Klassiker-Replik: Fregatte „L’Hermione“ zeigt begeisternde Segelqualitäten im Atlantik

Triumphale Heimkehr

“l’Hermione” im Sturm mitten auf dem Atlantik

Baltimore, Philadelphia, New York, Newport… der originalgetreu nachgebaute Dreimaster steuerte 13 Häfen in Nordamerika an. Kapitän Cariou:”Erstaunlich schneller Segler!”

Die Atlantik-Rundreise der Dreimast-Fregatte „Hermione“ hatte für Frankreich und die USA viel mehr als nur nostalgischen Charakter. Sie war ein Bekenntnis zu einer historisch gewachsenen Freundschaft zwischen zwei Völkern, die sich in den letzten Jahren nicht immer nur in den Armen lagen.

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Besser als jeder Hollywood-Piraten-Schinken: l’Hermione auf dem Atlantik © association hermione

„Die amerikanische Nation wird die Unterstützung durch General Lafayette bei unserem Freiheitskampf gegen die Engländer im Jahr 1780 niemals vergessen,“ lautete eine Botschaft, die US-Präsident Obama auf die „Hermione“ schicken ließ, als sie mitten auf dem Atlantik Richtung amerikanische Ostküste segelte. „Wir wünschen der Besatzung und dem Schiff eine ruhige Überfahrt und werden Ihnen bei der Ankunft in den USA einen gebührenden Empfang bereiten!“

Lieber das Schiff als die Symbolik

Die Amerikaner hielten Wort. In jedem der insgesamt 13 angelaufenen Häfen Nordamerikas erwartete die Franzosen auf ihrem originalgetreuen Nachbau eine begeisterte Menge. „Es war überwältigend,“ gestand dann auch Fregatten-Kapitän Yann Cariou. „Mit so einer positiven Resonanz hatten wir nicht gerechnet!“

Zehntausende Amerikaner haben sich die „Hermione“ im Hafen und bei ihren Reisen entlang der amerikanischen Ostküste angeschaut. Die meisten begeisterten sich jedoch mehr für das Schiff und weniger für die Symbolik hinter der Reise, wie in den sozialen Internet-Medien und in den zahlreichen lokalen Berichterstattungen von Tv und Presse zu erfahren war. „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, ein derart authentisches Schiff aus der großen Zeit der Segelschifffahrt zu besichtigen?“ war allerorten zu vernehmen.

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Der Kapitän ist begeistert: “Wir überholten Handelsschiffe unterwegs” © association hermione

Fast 20 Jahre dauerte der akribisch ausgeführte, bis ins kleinste handwerkliche Detail originalgetreue Bau der „Hermione“. „Wir mussten teilweise die alten Techniken neu erlernen,“ berichtete ein französischer Schiffsbaumeister. Umso beeindruckender erscheint da die Bauzeit des Originals: Die französische Marine ließ zwischen 1779 und 1780 innerhalb von 11 Monaten drei baugleiche Schiffe vom Typ „l’Hermione“ herstellen.

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Wie anno dazumals. Enthusiasten begrüßen die Hermione in Kostümen aus dem 18. Jahrhundert © association hermione

Fregatte ohne Zicken

Hermione-Kapitän Cariou berichtet weiter: „Am meisten haben mich die Segelqualitäten der Fregatte begeistert. Auf der Rückreise, also auf der nördlichen Atlantiküberquerung von Kanada Richtung Europa, kamen wir in zwei Stürme, die von der Fregatta und der Mannschaft bravourös abgewettert wurden. Das Schiff war in jeder Situation sicher, zeigte keine Zicken oder Allüren!“

Vor allem die Geschwindigkeit des mit Kanonen bewehrten Kriegsschiffes erstaunte den Kapitän: „Wir schafften 24-Stunden-Etmale um die 230 Seemeilen! Manchmal fuhren Handelsschiffe auf gleichem Kurs wie wir mit etwa 10 Knoten – und wir überholten sie mit 12 Knoten unter Vollzeug!“

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Triumphale Rückkehr auf dem Alten Kontinent: Hermione in Brest © association hermione

Am Montag segelte die „Hermione“ schließlich mit allen Tüchern nach mehr als 9.000 Seemeilen Atlantikrundreise und 15 Stationen (Kanaren, USA, Kanada) in die „Rade“ von Brest ein. Im Heimathafen des legendären Kapitäns Lafayette, der die Original-Hermione befehligte, wurde die Fregatte von 10.000 Franzosen, teils in Kostümen aus dem 18. Jahrhundert, gefeiert. Kapitän Cariou und seine 18-köpfige Profi-Stammcrew sowie die 60 freiwilligen Mitsegler standen Spalier und ließen die Kanonen einen Willkommensgruß „sprechen“.

„Dieses Schiff hat das Zeug für viel mehr,“ resümierte Cariou dann vor laufenden Kameras. „Damit könnte man auch problemlos um die Welt segeln!“

Je nach Wetterlage wird die „Hermione“ in den nächsten Tagen erneut die Anker lichten und nach Rochefort zurück segeln, wo die „alte Dame“ in ihrem „Heimatdock“ auf Herz und Nieren untersucht werden soll.

Website “l’Hermione

Ankunft der “Hermione” in Brest:

L’arrivée de l’Hermione à Brest vue du cielPour le plaisir des yeux et pour les amateurs de vieux gréements, revivez l’arrivée triomphale à Brest ce lundi de l’Hermione, la réplique de la frégate de La Fayette de 1780.

Posted by France 3 Bretagne on Montag, 10. August 2015

So wurde die “Hermione” gebaut

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