ISAF Skandal: Oman verweigert Anti-Diskriminierungs-Bestätigung und Youth Worlds

"Großer Sieg gegen die Politik"

Nach dem ISAF Skandal um die Einreise-Schikanen bei der Jugend WM in Malaysia gegenüber den israelischen Surfern verzichte der nächste Ausrichter Oman auf die Organisation der Regatta.

Oman Sail

Ein Teil der Oman Sail Flotte. © Oman Sail

Der Weltseglerverband World Sailing hat bekannt gegeben, dass der Oman nicht wie geplant die Ausrichtung der Youth Worlds im Dezember übernehmen wird. Der Rückzieher folgt einer Aufforderung des Verbandes an alle Organisatoren seiner Veranstaltungen Diskriminierungen von Sportlern auszuschließen, wie sie bei der Nichtteilnahme der Israelis in Malaysia passiert sind.

World Sailing hatte noch auf Sanktionen gegen Malaysia verzichtet, weil Versäumnisse bei der Kommunikation verantwortlich gewesen seien,  und war dafür schwer kritisiert worden. Der Verband hatte daraufhin seine Anti-Diskriminierung-Kriterien für Veranstalter noch einmal deutlich formuliert, Sanktionen in Aussicht gestellt und von den zukünftigen Ausrichtern eine schriftliche Bestätigung der Einhaltung gefordert.

Oman Sail

Der America’s Cup im Oman. © Oman Sail

Dagegen haben sich die Omanis nun offenbar gewehrt, und World Sailing musste unter den Argusaugen der Öffentlichkeit Härte zeigen. Die Konfrontation war klar, da schon bei der RS:X WM im Oman 2015 drei israelische Surfer keine Visa erhalten hatten.

Oman torpediert eigene Bemühungen

Das Land spielt allerdings eine deutlich größere Rolle im Welt-Segelsport als Malaysia. Und so hat es eine große Bedeutung, dass sich die Omanis von der Politik ihre großen Anstrengungen torpedieren lassen, auf der Landkarte des weltweiten Segelns wahrgenommen zu werden. Die Organisation Oman Sail pumpt seit acht Jahren viel Geld in den Sport.

Das eigene Segelteam hat mehrfach die Extreme Sailing Series gewonnen, bewegt einen 70 Fuß Trimaran, war bei der Championleague dabei und richtete hochkarätige Regatten aus, wie die Laser-WM und am vergangenen Wochenende die Louis Vuitton America’s Cup World Series.

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Oman Sail bei der J80 – WM in Marseille. © Lloyd images

“Ziel ist es, durch Regattateilnahmen in der Heimat und im Ausland das maritime Erbe des Oman wieder aufleben zu lassen”, heißt es in einer der vielen Pressemitteilungen. Das Land soll als erstklassiges Tourismus-Ziel und für ausländische Investitionen attraktiv werden.

Außerdem “will Oman Sail einer Generation von Omanis Selbstvertrauen geben und wertvolle, übertragbare Fähigkeiten und Kompetenzen fürs Leben vermitteln.” Solche Ideale sind allerdings schwer zu vermitteln, wenn Politik-Interessen höher als der Sport gewertet werden.

Der Israelische Verband hat seine Genugtuung über die Entwicklung zum Ausdruck gebracht. “Das ist ein großer Sieg für die Normalität und echte Werte im Sport gegen die Politik”, sagt Gili Amir, der Vorsitzende des Israelischen Segler Verbandes ISA. “Die Führung von World Sailing haben die Ungerechtigkeit verstanden, unter der israelische Sportler gelitten haben. Und sie haben deutlich gemacht, dass die Diskriminierung zwischen Ländern nicht akzeptiert wird.”

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „ISAF Skandal: Oman verweigert Anti-Diskriminierungs-Bestätigung und Youth Worlds“

  1. avatar Ulrich Jäger sagt:

    Gerne zurück ins Mittelalter, Staaten die Sport für politische Ziele mißbrauchen, können sich gerne Kamelreitenderweise von der Weltbühne verabschieden.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

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