Luxus-Werft: Edelmarke Oyster unter Druck – Sind es die Spätfolgen der Kiel-Katastrophe?

Vor dem Untergang

Der britische Luxus-Yacht-Hersteller Oyster steht vor der Liquidierung. 160 Mitarbeiter sollen ihren Job verlieren. Ist es ein später Effekt des katastrophalen Kielverlustes?

Oyster, Untergang

“Polina Star III” kurz vor dem Untergang. © Oyster

Bei der Messe in Düsseldorf stellte Oyster Yachts noch sein neues Modell 745 vor, das für gut fünf Millionen Euro gehandelt wird. Und das Auftragsbuch der britischen Edelmarke soll nach Informationen von Yachting Monthly mit Aufträgen im Wert von über 90 Millionen Euro gut gefüllt sein. Mehrere 118 Fuß Yachten stehen kurz vor Baubeginn.

Da kommt die Nachricht überraschend, dass es der Vorzeigewerft in Southampton offenbar viel schlechter geht, als erwartet. Aus verschiedenen Quellen wird berichtet, dass 160 Mitarbeiter ihren Job verlieren sollen.

Oyster Yachts

Das neue Oyster 745 Modell, das auch in Düsseldorf vorgestellt wurde. © Oyster Yachts

Offenbar will die niederländische Firma HTP Investments ihre Unterstützung einstellen. Sie hatte Oyster Marine 2012 für rund 17 Millionen Euro von der Beteiligungsgesellschaft Balmoral Capital erworben, an die der Gründer Richard Matthews 2008 für rund 79 Millionen Euro verkauft hatte.

Oyster gilt als Nonplusultra unter den Edelmarken und glänzt durch Qualität. Aber das Image hat Kratzer bekommen, als im August 2015 die Oyster 875 “Pollonia Star III”  vor der spanischen Küste versank. Der Kiel war abgebrochen.

Oyster, Untergang

Das Wrack unter Wasser. Die Außenhaut hat sich abgelöst. © Oyster

Der Unfall wurde zum PR-Supergau für Oyster, auch weil man sich offenbar nicht angemessen mit Eigner über die Entschädigung einigen konnte. Er übte schließlich großen Druck aus, indem er ausführlich in der Öffentlichkeit Details zu dem Unglück preisgab.

Die Werft musste daraufhin Fehler beim Bau einräumen und sich schließlich entschuldigen. Sie bemühte sich festzustellen, dass der fehlerhafte Bauprozess nicht bei den übrigen Modellen angewandt worden war, doch der Image-Schaden der Marke wog schwer. 

Möglicherweise sind aber auch in der Abwicklung des Untergangs so große Summen aufgelaufen, dass nun die späte Quittung erfolgt. Heute am Dienstag will sich die Werft öffentlich zu den Nachrichten äußern.

Oyster, Untergang

An den mit A gekennzeichneten Stellen sind die Risse im fehlerhaften Laminat aufgetreten. © Oyster

 

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