Jules Verne Trophy: Spindrift und IDEC im Zickzack durch das Feld der Eisberge

In eisiger Nacht

Die Rekordfahrer fallen immer weiter zurück. Eine gefährliche Strategie erzwingt immer wieder Ausweichmanöver beim 30 Knoten schnellen Slalom zwischen den Eisbergen.

Jules Verne Trophy

Die Arbeit mit den Segel-Würsten. ©Yann Riou | Spindrift racing

344 Meilen Rückstand auf den Rekord weist der Spindrift Katamaran inzwischen auf. IDEC mit Boris Herrmann liegt schon 774 Meilen achteraus. Die Maxi Trimarane haben große Schwierigkeiten, ihrem virtuellen Gegner zu folgen.

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Ein schmaler Korridor bleibt zum Manövrieren. IDEC hat keinen Platz zum Angriff.

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Passage der Kerguelen. Spindrift hat mehr als 300 Meilen verloren.

Dabei hat Spindrift in kürzester Zeit gleich sieben Halsen absolviert, um in einem Korridor zu segeln zwischen einem Leichtwind-Gebiet im Norden und der Eiszone im Süden. Die Passage der Kerguelen Inseln gelang “Banque Populaire” auf deutlich direkterem und schnellerem Weg.

Yann Guichard verlässt sich dabei auf Informationen der französischen Spezialisten von CLS, die Satellitenbilder über die aktuelle Eissituation bereitstellen. Er will nicht näher als 50 Meilen an die großen Eisberge heran, weil in ihrem Umfeld die gefährlichen Growler erwartet werden.

Infrarotgläser für die Nacht

Diese Bruchstücke ragen oft kaum über die Wasseroberfläche hinaus und sind schwer zu erkennen. Auf Spindrift wird versucht, per Fernglas die Gefahr auszumachen. Ein Crewmitglied ist jeweils für die Arbeit des Ausgucks abgestellt. In der Nacht werden Infrarot-Gläser benutzt.

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Mit dem Infrarot-Fernglas auf der Suche nach Eis. ©Yann Riou | Spindrift racing

Auf IDEC wird es mangels der acht Personen kleineren Crew schwieriger, ein ähnlich genaues Wachsystem aufzuziehen. Dennoch ist Joyon schon deutlich tiefer nach Süden abgetaucht als die voraus segelnde Spindrift. Hoffentlich geht das gut.

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Die Arbeit mit den Segel-Würsten. ©Yann Riou | Spindrift racing

Dona Bertarelli beschreibt auf Spindrift die Bedingungen: “Der größte Eisberg, den wir entdeckt haben, erstreckt sich über eine Länge von 400 Metern. Ab ein Uhr Morgens reicht das Licht aus, um von Infrarot auf die normalen Gläser zu wechseln. Die See ist grau und milchig wie auf einem See in den Bergen.

Es ist sehr kalt und ich ziehe meine Wollmütze und die Handschuhe auch zum Schlafen nicht mehr aus. Es ist unmöglich mit dem eiskalten Wasser die Zähne zu putzen. Man muss das Wasser erwärmen. Immer häufiger sehen wir Vögel und sie verkünden wohl die Nähe der Kerguelen Inseln. Wir werden sehr nahe daran vorbeisegeln. Es wird schön, nach zwei Wochen mal wieder etwas Land zu sehen.”

Jules Verne Tracker IDEC

Jules Verne Tracker Spindrift

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Am 40. Breitengrad ist es schattig. © CLS

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IDEC ist tief nach Süden abgetaucht. © IDEC

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Ein Crewmitglied ist immer zum Gucken abgestellt. ©Yann Riou | Spindrift racing

Der 12. Tag:https://www.youtube.com/watch?v=6qPvx6x1860

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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