeles. Auch mit „Hydroptère Rocket“ geht es weiter.

Es war still geworden um den charismatischen Speedfreak Alain Thébault und seine „Hydroptère“. Den letzten größeren Auftritt hatte das Tragflügelboot der Superlative im September 2012, als sie während der America’s Cup World Series in der Bucht von San Francisco einen lokalen Kurzstreckenrekord aufstellten und für einen Tag AC-Katamaranen die Show stahlen.

„Peanuts“ für ein Schiff, das immerhin schon mehrfach Weltrekorde ersegelte und 2012 umgebaut wurde, um die Langstreckenrekorde auf den Weltmeeren in Angriff zu nehmen.

Immer wieder geil: Hydroptère im neuen Finesse-Look © hydroptère

Immer wieder geil: Hydroptère im neuen Finesse-Look © hydroptère

Thébault hatte aus der sowieso schon seegängigen “Hydroptère” mittels Mast- und Segelflächen-Anpassungen ein Hochsee-taugliches Spielzeug auf Tragflächen gemacht, das zunächst den Trans-Pacific-Rekord von Los Angeles nach Honolulu im Handstreich kassieren sollte.

Magere Jahre

Doch es tat sich kein geeignetes Wetterfenster auf. Wochen-, schließlich Monate lang trainierten Alain Thébault und sein hochkarätiges Team (u.a. Jean le Cam, der derzeit mit Bernard Stamm das Barcelona World Race anführt) vor L.A. und San Francisco, doch die Wettergötter hatten kein Einsehen mit der steigenden Nervosität der Segler.

Es kam, wie es kommen musste. Der langjährige Hauptsponsor DCNS – ein Französisches Werft- und Schiffsbau-Konsortium, das hauptsächlich Kriegsschiffe an die Französische Marine liefert – verlor die Geduld und zog, zur Überraschung einer ganzen Szene, von einem Moment auf den anderen sein Sponsorship zurück.

Es folgten magere Jahre für Alain Thébault und die „Hydroptère“. 2013 ging vollständig für (erfolglose) Sponsorensuche drauf, lediglich kleine Budgets konnten vom Markt abgeschöpft werden. Bei Weitem nicht ausreichend für die großen Pläne des Alain Thébault, der am liebsten alle großen Ozeanrekorde brechen möchte.

Seit Sommer 2014 gibt es jedoch neue Hoffnung. Zwei kalifornische Unternehmen erkannten das PR-Potential hinter „Hydroptère“ und den möglichen Imagegewinn durch das (immer noch) futuristisch anmutende Projekt. Der Tri soll mit einer gewissen Lässigkeit über den Wassern schwebend die Ozeane dieser Welt in Rekordgeschwindigkeit bereisen.

Verstärkte Medienpräsenz

Die US-Firmen Finesse Solutions und Shasta Crystals gaben jedenfalls Thébault den nötigen finanziellen Auftrieb, um wieder Pläne für die nahe Zukunft zu schmieden: Erneut war die Rede vom möglichst bald zu knacken Transpac-Rekord L.A. – Honolulu.

Verstärkte Medienpräsenz war die logische Folge, kalifonische TV-Anstalten und Tageszeitungen begannen sich wieder für den „crazy french guy“ und seinen Trimaran auf Tragflügeln zu interessieren. Auch in Europa wurde man hellhörig: Französische TV-Sender brachten Bilder von spektakulären Trainingsausfahrten, Artikel über den frischen Wind bei Hydroptère erschienen in Magazinen.

Ankündigung einer ZDF Reportage im letzten Herbst © ZDF

Ankündigung einer ZDF Reportage im letzten Herbst © ZDF

Das ZDF brachte im Herbst 2014 eine kleine Reportage und in der neuesten Ausgabe des deutschen Magazins „Geo“ berichtet der Geo-Journalist Lars Abromeit von seinem abenteuerlichen ersten Nachtflug auf Hydroptère, drei Meter über der Wasseroberfläche bei 31 Knoten Geschwindigkeit.

Hydroptère Rocket Projekt

Doch nicht nur für „Hydroptère“ stehen die Winde derzeit günstig. Auch „Hydroptère Rocket“, die ultimative Speed-Rekord-Rakete, mit der Alain Thébault seinem alten Weltrekord-Kontrahenten Paul Larson (Vestas Sail Rocket) den absoluten Weltrekord über 500 Meter wieder abjagen will, kommt voran. 80 Knoten Speed sind angepeilt.

Finanziell und materiell unterstützt von „Dassault Systemes“, ein französisches Software-Entwicklungsunternehmen, das vor allem im 3 D-Bereich gute Erfolge feiert, kommt das „Team Papés“ (Ingenieure und Software-Entwickler im Ruhestand, die ein Faible fürs Segeln haben) bei seinen Enwicklungen offenbar gut voran. Erste Modellversuche sollen noch in diesem Jahr initiiert werden.

2015 könnte also ein spannendes Jahr für Alain Thébault und seine „Hydroptères“ werden.

Weihnachts-Ambiance auf der Hydroptère © thebault

Weihnachts-Ambiance auf der Hydroptère © thebault

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Michael Kunst

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