Segelschulschiff “Taifun”: Anklage wegen Misshandlung und Nötigung auf der alten “Rubin”

Geschlagen und getreten

In Flensburg muss sich ein 52-jähriger Marinesoldat vor Gericht wegen körperlicher Übergriffe gegenüber untergebenen Offiziersanwärtern auf dem Zweimaster “Taifun” verantworten. Es soll um Fehler beim Manövrieren gegangen sein.

Die 16 Meter lange Kreuzeryacht “Taifun” ist eine der schönsten klassischen Erscheinungen an der Ostsee. Hans Otto Schümann ließ sie 1951 bei Abeking & Rasmussen in Bremen als erste “Rubin” bauen und begründete damit seine Flotte von 14 Yachten dieses Namens. “Rubin I” belegte immerhin den zweiten Platz bei der Cowes Week, aber es dauerte nicht lange, bis sich Schümann eine neue Yacht zulegte.

Die Yawl “Taifun” hart am Wind. © Marine

Die Yawl gelangte schließlich in den Besitz der Bundesmarine und wird seitdem als Schulschiff benutzt insbesondere für die Ausbildung von Offiziersanwärtern. Eine schöne Tradition, und man könnte meinen, dass es unangenehmere Arten gibt, um das Soldaten-Handwerk zu erlernen. Aber im September 2016 ist es offenbar auf einem der Ausbildungstörns zu hässlichen Szenen an Bord gekommen.

Laut Flensburger Tageblatt wirft die Staatsanwaltschaft einem 52-jährigen Ausbilder vor, untergebene Offiziersanwärter misshandelt zu haben. Er muss sich vor dem Amtsgericht Flensburg wegen körperlicher Übergriffe verantworten.

Bei einem Törn von Flensburg in die dänische Südsee sollen zwei Untergebene von ihm getreten und geschlagen worden sein, nachdem er Fehler beim Manövrieren der Yacht moniert hatte. Außerdem soll er von der Mannschaft Stillschweigen eingefordert haben und ist deshalb wegen Nötigung angeklagt.

Der Prozessauftakt für die viertägige Verhandlung ist allerdings verschoben, nachdem sich der Angeklagte krank gemeldet hatte.

Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *