Meinung SKS-Schein: Zum Angeben – Segeln lernt man nicht

Segeln zum Schein

Der Segel-Profi Oliver Schmidt-Rybandt (36), der SR-Lesern zuletzt den neuen Pogo 3 erklärte, Ausbilder, Boatcaptain, Skipper und studierter Nautiker, nimmt das deutsche Ausbildungs- und Führerscheinsystem unter die Lupe und stellt unbequeme Fragen.

sportbootfuehrerscheineNicht jeder hat das Glück, in eine Segelfamilie geboren zu werden und kann später, etwa durch Freunde, Verein oder eigenes Boot, ständig “am Ball bleiben”.  Mancher entdeckt erst im Erwachsenenalter, dass er auf See glücklich sein könnte und möchte nun nachholen, was den „Natives“ im Kindesalter vermittelt wurde.

Dafür gibt es Segelschulen. Und davon nicht wenige. Rund 100 sind beim DSV angemeldet, die den Umgang mit Yachten lehren. Jollen- und Beach-Katamaran-Schulen sind in der Zählung gar nicht enthalten.

Der Einfachheit halber nehme ich hier nur die Segelschüler, die Yachten führen wollen, als Beispiel. Eine zahlenstarke Fraktion. Spät eingestiegen, segelgeil, aber familien- und urlaubsgebunden, das ist der klassische Segelschüler für Kojenchartertörns. Was bringt man ihm also bei, dem typischen Kojenchartergast? Man bildet ihn für den SKS aus, den Sportküstenschifferschein als Nachfolger des BR-Scheins vom DSV. Eigentlich das Gleiche in Blau mit Bundesadler vorn drauf.

Gefragt, wofür man den Schein braucht, kommt als Antwort: „Zum Chartern!”  Aber diesen Zweck muss man in Frage stellen. Ich habe mich mal umgehört. Die ersten zwanzig Telefonanrufe bei Charterfirmen mit Werbung in den Printmedien ergaben allesamt, dass der SKS zum Chartern einer Yacht nicht nötig sei. Die gefragten Vercharterer lassen sich nur im Vertrag versichern, dass der Charterer über genügend seemännische Fähigkeiten verfügt, die Yacht zu führen. Führt er schon beim ersten Ablegeversuch eindrucksvoll vor, dass die Fähigkeiten offensichtlich nicht ausreichen, kann der Vercharterer auch von seinem Recht Gebrauch machen, das Boot im Hafen festzusetzen.

Wofür aber der SKS?

Vorgeschrieben ist der Schein nicht. Wer allerdings eine Antriebsmaschine mit mehr als 15 PS hat, braucht einen Sportbootführerschein. Das dafür erforderliche Wissen lässt sich für einen normal begabten Menschen ohne Vorkenntnisse innerhalb eines Wochenendes aneignen.

Der SKS hingegen ist ein Schein, dessen Ausbildung auf Yachten stattfindet. Der DSV veröffentlicht unter SKS: “Amtlicher, empfohlener Führerschein zum Führen von Yachten mit Motor und unter Segel in Küstengewässern (alle Meere bis 12 sm Abstand von der Festlandküste)”.

Heißt das, der Schein soll nachweisen, dass der Inhaber fähig ist, eine Yacht zu führen? Das wäre gut für die Vercharterer/Yachteigner. Leider ist es aber allenfalls theoretisch der Fall.

Ob der Inhaber eines SKS auch in der Lage ist, eine Yacht zu führen, gilt als reine Glückssache. Und aus diesem Grund verlangen ihn viele Vercharterer wohlweislich gar nicht erst. SKS

 

Erlernen von Kunststückchen

Mich würde der Rummel um den Schein nicht stören, wenn die dahinter hängende Ausbildung nicht so schlecht wäre. Nach meinen Erfahrungen fällt niemand durch die Praxisprüfung, solange er nicht gerade volltrunken ist, auf zwei Beinen stehen und sich ausdrücken kann.

Nur 20 Minuten dauert die Prüfung. Da ist kaum festzustellen, ob der Aspirant am Rad wirklich ein Schiff führen kann. Auch deshalb lassen ihn die Prüfer sehr oft – in dubio pro reo – der Einfachheit halber die Prüfung bestehen.

Die Ausbildung umfasst also in den allermeisten Fällen das Erlernen von Kunststückchen, die der Prüfer sehen will. Außerdem müssen noch 300 Meilen zur Prüfung abgeliefert werden, die nach Möglichkeit in einer Törnwoche absolviert werden. Wer aber 300 Meilen in fünf Segeltagen hinter sich hat, konnte wenig ausgebildet werden. Zumindest nicht für Fertigkeiten, die gebraucht werden, um eine Yacht zu führen.

Nun stellt sich die Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Werden haufenweise SKS-Törns durchgeführt, weil sie von Segelanfängern angefragt oder weil sie von den Schulen empfohlen werden? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Wenn mich jemand fragt, welchen Schein er machen soll, dann antworte ich: “SBF See”. Der wird benötigt, um mit mehr als 15 PS Leistung herumzufahren. Egal ob Segel- oder Motorboot.

Es muss gesegelt werden, um segeln zu lernen.

Ein einwöchiger Ausbildungstörn, von dessen effektiven sechs Segeltagen nur fünf übrig bleiben, weil der letzte Tag mit dieser unnützen Prüfung verbrannt wird, ist nicht empfehlenswert, um segeln zu lernen. Das ist möglicherweise eine Lücke im deutschen Führerscheinprinzip.

Das Führerscheinsystem in England ist anders aufgebaut. Es zielt von Anfang an auf möglichst viel praktische Erfahrung. Nicht nur deutlich mehr Meilen müssen nachgewiesen werden als zu deutschen Pendants. Auch Nachtfahrten, längere Reisen ohne Zwischenstopp und vor allem Erfahrung in Tidenrevieren sind verlangt.

So entwickeln sich Segler, denen man im Durchschnitt sehr viel lieber eine Yacht anvertrauen möchte. Dabei können die britischen Scheinneulinge nicht unbedingt besser segeln. Aber ihre Schiffsführung ist qualifizierter, und darauf kommt es an.

Eine Frage der Selbsteinschätzung

Ich plädiere allerdings nicht für die Einführung des britischen Systems. Vielmehr möchte ich auf etwas hinweisen, das in der Diskussion um Führerscheinrichtlinien oft zu kurz kommt: Selbsteinschätzung. Unglücke haben seltener mit der seglerischen Qualität der Schiffsführer zu tun als mit der fehlenden Fähigkeit, sich und die Bedingungen richtig einzuschätzen. Die Erfahrung aus den Charterbasen zeigt, dass weniger erfahrene Segler  kaum größere Schäden als die alten Fahrensmänner verursachen. Es geht meistens um Selbstüberschätzung.

SSSEin Führerscheinsystem hilft nicht, den richtigen Grad der Selbsteinschätzung zu erlernen. Da müssen die Ausbilder helfen. Zumindest wenn zum besagten SKS oder SSS (Sportseeschifferschein), dem höchsten Schein, zu dem man in Deutschland eine Praxisprüfung abzulegen hat, ausgebildet wird.

Aber in Deutschland gibt es scheinbar erschreckend wenige  Ausbilder, die diese Grenzen vermitteln können. Wozu sollte man sie auch haben? Sie wären geradezu überqualifiziert. Um einen SKS oder SSS zu bestehen, reicht ein Dompteur, der Kunststückchen trainiert, und der weiß, welche Kunststückchen der Prüfer sehen will. Solange die Prüfung bestanden ist, wird eine gute Ausbildung nicht angefragt. Oder wird sie nicht angefragt, weil sie nicht angeboten wird?

Die perfekte Ausbildung

Besonders wichtig ist das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer. Bei der Ausbildung auf einer Yacht, die dann auch noch für mindestens eine Woche zusammen bewohnt wird, ist man sich zwangsläufig noch näher als in einer Schule. Es besteht die große Gefahr, dass persönliche Ressentiments entstehen. Dadurch wird die Qualität der Ausbildung sehr eingeschränkt.

Fachlich gesehen beginnt eine gute Ausbildung auf einer Jolle. Ein oder zwei Tage lang am Anfang auch für Erwachsene im Opti. Danach würde ich Laser bevorzugen. So erlangt ein normal begabter Mensch nach einer Woche so viel Gefühl für Boote unter Segeln, wie kaum im ganzen Leben auf gecharterten Fahrtenyachten.

In Frankreich wird viel auf J/80 Sportbooten ausgebildet. Auch dabei lernt man mehr als zum Beispiel auf Folkebooten. Nichts gegen den Langkieler als Regattaklasse oder stylisches Familienboot, aber zum Ausbilden funktionieren Sportboote besser, weil sie eben eine bessere Rückmeldung geben.

Wer soll das bezahlen?

Zuviel Theorie, zu wenig Praxis ? © nordwind yachting

Zuviel Theorie, zu wenig Praxis ? © nordwind yachting

Danach nimmt man einen Cruiser Racer, fünf oder sechs Gäste an Bord, lässt die Maschine aus und geht eine Woche oder besser zwei segeln. Das kommt dann dem typischen Ausbildungstörn am nächsten.

Dabei macht man ein oder zwei Nachtfahrten, treibt sich im Dunkeln in Gewässern mit anspruchsvoll befeuerten Rinnen und Häfen herum und übt ordentlich den Umgang mit allen Segeln bis zum Spinnaker. Am Ende noch ein kleines Hafenmanöverseminar mit Maschine und dann muss jeder selbst entscheiden, welches Themengebiet individuell erweitert werden soll.

Doch dabei gibt es ein kleines Problem: Wer soll das bezahlen? Eine solche Ausbildung wird durch die hohen Kosten verhindert. Eine Segelausbildung, die aufs Segeln und nicht auf einen Schein abzielt, dauert dreimal so lange und ist auch mindestens dreimal so teuer wie die übliche SKS-Ausbildung. Deshalb wird sich auch nicht viel ändern. Der Schüler kann schließlich danach mit einem amtlichen Segelschein beim Stammtisch angeben. Mehr aber auch nicht.

Vom Merhrrümpfer bis zum Rahsegler

Oliver Schmidt-Rybandt (36) ist Segler von Beruf und aus Berufung. Er war jahrelang als Ausbilder aktiv und führte bis heute die unterschiedlichsten Boote: Vom Opti über Rennyachten, Mehrrümpfer bis zum Rahsegler.
Schmidt-Rybandt studierte Nautik, hat jahrelang im Yachtservice gearbeitet und einen Einblick in nahezu alle technischen Bereiche auf Yachten erlangt. Schmidt-Rybandt arbeitet bei „speedsailing“ als Skipper und Boatcaptain, liebt schnelle Boote, ist nebenbei als Berater und nach wie vor als Coach oder Ausbilder tätig.

 

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37 Kommentare zu „SKS-Schein: Zum Angeben – Segeln lernt man nicht“

  1. avatar Stefan sagt:

    Wir leben halt in einer ScheinRepublik….

    Einfach mal den Fehmarnsund am Wochenende befahren….

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    • avatar KLEE sagt:

      Naja ich bin jetzt 27 und segle seit ich 3 bin auf den weltmeeren. Da wir unsere yacht nun verkauft haben bin ich erst jetzt gezwungen den sks schein zwecks chartern zu machen. Ich habe nun den sks schein gemacht, deshalb bin ich aber kein fuhrerscheinneuling ohne ahnung und ich denke so geht es den meisten sks-scheinabsolventen. Es kommt doch kein neuling auf die idee ohne vorkenntnisse den sks schein zu erwerben und sich eine yacht zu chartern. ALLER ANFANG IST SCHWER

      MFG UND IMMER EINE HAND BREIT WASSER UNTERM KIEL

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  2. avatar Martin sagt:

    „Das dafür erforderliche Wissen lässt sich für einen normal begabten Menschen ohne Vorkenntnisse innerhalb eines Wochenendes aneignen.“
    Das gilt evtl. für den Umgang mit dem Navigationsbesteck. Für den Pool an multiple-choice-Fragen habe ich deutlich länger gebraucht, ich denke so 14 Tage…
    Die ganze „Scheinerei“ ändert nix daran, dass so ein Boot gelegentlich mal „das Messer in der Hand des Affen“ ist…

    Grüße aus Rostock,
    Martin

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    • avatar Firstler sagt:

      Es stand ja auch im Artikel “für einen normal begabten Menschen” 🙂

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  3. avatar Jens sagt:

    Auf Facebook den Artikel gesehen und dachte mir da kommt was neues…aber…

    Allgemeinplätze, wie sie im Vereinstammtisch nicht besser präsentiert werden. Altbekanntes wird aufgewärmt, allein ein wirklicher Lösungansatz wird nicht geliefert. Stattdessen manche Ideen, wie Erwachsene in Opti und dann in Laser die nicht mehr durchdacht sind. So bleibt es nur ein Frust von der Seele schreiben.

    Nicht falsch verstehen, ich sehe vieles ähnlich…nur so geht es auch noch nicht, Lösungen sollten her

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  4. avatar Firstler sagt:

    Super Artikel! Ich frag mich auch immer, was die Leute mit Ihren Scheinchen auf See wollen. Hier gehts allein um das Geschäft der Segelschulen.

    Richtig Segeln lernt man eh nur durch Trial-and-Error auf dem eigenen Boot/Jolle! Am besten sind die Ausbildungstörns, wo so gefühlt 30 Mann sich auf 10 Meter Boot tagelang im Weg stehen und am Ende können alle Segeln 🙂

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    • avatar x-claim sagt:

      Du nutzt auch die Gelegenheit noch ein paar Allgemeinplätze nachzulegen 🙂

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  5. avatar Lars Hückstädt sagt:

    Aus meiner Sicht sollte man die Pflicht der Führerscheine zum Führen von Yachten komplett abschaffen, in England gibt es auch keine Scheinpflicht, jeder darf ein Segel- oder Motorboot privat nutzen. Die Unfälle (Im Verhältnis zu den Seglern in England) wird nicht höher sein.

    Die Scheine nur dafür da, dass der DSV eine Einkommensquelle hat. Einen anderen Grund gibt es nicht.

    Grüße

    Lars Hückstädt

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  6. avatar Stefan sagt:

    Für meinen SBF See bin ich 20min Tuckerboot mit 20PS gefahren. Direkt danach die Prüfung auf dem selben Boot. Und jetzt darf ich mit 6900 PS vor Pelzerhaken rumknattern. Irgendetwas stimmt da nicht…

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  7. avatar o.h. sagt:

    Ehrlichgesagt finde ich ist die Ausbildung für den SKS für unerfahrene Leute allemal besser als gar keine Ausbildung….

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    • avatar Hobby-Regatteur sagt:

      Ehrlich gesagt meinen zu viele Leute mit SKS sie könnten’s weil sie den Schein haben.

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  8. avatar prospero sagt:

    Es ist aus meiner Sicht ganz richtig, eine fundierte theoretische Ausbildung anzubieten, auch wenn der Schein nicht vorgeschrieben ist. Die angehenden Segler sind so angehalten, sich über einen gewissen Zeitraum mit dem Stoff zu beschäftigen. SKS-Ausbildung an einem Wochenende mit 300-Meilen-Törn und Prüfung im Schnelldurchlauf ist allerdings unseriös. Wer sein Geld besser anlegen will, sollte in einen längerfristigen Kurs und viele Mitsegeltörns investieren. Insofern hat Herr Schmidt-Rybandt Recht. Letztendlich muss sich jeder selbst und seine Crew einschätzen lernen. Aber wenn man den Segelsport insgesamt aus seinem Nischendasein befreien möchte, muss die Ausbildung auf eine breitere Basis gestellt werden, um möglichst vielen Leuten Mut zu machen, selbst die Pinne in die Hand zu nehmen. Segeln ist schließlich keine Raketentechnik und lässt sich relativ schnell und leicht erlernen.

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  9. avatar Chris sagt:

    Wie sieht es denn mit der Versicherung aus?

    Ist es nicht so, dass ich da Schwierigkeiten bekomme, wenn ich eine Segelyacht charter, einen Unfall verursache und keinen Befähigungsnachweis (SKS) habe?

    Denkt darüber mal nach!!!!

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    • avatar Peter sagt:

      Werden Yachten überhaupt an Leute ohne SKS verchartet? Als ich mal gechartert habe musste ich den vorlegen, was ich auch verständlich ist. Die Charterunternehmen haben ja so schon Probleme damit das ständig was kaputt ist. Ich würde auch an niemanden eine Yacht verchartern, wenn ich nicht sicher gehen kann, dass dieser wenigstens Ansatzweise weiß was er tut.

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      • avatar Klaus sagt:

        Wurde da tatsächlich der SKS gefordert, oder nicht vielmehr der SBF See?

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        • avatar Sven 14Footer sagt:

          Lest mal die Eingangssätze des obigen Artikels. Der Autor hat sich genau mit der Frage beschäftigt. Sein Ergebnis: Die meisten verlangen keinen SKS. Aus eigener Erfahrung bei einem großen Vercharterer in Deutschland bestätigen dies.

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      • avatar Oceanus sagt:

        Ich bin noch nie nach einem SKS gefragt worden.
        Den ich auch übrigens gar nicht habe.
        Gechartert habe in der Türkei, Griechenland, BVI, Spanien.
        Alles aber immer über (große) deutsche Agenturen…

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    • avatar David sagt:

      Der ‘Befaehigungsnachweis’ ist der SBF See. Der SKS ist ein freiwilliger Schein.
      Des weiteren wirst du ein SRC benoetigen, wenn du ein Schiff chartern willst.

      Und das finde ich auch gut so. Ist halt wie der Fuehrerschein beim Auto – nicht weniger und nicht mehr. Die deutschen Scheine vermitteln einen Teil des theoretischen Grundwissens und man lernt, wie man lenkt und ‘einparkt’. Die restlichen 99% der Segelpraxis muss man sich selbst aneignen….

      Interessant zu sehen, wenn man mal in der Suedsee am Ankerplatz nach Segelscheinen fragt, da kommt ein ganz bunter Mix raus: die meisten haben gar keinen Schein (!!), viele haben den ‘notwendigen’ – also das Aequivalent zum deutschen SBF See und eine ganz kleine Handvoll hat dann auch einen SHS oder Yachtmaster Offshore aber das hat Seltenheitswert und liegt nicht so sehr daran, dass diese Leute das als notwendig erachten, sondern eher, dass sie einfach ‘zu viel Zeit’ hatten und die Scheine mehr oder weniger aus Langeweile machten. – So kam es mir auf jeden Fall oft vor.
      Kurzum: Praxis zaehlt. Sonst nix.

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  10. avatar oliver@segelnmallorca.de sagt:

    Der Ansatz aus Frankrreich, auf Sportbooten wie die J 80 zu beginnen und auch mal drei vier Stunden Laser segeln ist genau richtig.
    Das macht den Preis der Ausbildung nicht übermäßig teuer, es dauert nur länger, bis zum Schein. Irgendwann kommen aber auch viele Schei-Segler auf die Idee, mal etwas kleineres zu segeln, um mehr Gefühl fürs Boot, den Wind etc. zu bekommen.
    Die Ausbildung in Autofahrschulen ist deutlich teurer, beinhaltet Nachtfahrten und ähnmliches. Das macht Sinn.
    Meine Frage an dieser Stelle:
    Welche Autofahrschule hat heute einen Golf 3 als Ausbildungsfahrzeug?
    Und wieviele Segelschulen lehren auf Segelbooten, die älter als 10 Jahre sind?
    Und ganz gemien die Frage:
    Wer kennt einen DEUTSCHEN Prüfer, der aktiv Regatten segelt, oder mindestens aktuell noch einen Laser bei 5 Windstärken trocken segeln kann???
    Dieses Thema ist sehr komplex…

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  11. Zu mir hat mal ein älterer Schwede folgendes gesagt:

    “Wir gehen nicht segeln, wenn wir es dürfen. Wir gehen segeln, wenn wir es können.”

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    • avatar Norman sagt:

      Alter Schwede!

      Und was meinst Du? Wollte er Dir persönlich damit etwas auf subtile Art und Weise mitteilen?

      Im Ernst: Ich habe zwar bisher nicht länger mt Schweden geschnackt. Aber bei sämtlichen Begegnungen in Häfen durch Zuschauen etwas lernen können in Bezug auf Seemannschaft. Aber das Wort steht ja auf dem Index….

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  12. avatar Ulli Heisler sagt:

    Alles richtig! Sicherheit! Versicherung! Ausbildung!
    Ich denke das Segeln ist in den vergangenen 15 Jahren viel einfacher geworden.
    Navi, macht die Kasperkiste, Tiden auch, Wendewinkel auch,
    45 Fuß, kein Thema für 2 Personen – solange alles glatt geht.
    Wenn es kraus kommt, dann könnt ihr alle Scheine haben. Das hilft dann vielleicht.
    Was sicher hilft ist ERFAHRUNG.
    Die kommt von FAHREN. Schein hin oder her. Daher ist der Sportboot See doch prima.
    Lizenz zum Üben. Und dann üben, üben, üben, etc.
    Klar hören das die Segelschulen nicht so gerne.
    Geldmachen haben die Engländer perfektioniert. Alle 2 Meilen ein neuer Schein…
    Das braucht kein Mensch.
    Normalerweise hat man alle statistisch erfassten Risiken hinter sich, wenn man das Auto im Hafen geparkt hat.
    Is so!

    Segeln ist ein lebenslanger Lernprozess.
    Viel Spaß dabei.

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  13. avatar Cacki Kemmling sagt:

    bemerkenswert finde ich den hinweis auf die fähigkeit zur selbsteinschätzung. für einen sicheren törn geht es nicht um absolutes können sondern das richtige einschätzen der bedingungen, des materials und der eigenen fähigkeiten. wenn man bei diesem punkt in der ausbildung etwas weiter käme, wäre schon viel geholfen.

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  14. avatar Ketzer sagt:

    Ein Blick nach Holland reicht, um zu erkennen, dass es sehr gut ohne Scheinpflicht geht.

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  15. avatar Smutje Rosa sagt:

    Selbstüberschätzung ist auch an Land weit verbreitet. Da hilft also kein Schein und kein Zeugnis, sondern nur gesunder Menschenverstand und beizeiten etwas Demut …

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  16. avatar christoph sagt:

    vor über 35 jahren gab es schon diese prüfungen…” fahrn sie mal nen anleger und eine halse und dann kommen sie wieder und legen hier direkt vor mir an!” dann gabs noch achtkreuzpalstekklampe belegen und gut is! der sbf-see ist dagegen noch lächerlicher gewesen. ich habe anfang der 80er drei jahre lang als segellehrer gearbeitet und dann noch mal anfang 2000 als theorielehrer br bzw sks, nach 2 lehrgängen wurde ich entlassen, da hieß es”du bist zu streng, die leute wollen mehr fun…” wo das war? auf der gurlitt-insel bei einer stadtbekannten segelschule. damals gab es einen herrn kapphammel als dsv-prüfer ; ich hätte 80% der leute durchfallen lassen, bei kapphammel waren es 95% “bestanden”. daran hat sich wohl bis heute nichts geändert- daß es nicht vielmehr havarien, leichtsinnigkeit und mangelnde selbsteinschätzung gibt , haben wir nur den relativ knackigen preisen für charter und neukauf zu verdanken. es wäre nicht auszudenken, wieviel bootsunfälle und schwere havarien es gäbe, wenn die kosten um 50% billiger wären….

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  17. avatar christoph sagt:

    der beste hinweis ist immer noch die heutige bewerbung als schiffsführer einer 100ft-yacht für eine überführung
    hamburg – nikosia (zypern) – da ist das britische yachtmaster ocean, sicherheitslehrgang, sämtliche funkscheine und obendrauf mindestens 30.000nm-erfahrung erforderlich…..

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  18. avatar christoph sagt:

    angesichts der völlig unzureichenden praxis der meisten charter-aspiranten, lohnt es sich, bei den seemeilen-nachweisen anzufangen. eine bestätigung einer teilnahme an einer woche mitsegeln rund fyn(300sm) ist absolut inakzeptabel(da kann derjenige auch 10std am tag kotzenderweise über der bilge gehangen haben….) . dagegen setze ich : kontrollierte tätigkeit als schiffsführer mit mindestens 2000sm und diverse mannöverpraxis jenseits von 8 bft, maschinenbastelkenntnis und sturmtraining.

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  19. avatar Segellehrer Max sagt:

    Als langjaehriger selbstaendiger Segellehrer kann ich dem Verfasser zum Teil verstehen und recht geben, zu grossen teilen allerdings nicht! Keine Frage Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, und wer behauptet mit 300sm und einem bestanden SKS haette er die Erfahrung eine Segelyacht zu fuehren leidet nicht nur unter unglaublicher Selbstueberschaetzung sondern stellt auch eine Gefahr fuer sich und andere dar!

    Erfahrungsgemaess verschwinden diejenigen Ausbilder, die ihren Schuelern nur das noetige vermitteln und sie nach bestandener Pruefung in dem glauben halten dass sie nun ausgewachsene Segler seien genauso schnell wieder wie sie erschienen sind. Egal ob SBF-Binnen/SEE/SKS/SSS man erwirbt damit die Lizenz zum ueben!

    Aber dennoch haben der SKS/SSS ihre Daseinsberechtigung. Zu sagen dieser oder jener Schein benoetigt wird um z.B. eine 40fuss Yacht fuehren zu duerfen mag nicht richtig sein, aber dennoch bieten die DSV-Scheine eine gewisse Moeglichkeit eines Erfahrungsnachweises.

    Es gibt leider immer wieder diejenigen die nach bestandenem SBF-SEE sofort eine Segelyacht chartern und soviel Ahnung vom Segeln haben wie ein Fussball Ecken. Dann doch lieber einen SKSler der schon mal (in unserem Regefall) 2 Wochen auf einer Segelyacht verbracht und intensiv trainiert hat und nicht nur zum bestehen einer Pruefung.

    Ich pflichte da Ulli Heisler bei “Segeln ist ein lebenslanger Lernprozess”.

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  20. avatar ToTe sagt:

    Lösungsansatz:
    Zum “Schein” sollte ein Charterer auch Erfahrung nachweisen! -> “personalisiertes Meilenbuch” (ausgegeben vom DSV) Da hinein kommen alle gefahrenen Meilen. Für die Crew bestätigt vom Skipper mit der Funktion an Bord, den Meilen, Häfen und der Törndauer. Für den Skipper durch den Vercharter mit Bootstyp, Dauer und Schadenaufkommen. Selbstverständlich gehört ins Meilenbuch auch der DGZRS Einsatz der somit auch dem Vercharterer angezeigt werden sollte.

    Macht Arbeit und ist unbequem – führt aber dazu, dass Schadenaufkommen sinkt, Erfahrung wächst und mehr gesegelt wird…

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    • avatar Ketzer sagt:

      Dann würde mich Deine Meinung mal zu Holland interessieren. Keinerlei Scheinpflicht für Segelyachten unter 15 m Länge und MoBos unter 20 km/h. Da wird eifrigst gechartert in Binnen-, See- und Wattenrevieren. Mit Tide und allem. .

      Ich wage zu behaupten, dass das Schaden- und Havarieaufkommen dort im Verhältnis zu Deutschland nicht höher ist.

      Da frage ich mich immer, wo diese Überzeugung für die Wichtigkeit der Scheinpflicht her kommt. Und wir reden hier von Yachten, die sich die Normalos leisten können, nicht von Riesenbratzen.

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  21. avatar Alex sagt:

    Einfach mal die Abkürzungen und Fahrzeuge austauschen.

    Auto und Kl.3. Die Meisten mit Schein können ihr Fahrzeug auf der Straße halten und mehr oder weniger fest. äh einparken. Unfallursachen sind Selbstüberschätzung, mangelnde Praxis, ungenügende Eignung und und und.
    Meist die, die es am wenigsten nötig haben, bilden sich beim ADAC und Co. mit Zusatztrainigs weiter.
    Nur wenige Fahrschulen fahren anscheinend auch mal in ein Parkhaus.

    Ist doch alles 1:1 austauschbar.

    Weshalb nur kommt keiner auf die Idee, die Notwendigkeit eines Führerscheins oder die Möglichkeit zur Bildung einer verbesserten Praxis beim ADAC zu monieren oder gar den Sinn in Frage zu stellen?

    Ein Schweißer verliert nach 6 Monaten, wenn er nicht im Geltungsbereich schweißt, seine Berechtigung.
    Beispiel, 2 gleiche Werkstücke. Das eine in C-Stahl, das andere INOX. Schweißt er 6 Monate nur INOX, dann ist die Zulassung für C-Stahl erloschen.

    Mein Fazit, unsere Ausbildungen sind zu schlecht und unsere Prüfungen zu lasch. Wiederkehrende Prüfungen mit Prüfung der persönlichen Eignung, alle 5 Jahre, halte ich für richtig.
    Haben die Schweizer mit ihrem Führerschein schon lange und steht anscheinend nicht in der Kritik.

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  22. avatar µ sagt:

    Ich denke anfangs ist es wichtig ist es zu wissen, was man alles noch nicht weiß. Dabei kann ein SKS schon helfen. Schaden tut er keinesfalls. Unbedingt notwendig ist er aber auch nicht. SBF-See und ein Skippertraining reichen auch.
    Jetzt verpflichtend Nachfahrten, zigtausend Seemeilen mit Tätigkeitsnachweisen zu fordern führt wohl eher zu leeren Marinas. Ich habe auch nicht davon gehört, dass wir ein übergroßes Problem mit Havarien haben. (und ich lese eigentlich immer die BSU-Berichte)
    Gesunder Menschenverstand, wissen was man nicht kann und in dem Rahmen selbständig Erfahrungen sammeln. Segeln tatsächlich keine Rocket-Science und für den Tagesschlag von Laboe in die Schlei bei gutem Wetter brauche ich keinen RYA-Ocean-Master. Es werden ja nicht alle direkt Blauwassersegler.

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  23. Nichts wirklich neues im Artikel. Ist iregendwie schön zusammengefasst, aber wird am eigentlichen Problem nix ändern. Nur wenige wollen heute wirklich noch praktisch etwas lernen. Zu vielen geht es um den “schönen Schein” – der macht sich dann gut an der “Egowand”.
    Und natürlich sind wir Ausbilder wieder die wahren Schuldigen, weil wir auf Prüfung ausbilden. So´n Quatsch. Ich würde zu gern auf Praxis und Kompetenz hin ausbilden, doch dafür haben unsere Kunden zu wenig Zeit.

    Ich bringe gern folgendes Zitat ein: Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen. John Ruskin (1819 – 1900), englischer Kunstkritiker, Sozialökonom und Sozialreformer

    Wenn der Kunde nur 500,00 Euro/Woche für seine Koje zahlen will, dabei noch 300sm machen möchte/muss und am Ende als Erfolgskontrolle der Schein und nicht das Können steht, der muss eben meist mit einem Hobbyausbilder fahren. Und darf vor allem auch nicht sonderlich viel erwarten ausser “Prüfungskino”.

    Wer bereit ist mehr zu zahlen, kann auch sehr viel mehr bekommen.

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  24. avatar Peter sagt:

    Nur soviel: ich habe mal mit SSS/SHS-Inhabern die Biskaya durchsegelt, und danach mit einem SKS-Inhaber den Atlantik (Bermuda-Azoren). Das war der Auslöser, warum ich dann letztendlich auch den SSS gemacht habe – etwas theoretischer Background schadet definitiv nicht!

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  25. avatar Dieter sagt:

    Solange Schulen Billigtörns anbieten und in einer Woche 300 sm + Ausbildung anbieten wird sich nichts ändern.

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