Illegale Einwanderung: Schleuserring aufgeflogen – Ukrainer segelten illegal nach Großbritannien

Unter Segeln geschleust

Schleuser, illegale Einwanderung

Mit dieser Yacht sollten offenbar die illegalen “Passagiere” nach Großbritannien gebracht werden © gendarmerie nationale

Sie segelten meistens mit gecharterten Yachten von der Bretagne und Normandie nach England. Passagekosten: 8.000 Euro – pro Person!

Vier Ukrainer wurden gestern im bretonischen Rennes dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder eines Schleuserrings zu sein, der hauptsächlich Menschen aus östlichen Ländern illegal nach Großbritannien brachte. Dazu charterten sie in der Bretagne und in der Normandie Fahrtenyachten und segelten mit ihren illegalen Passagieren über den Ärmelkanal an die englische Süd- oder Ostküste, um sie dort in versteckten Buchten an Land zu lassen.

Mehr als 25 illegale Törns können die zuständigen Polizeibehörden den Festgenommenen offenbar nachweisen. Man geht allerdings davon aus, dass sie nur die „Speerspitze“ eines weit verzweigten und bestens vernetzten Rings sind, der sich im ganz großen Stil um illegale Überfahrten nach Großbritannien kümmert.

Die vier beschuldigten Schleuser hatten bei ihrer Festnahme sieben Landsleute aus der Ukraine an Bord, die mit normalen Touristenvisa quer durch Europa angereist waren, um schließlich bei einem ganz normal wirkenden Freizeittörn mal eben schnell ins „verbotene“ Großbritannien gebracht zu werden. Die französische Polizei nahm die Personalien der „Passagiere“ auf und machte ihnen die Auflage, innerhalb von 24 Stunden Frankreich zu verlassen. Die Ukrainer hatten für die Passage zwischen 6. –und 8.000 Euro bezahlt.

Die Spitze des Eisbergs

Bei dem mutmaßlichen Schleuserring geht man allerdings auch davon aus, dass er vereinzelt Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und aus Nord- bzw. Westafrika mit Segelyachten nach Europa verschifft. 2015 legte französische Gendarmerie eine Yacht „an die Kette“, die bereits italienischen und spanischen Behörden aufgefallen war. Es wird vermutet, dass auch damit Dutzende illegale Einwanderer mit langen Törns bis nach Großbritannien gebracht wurden.

Der Fall erinnert an einen Schleuserring, der im Sommer 2014 aufflog (SR berichtete). Damals wurden hauptsächlich Albaner Richtung England transportiert. Die Hauptangeklagten wurden im Dezember 2015 zu fünf Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Dreizehn weitere Personen, darunter die Bootsskipper, erhielten Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten auf Bewährung und 18 Monaten.

Tipp: André Mayer

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Michael Kunst

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