Hydroptère: Von Los Angeles nach Hawaii – auf Tragflügeln den Transpac-Rekord brechen

Erster Hochsee-Rekordflug?

Hydroptère, Trans-Pac

Ein Trimaran für Rekorde: Hydroptère © hydroptere

Gestern startete der Tragflügel-Trimaran zu seinem ersten großen Hochsee-Törn. Rekordversuch oder nur ein Treffen mit dem Solar-Segelflieger Piccard?

Der Start ging fast schon ein wenig kleinlaut vonstatten. Der sonst so medienaktive Alain Thébault ließ diesmal nur knapp über eine Pressemitteilung verlauten, dass er sich gemeinsam mit Jacques Vincent und vier US-Crewmitgliedern mit „Hydroptère“ auf den Weg nach Hawaii gemacht habe. Wahrscheinlich konnte der Franzose selbst noch nicht fassen, dass er endlich auf Hydroptère wieder das machen darf, wofür der Tragflügel-Tri letztendlich ja gebaut wurde: Rekorde brechen.

Hydroptère, Trans-Pac

Zwei Welten © hydroptere

Nachdem Thébault auf seinem Trimaran im Jahr 2009 die mythischen 50 Knoten Geschwindigkeit überschritten respektive „überflogen“ hatte und zwischen 2007 und 2012 den offiziellen Geschwindigkeitsrekord über eine Seemeile hielt (und mehrfach verbesserte), zog es Thébault und seine engsten Segelfreunde hinaus aufs offene Meer, buchstäblich.

Denn die Kurzstreckenrekorde, die auf relativ geschützten Gewässern gesegelt werden, waren aufgrund der Vestas-Rocket-Erfolge (65,45 Knoten) unerreichbar für den riesigen Trimaran geworden. Jetzt sollten Hochseerekorde purzeln.

Schon 2013 begaben sich deshalb Thébaut und seine Mitstreiter , nach erforderlichen Umbauten des Schiffes für Hochseebedingungen, an die kalifornische Küste. Von wo aus der Trans-Pazifik-Rekord mal eben schnell gebrochen werden sollte. Doch zunächst spielte das Wetter nicht mit, danach stiegen die größten Sponsoren aus (SR berichtete).

Bei einer lang gezogenen, typischen Pazifik-Dünung von ca. drei Metern Höhe raste „Hydroptère“ dann gestern endlich wieder los. Es gilt, den seit 2009 bestehenden Transpac-Rekord zu brechen, der von Olivier de Kersauson und seiner Crew auf dem 110-Fuß-Trimaran „Geronimo“ aufgestellt wurde: 4:19:31:37 Tage für 2.215 Seemeilen.

Hydroptère, Trans-Pac

Alain Thébault mit James Spithill, AC-Sieger, bei einer Promo-Fahrt im Mai © hydroptere

Doch Thébault hält sich noch bedeckt, will wohl zunächst austesten, ob die angepeilten Geschwindigkeiten von 30-35 Knoten für das Tragflügelboot auf hoher See überhaupt über längere Strecken machbar sind.

Entsprechend ist von seiner Shore-Crew zunächst nur zu erfahren, dass man sich auf ein Treffen mit Bertrand Piccard freue, der derzeit mit seinem Solar-Segelflieger ebenfalls gen Hawaii fliegt, er jedoch im wahrsten Sinne des Wortes. Der eine nutzt die Sonne, der andere den Wind zum Vortrieb… und beide werden von der Umweltschutzstiftung „Fondation Prince Albert de Monaco“ gesponsert.

Es bleibt also abzuwarten, ob es sich hier wirklich um einen Rekordversuch oder eine erste, ernst zu nehmende Hochseetestfahrt für „Hydroptère“ handelt. Deshalb ist auch auf dem Tracker nicht wie sonst üblich eine Vergleichslinie zum bestehenden Rekord zu finden.

Hydroptère, Trans-Pac

Thebault wird vom monegassischen Fürsten unterstützt © hydroptere

Doch wie auch immer: Die „Hydroptère“ ist wieder unterwegs, das ist für alle Beteiligten das Wichtigste. Bleibt zu hoffen, dass sie heil um den mittlerweile von fragilen Hochseeyachten gefürchteten „Großen Pazifischen Müllstrudel“ herum kommt, der derzeit bereits die Ausmaße von Texas eingenommen hat.

Logischerweise wird das Wetter wieder eine primäre Rolle spielen. Noch wehen die Winde deutlich schwächer als vorhergesagt und „Hydroptère“ segelt mit „nur“ 16,2 Knoten Geschwindigkeiten bei raumer Windrichtung Richtung Westen. Es dürfte mal wieder spannend bleiben, wie immer mit Alain Thébault und seiner „Hydroptère“.

Tracker

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