Katastrophe: Luxusyacht-Crew versorgt nach Zyklon auf der Vanuatu-Inselgruppe die Opfer

„Wir können auch anders!“

Kapitän und Crew der MY „Dragonfly“ brettern 3,5 Tage durch den Pazifik, um erste Hilfe auf der vollständig zerstörten Insel Vanuatu zu leisten. Berührendes Video einer selbstlosen Aktion.

Normalerweise kann man die Luxusyacht „Dragonfly“ für die Kleinigkeit von 469.000 Euro pro Woche chartern – inklusive Crew, Arzt, Physiotherapeutin, Kiteboard- und Yogalehrer. Luxus pur für die Reichen und Schönen.

Doch während der letzten beiden Märzwochen wurde aus der Superyacht eine Art Lazarett-Schiff, dessen Crew sich tatkräftig, selbstlos und vor allem effizient für die Opfer des Zyklons „Pam“ auf der Inselgruppe „Vanuatu“ im südlichen Pazifik einsetzte.

Superyacht Vanuatu

Wasserversorgung von Bord der Superyacht © dragonfly

„Wir sind im Laufe der letzten Jahre öfter durch dieses Gebiet gefahren und waren vor allem von der Gastfreundschaft und offenen Art der Menschen auf Vanuatu begeistert. Ja, man kann sogar sagen, dass wir gute Freunde dort gewonnen haben,“ berichtet Mike Gregory, Kapitän der „Dragonfly“.

„Wir waren regelrecht geschockt, als wir auf den Wetterkarten beobachteten, wie am 14. März der Zyklon „Pam“ genau über dieses Paradies tobte.“ Einen Tag später legte die „Dragonfly“ ab – Ziel: Vanuatu! „Wir haben uns mit den Eignern der Yacht abgesprochen, die sich sofort einverstanden erklärten, für sämtliche Kosten aufzukommen!“ erklärt Gregory weiter.

… oder überTender-Zodiacs der "Dragonfly" © dragonfly

… oder überTender-Zodiacs der “Dragonfly” © dragonfly

Die Crew der „Dragonfly“ gilt als eine der effizientesten Besatzungen im Superyacht-Charter-Business und ist seit Jahren aufeinander eingespielt. „Wir sind technisch und medizinisch versiert genug, um zumindest Erste Hilfe zu leisten.“

Dreieinhalb Tage und Nächte legte Gregory den „Hebel auf den Tisch“, um in einer extrem aufgewühlten, pazifischen See schließlich den hilflosen, völlig von der Außenwelt ausgeschlossenen Bewohnern von Vanuatu beizustehen.

Crew und Schiff wurden von den örtlichen Behörden zunächst für die Wasserversorgung eingesetzt. „Auf manchen Inseln gab es schon seit zwei Tagen keinen Tropfen Süßwasser mehr!“ erzählt Gregory weiter. „Außerdem mussten Verletzte und Erschöpfte zumindest notdürftig erstversorgt werden!“

In den Online-Communitys posteten später auch Bewohner von Vanuatu, dass sie extremst überrascht gewesen seien, ausgerechnet eine Superyacht wie „Dragonfly“ als eines der ersten Hilfsschiffe vor ihren Küsten wiederzuerkennen. „Wir rechneten eigentlich mit Militärbooten und Frachtern“ schreibt einer der Betroffenen.

Nach dem Sturm… ein Nichts © dragonfly

Nach dem Sturm… ein Nichts © dragonfly

Auszüge aus der „Vollzugsliste“ der „Dragonfly“-Crew:

  • Neun Inseln mit 62.000 Liter Frischwasser versorgt
  • 250 Erste-Hilfe-Leistungen
  • Drei medizinische Notfall-Evakuierungen
  • Mehrere Helikopter-Landeplätze auf den Inseln aufbereitet
  • Zufahrtsstraßen von umgestürzten Bäumen befreit
  • Aufräumarbeiten in zerstörten Dörfern, gemeinsam mit den Bewohnern

Neun Tage arbeitete die „Dragonfly“-Crew vor Ort. Das Video zeigt eindrücklich, wie notwendig diese Arbeiten waren – andere Hilfsleistungen, auch von internationalen Organisationen, kamen erst nach ca. einer Woche „in Gang“.

Superyacht auf Abwegen © dragonfly

Superyacht auf Abwegen © dragonfly

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Katastrophe: Luxusyacht-Crew versorgt nach Zyklon auf der Vanuatu-Inselgruppe die Opfer“

  1. avatar Micha sagt:

    Tolle Geschichte, tolle Action, mit den Luxusdingern kann man auch Vernünftiges anstellen, wenn man möchte.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 0

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