Lebensretter: Segler fischen Selbstmörder aus dem Wasser

67 Meter Fallhöhe – überlebt!

Hilary und Scott Walecka segelten gerade unter der Golden Gate Bridge vor San Francisco, als sie sahen, wie ein Mann von der Brücke sprang…

Suizidversuch, Rettung

Nur wenige überlebten den Sturz aus 67 Meter Höhe © Hardy

Mehrere US-Medien berichten über den Vorfall, den Vater und Tochter Walecka bei einem ganz normalen Törn in der Bucht von San Francisco passierte. Sie sahen den Sturz eines Körpers von der Golden Gate Bridge und nahmen sofort Kurs auf den Unglüscksort.

Sie hörten über Funk noch den Notruf der Küstenwache, waren aber mit ihrer 38-Fuß-Yacht „Animal“  längst bei dem im Wasser Treibenden. Er war noch stark benommen rief aber um Hilfe .

Seine beiden Beine waren offenbar gebrochen. Er konnte sich aber noch schwimmend über Wasser halten und nach einer Rettungleine greifen, die ihm von der „Animal“ aus zugeworfen wurde. Die Segler schafften es schließlich, den etwa 31 jährigen aufs Boot zu hieven und schipperten den Verletzten zu einer Coast-Guard-Station in Sausalito, begleitet von einem mittlerweile ebenfalls eingetroffenen Schiff der Küstenwache.

Der junge Mann gab an, dass er obdachlos sei und sich mit dem Sprung von der Brücke das Leben nehmen wollte. Aber nach dem Sturz hatte er es sich offenbar anders überlegt und wollte dann doch gerettet werden.

Auf der "Animal" wurde Brückenspringer ans rettende Land gebracht © facebook

Auf der “Animal” wurde Brückenspringer ans rettende Land gebracht © Walecka

1.500 Tote, kein Schutzzaun

Tatsächlich zählt er zu den ganz Wenigen, die den Sprung mit einer Fallhöhe von 220 Fuß/67 Meter überlebt haben. Seit der Eröffnung der Golden Gate Bridge, die sich markant über die Bucht von San Francisco spannt, nahmen sich über 1500 Menschen mit einem Sprung von der Brücke das Leben. Die meisten starben dabei an inneren Verletzungen durch den Aufprall aufs Wasser, viele ertrinken aber auch im meist kalten Pazifik. Nur 30 überlebten den Fall vom „kalifornischen Wahrzeichen“. Zehn stürzten sich kurz nach ihrer Rettung erneut von der Brücke und starben dabei.

Allein in diesem Jahr nahmen sich über 40 Personen mit einem Sprung von der Golden Gate Bridge das Leben. Ob der genannte Obdachlose wieder neuen Lebensmut gefunden hat, ist nicht bekannt.

Bereits seit Jahrzehnten fordern Bürgervereinigungen und karitative Organisationen einen Suizid-Schutzzaun. 2008 „prüften“ die Stadt und die Brückenbetreiber eine Schutzvorrichtung, die etwa 50 Millionen Dollar kosten sollte. Bis heute fehlen zur Finanzierung derselben… 45 Millionen Dollar. Als eine Art Zwischenlösung wird derzeit ein Fang-Netzsystem an der Brücke angebracht.

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https://northsails.com/sailing/de/

5 Kommentare zu „Lebensretter: Segler fischen Selbstmörder aus dem Wasser“

  1. avatar Heinrich sagt:

    Und die Moral von der Geschichte: Erst Denken, dann Handeln! 🙂

    (oder: Man sollte sich das Leben nur dann zu nehmen versuchen, wenn man sich wirklich wirklich sicher ist)

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 9

  2. avatar Vollmatrose sagt:

    Ich war schon mal auf der Brücke und mit einem Suizid-Schutzzaun wäre die Golden Gate von oben nur noch ein halb so schönes Erlebnis, denke ich.
    Ist sicherlich nicht super für die Schifffahrt und Segler, die gerade die Brücke passieren wollen, und die Küstenwache, die dann zum Einsatz muss, aber Selbstmörder finden auch andere Wege, mit dem Zaun wären ja nicht die Ursachen behoben.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 14 Daumen runter 1

  3. avatar Luke sagt:

    Muss ja ein toller Suizid-Schutzzaun sein, wenn er pro Laufmeter 9.134,- US$ kostet… Im Vergleich zu den Baukosten, die laut Wikipedia bei 654.000.000 USD liegen (inflationsbereinigt)…

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  4. avatar Manfred sagt:

    Hmm, der Mann hat überlebt.
    Der Hamburger Stuntman, Wolfgang Köpke, der mir damals in einem HH Szenelokal von seiner Idee, dort als PR Aktion herunter zu springen und mit Bleistiefeln “bewaffnet” war um in einer Bö trotzdem senkrecht zu fallen, hatte es 1980 leider nicht überlebt. Er kam seitlich auf.

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    • avatar Piet sagt:

      Wenn er Bleistiefel getragen hat dann hat er auch nur von 12:00 bis Mittag gedacht.
      Es ist auch ein lustig das er dachte; wenn seine Füße schwerer sind das er dann, mit denen auch aufkommen muss.

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