“Katamaran-Killer”: Nach zweijähriger Flucht gefasst – Mord in den Achtzigern

"Rambo zur See"

 

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Rechts der Mörder Cristofaro (damals 34), seine Freundin Beyer (17) und ein niederländischer Freund von Beyer, der nach dem Mord geholfen haben soll, die Leiche zu entsorgen © polizia di stato

Filippo Antonio De Cristofaro wurde von der italienischen Polizei in einem portugiesischen Dorf gefasst. Der Mann tötete eine Seglerin und floh auf deren Katamaran übers Mittelmeer.

Die Tat erregte nicht nur in der Segelszene reichlich Aufsehen. „Der perfideste Mord auf See seit Apollonia“ titelten italienische Tageszeitungen, als Körperteile der 34-jährigen Italienerin Annarita Curina im Juni 1988 gefunden wurden.

Wie die Behörden Monate später rekonstruierten, hatte Filippo Antonio De Cristofaro die Seglerin zunächst vergiftet, ihren Körper mit einer Machete zerstückelt und die Leichenteile ins Meer geworfen.

Danach floh er gemeinsam mit seiner erst 17-jährigen, niederländischen Geliebten Diana Beyer auf Curinas Katamaran. Die beiden wollten, wie sie später zugaben, gemeinsam in die Südsee auf eine einsame Insel fliehen.

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Annarita Curina musste sterben, weil Cristofaro mit seiner jungen Freundin Beyer in die Südsee segeln wollte © polizia di stato

Ganz so weit kamen sie nicht. Immerhin erstaunliche 40 Tage lang konnten sie unerkannt kreuz und quer durchs Mittelmeer segeln, ohne jedoch in einem Hafen anzulegen.

Irgendwann gingen dann die allerletzten Notreserven aus und das Paar machte völlig erschöpft, ausgehungert und dehydriert in einem tunesischen Hafen fest.

Dort wurde alsbald die örtliche Exekutive vorstellig, worauf Cristofaro versuchte, auf einem Pferd in die Wüste zu fliehen. Das vereitelten die tunesischen Polizisten mit offenbar filmreifen Verfolgungsjagden und übergaben schließlich den Mörder wie auch die Geliebte an Interpol. Die spektakuläre Flucht brachte Cristofaro den Spitznamen „Rambo zur See“ ein.

Der Italiener wurde damals des Mordes überführt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Freundin Beyer konnte eine Beihilfe zum Mord nicht nachgewiesen werden, sie erhielt aber sechs Jahre Gefängnisstrafe wegen Beihilfe zur Flucht. In einem zweiten Verfahren wurde diese Strafe auf 15 Monate reduziert, weil sie glaubhaft versichern konnte, von Cristofaro bedroht worden zu sein. Sie habe Angst um ihr Leben gehabt.

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So sieht Filippo Antonio De Cristofaro heute aus © polizia di stato

Im Jahre 2007 gelang Cristofaro erstmals die Flucht aus dem Gefängnis, er wurde allerdings kurz darauf wieder gefasst. Sieben Jahre später kam der in den Medien als „Katamaran-Killer“ bezeichnete Mörder nach einem Oster-Urlaub auf Ehrenwort nicht wieder zurück in den Strafvollzug. Weil die italienischen Behörden zu spät reagierten, hatte Cristofaro einen Vorsprung von fünf Tagen und verschwand spurlos von der Bildfläche.

Dass er nun nach zwei Jahren auf der Flucht doch noch gefasst werden konnte, war aufgrund kriminalistischer Kleinstarbeit möglich, behaupten die italienischen Behörden heute. Sie hatten aufgrund von Zahlungen im Internet und Kontaktaufnahme zu „alten Bekannten“ den Mörder in einem portugiesischen Dorf in der Nähe von Lissabon ausfindig gemacht. Bei seiner Festnahme gratulierte Cristofaro den Polizisten zu ihrem „langen Atem“ und ihrer Beharrlichkeit.

Cristofaro war mit falschen Papieren ausgestattet und stand offenbar kurz davor, erneut den Standort zu wechseln. Es wird vermutet, dass er dafür wieder eine Segelyacht stehlen wollte.

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