Kiteboat Project: Auf Tragflächen mit Kite über die Bucht von San Francisco

Der Zukunft etwas näher?

Die kalifornischen „Kiteboater“ sind mit neuem 40-Quadratmeter-Kite schnell und sicher unterwegs. Sie fliegen mit der Moth-Fühler Technik.

Die einen bezeichnen die Bilder mit „spektakulär“. Die anderen zucken mit den Schultern und können sich nur ein müdes Lächeln abringen, wenn sie die Testschläge der kalifornischen „Kiteboater“ in der Bucht von San Francisco anschauen.
Es kommt eben auf den Blickwinkel an: Betrachtet man die (an sich ja durchaus faszinierenden) Ritte unter dem Aspekt „Hochgeschwindigkeitssegeln“, dann sind erreichte 28-30 Knoten Geschwindigkeit über Grund meilenweit vom derzeitigen Weltrekord der „Sailrocket“ entfernt.

Alles eine Frage des Prinzips © kiteboat

Alles eine Frage des Prinzips © kiteboat

Doch den Herrschaften auf dem „Kiteboat“ (SR berichtete) geht es gar nicht so sehr um Rekordspeed. Hohe Geschwindigkeit mittels Kite ist nur ein Aspekt unter vielen für die Tüftler der kalifornischen Ideenschmiede. Viel wichtiger sind „Fahrsicherheit“ durch vollständiges Beherrschen möglichst großer Kitesegel-Flächen.

Entsprechend bezeichnen die Macher die Verdoppelung der Kitesegelfläche für das „Kiteboat“ als echten „Quantensprung“, der mit zahlreichen Tests seit Beginn dieses Jahres untermauert wurde.

Als größten Erfolg bezeichnen die „Kiteboater“ jedoch die stabile Lage des Multihulls auf bzw. knapp über dem Wasser. Mit dem offenbar vollständig beherrschbaren Kite als „Zugmaschine“ rast der Tri auf den Foils ausgesprochen ruhig und kontrolliert über das kabbelige Wasser der Bucht.

Dabei vertrauen die Tüftler in Bezug auf das sichere Abheben auf das System, das seit Jahren erfolgreich in der Moth Klasse eingesetzt wird. Fühler, die an den Bugspitzen im Wasser schleifen, sind mit den beweglichen Klappen an den hinteren Enden der Foils verbunden und stellen automatisch die richtige Flughöhe ein. Das Problem dabei: Der Wasserwiderstand der zweier Fühler und vier Tragflächen im Wasser ist relativ groß.

Neuen Auftriebsfoil gebacken © kiteboat

Neuen Auftriebsfoil gebacken © kiteboat

Doch gibt es wohl noch Verbesserungspotential: Kürzlich haben sich die Projekttüftler einen neuen Karbon-Foil gebacken. Mit ihm erhofft man sich noch ruhigere Fahrten über Wasser, um dann mit ersten Zuladungstests beginnen zu können. Denn genau hier sehen die Macher von „Kiteboat“ den eigentlich Sinn ihres Projektes: Sie projizieren die Zukunft aller mit Segel angetriebenen Schiffe auf das „Kiteboat“.

Ganz egal, wie schwer die Ladung des Schiffes sein mag, der Vortrieb mittels Kite soll auch eine analog steigende Fahrsicherheit bringen. Wobei es nicht zwingend nötig ist, dass ein „Kiteboat“ auf Foilern unterwegs sein muss – ein Multihull hat sich allerdings als die bisher stabilste Form unter Kite auf dem Wasser erwiesen.

In Kürze sollen Tests folgen, bei denen der Drachen in weitaus höhere Luft- bzw. Windschichten steigen soll. Vor allem für Überseefahrten in tropischen Gefilden sehen die Kiteboat-Projektmacher hier eine menge Potential: während “unten” direkt über der Wasseroberfläche Flaute herrscht, wehen ein paar Hundert Meter weiter oben antriebsgeeignete Winde.

Kiteboat – weitere Videos

Kiteboat Webpage

 

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „Kiteboat Project: Auf Tragflächen mit Kite über die Bucht von San Francisco“

  1. avatar Yachti sagt:

    Wo kann ich es kaufen?

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

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