„Falado von Rhodos“: Nach dramatischem Untergang – Segelschoner Neukauf per Crowdfunding

Spenden für „Whydha“


Vor einem Jahr sank die „Falado von Rhodos“ vor Island. Jetzt soll fürs Jugendsegeln ein britischer Schoner gekauft werden – es fehlen noch 40.000 Euro.

Der Untergang der Brigantine „Falado von Rhodos“ vor Island am 9. August 2013 kam für viele Jugendgruppen wie Pfadfinder, Jungenschaftler, Wandervögel, Waldläufer, bündnische Jugend etc. einer Katastrophe gleich. Zwar wurden alle Jugendlichen und erwachsenen Betreuer unverletzt von der „Falado“ abgeborgen, bevor die Brigantine aufgrund eines mysteriösen Lecks sank. Keiner kam zu Schaden, doch auf allen Beteiligten „lastete ein schwerer Verlust.“

Mehr Als 300 Jugendliche waren jährlich auf der "Falado" unterwegs © eggert

Mehr Als 300 Jugendliche waren jährlich auf der “Falado” unterwegs © eggert

Mehr als 300 Jugendliche segelten bis dahin jedes Jahr auf der „Falado“ auf großer Fahrt, Tausende junger Menschen sollen auf ihr das Segelhandwerk erlernt haben. Das Schiff bezeichneten die jungen Mitsegler als „ein Wesen, das mit der Zeit eine Seele bekam“… und wurde entsprechend schmerzlich vermisst.

Doch die Verantwortlichen der einzelnen Jugendgruppierungen machten sich rasch auf die Suche nach einem neuen Schiff, mit dem die Jugendsegel-Tradition im Stil der „Falado von Rhodos“ fortgesetzt werden soll.

Mit der „Whydah of Bristol“ wurde nun eine geeignete Kandidatin gefunden: Der im Jahr 2000 erbaute Gaffelschoner mit Stahlrumpf, Holzdeck und zwei Holzmasten scheint bereits ohne Umbauten auf den Punkt genau die Voraussetzungen zu erfüllen, die für sichere und „abenteuerlustige“ Jugendfahrten nötig sind.

Nun soll ein Teil der Anschaffungskosten mit einer Crowdfunding-Kampagne finanziert werden.

So sieht der angepeilte Schoner "Whydah" aus © eggert

So sieht der angepeilte Schoner “Whydah” aus © eggert

Auf der Crowdfunding-Seite „startnext“ beschreiben die „Macher“ des neuen Jugendsegelprojektes den finanziellen Rahmen:

„Wir benötigen für den Start gut 160.000 EUR. Der Verein hat Stand Ende August schon verbindliche Spenden- und Darlehenszusagen von Falado-Freunden von insgesamt 123.000 EUR zusammen und parallel zu dieser Aktion sammeln wir fleißig auf allen möglichen Kanälen weiter. Einen möglichst großen Betrag wollen wir aber zusätzlich als Spenden von Euch zusammentragen. (…) Alle, die Ihr die Falado geliebt und besegelt habt, die Ihr uns unterstützen wollt, den Traum weiter zu leben, die Ihr auf dem neuen Schiff mit uns die Weltmeere unsicher machen wollt oder die Ihr einfach mit uns daran glaubt, dass es wichtig und großartig ist, dass unsere Jugendlichen auch heute die Weltmeere besegeln können, bitte helft uns!“

Website Crowdfunding

Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

6 Kommentare zu „„Falado von Rhodos“: Nach dramatischem Untergang – Segelschoner Neukauf per Crowdfunding“

  1. avatar Segler sagt:

    Ich verstehe ja nicht, warum für solche Sachen immer alte Schiffe verwendet werden.
    Auf einer modernen Konstruktion segelt man schneller, bequemer und vermutlich auch sicherer.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 8

    • avatar Blond sagt:

      Stimmt!
      Und die Vertikalmarkisen kann man auf Knopfdruck aus- und einrollen.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 2

  2. avatar Sven 14Footer sagt:

    Was bekommt man denn für 160 TEUR für eine moderne Konstruktion? Vielleicht eine Varianta 44 mit Ausrüstung. Ob das dann vom PLatzangebot und Segelangebot an die gezeigte Brigantine heranreicht glaub eich nicht. 20m Bootslänge oder eher 25m bräuchte man wohl schon.

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  3. avatar Hinnerk Bodendieck sagt:

    Rein ästhetisch gesehen würde ich dringend von Spenden abraten – sollten die potentiell neuen Eigner der Whydah ihre charmant skizzierten Träume wahrmachen, würde ein wunderbarer Schoner auf´s grausigste entstellt – wer sollte das wollen?
    Doch das Video mit anrührendem Sound und sehnsuchtweckenden Fotos erinnert an die eigene Jugend zur See in Wollsocken und selbstgezupfter Mucke – was macht es da, dass die Falado zu den besonders häßlichen Exemplaren ihrer Art zählte?

    Vielleicht geht ja beides: Schöner Schoner und glückliche Jugend.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 8

  4. avatar Yann Eggert sagt:

    Liebe Segelreporter,
    vielen Dank für den Artikel. Ich freue mich, dass die Aktion so erfolgreich verläuft. in fünf Tagen sind schön fast 25 % der Fundingschwelle erreicht.

    Liebe SR-Freunde, vielen Dank für die Unterstützung.

    Lieber “Segler”, die Whydah ist ein im Jahr 2000 gebautes Stahlschiff, liebevoll und einfach eingerichtet und genau das richtige für junge Menschen. Größer, teurer und neuer geht immer, ist natürlich auch eine Frage des Geldes. Ich würde mich freuen, wenn Ihr die Idee unterstützt.

    Liebe Grüße

    Yann Eggert

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  5. avatar Pyrat sagt:

    Ich will dem Verein für ihr neues Schiff wünschen, dass sie endliche mal mehr Verantwortung übernehmen. Welche unglaubliche Verantwortungslosigkeit für Gesundheit und Leben der jugendlichen Besatzung man über Jahre mit vollem Bewußtsein eingegangen ist, kann jeder in dem Bericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen nachlesen:

    http://www.bsu-bund.de/SharedDocs/pdf/DE/Unfallberichte/2014/UBericht_265_13_end.html;jsessionid=E271173245A1CC7E73D3AA037D688F6F.live1042?nn=159500

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