Mikrosegeln: Norbert Sedlacek läuft Nothafen an – Abbruch

"Der kleine Kraftprotz"

Start der Fipofix:

Der Österreicher Norbert Sedlacek, der am Sonntag in seiner 16 Fuß kurzen Nusschale “Fipofixox” zum Atlantik-Törn gestartet war, ist nach drei Tagen im spanischen Gijon eingelaufen und hat sein Abenteuer abgebrochen.

Norbert Sedlacek

Da war noch alles in Ordnung. © Sedlacek

Auf seiner Website heißt es: “Leider kam es bei der Stromversorgung des Mini-Flitzers zu einem “Blackout” – Zusammenbruch des Stromsystems – deshalb musste er in den Hafen von Gijón geschleppt werden. Beim Passieren des Industriehafens kam es zu einer heftigen Kollision mit Treibgut. ” Dabei ist offenbar die Aufhängung des Ruderblatts gebrochen.

Eine große Enttäuschung scheint das nicht zu sein. Auf der Website hört sich die Meldung vom Abbruch so an:

“Die gute Nachricht zuerst, der FIPOFIX geht es gut. Rumpf und Anbauteile weisen zwar „Kampfspuren“ auf jedoch der kleine Kraftprotz hat das Sparring mit der Biskaya mit Ausnahme der abgerissenen Rudertasche unbeschadet überstanden.

Norbert Sedlacek

Die Ruderaufhängung ist abgerissen. © Sedlacek

Der „Wehrmutstropfen“ im Projekt – Norbert hat nach langem Abwegen entschieden die Rekordfahrt für heuer dennoch abzubrechen. Bei zwei wesentlichen Ausrüstungsgruppen – Elektrik und Elektronik sind Ungereimtheiten und auch von den Herstellern nicht nachvollziehbare markante Leistungsverluste vorhanden, welche sich nicht einfach über Nacht lösen lassen.

Wie wir jedoch alle wissen, hat Norbert auch große Erfolge darin Projekte realistisch einzuschätzen und mutige wenn auch nicht immer populäre Entscheidungen zu treffen. Schlussendliche hat ihn jedoch genau diese Vorgangsweise bereits mehrfach großen Erfolg beschert – siehe Vendée Globe zweiter Anlauf, Icelimit kompletter Rigg Tausch vor dem Start, im Grenzbereich des Möglichen Aufschub des Startes,….

Norbert Sedlacek

“Fipofix” wird in den Hafen von Gijon geschleppt. © Sedlacek

All diese Projekte hat Norbert durch realistische Einschätzung der Fakten am Ende erfolgreich beendet. Somit können wir bereits jetzt versichern, dass unserer FIPOFIX wie vorgesehen 2014 ihre Rekorde einfahren wird, wenn gleich sich der Zeitplan nun mehr etwas verschiebt.
Angenehmes Detail daran für alle Fans und Partner, wir haben bereits jetzt entschieden die FIPOFIX vor ihrem nächsten Start 2014 in ihrer Endausfertigung auf Roadshow zu schicken. Wir sind sicher dies wird garantiert vielen Freunden, interessierten Fans und Partnern große Freude bereiten.

Wir erwarten Norbert am Wochenende zurück in Österreich. Ab Montag wird er persönlich noch detaillierter im Projekt bisher geschehene und den geänderten Zeitplan 2014 inklusiver aller Highlights bekannt geben. Als Fanspecial steht Norbert ab Dienstag nächster Woche auch persönlich telefonisch für Fragen und Smalltalk zur Verfügung.”

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11 Kommentare zu „Mikrosegeln: Norbert Sedlacek läuft Nothafen an – Abbruch“

  1. avatar Uwe sagt:

    Man könnte noch ergänzen, dass mit dem Boot der Einsatz von Vulkanfasern bzw. Basaltfasern getestet werden soll.
    .
    Basaltfasern sind dünne Fasern aus Basalt und gehören in die Kategorie der Chemiefasern.
    Sie werden aus einer flüssigen Basaltschmelze bei etwa 1400 °C hergestellt.

    Man will damit künftig die im Bootsbau verwendeten Glasfasern ersetzen.

    Das Boot wurde von zu diesem Zweck von Sedlacek selbst gebaut. Ein nur 9,2 mm dünner Balsakopfholzkern ist außen mit einer 0,9 mm starken, innen mit einer nur 0,7 mm dünnen Laminatschicht aus ASA.TEC-Vulkanfaser in FIPOFIX®-Verlege-Technologie überzogen

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    • avatar Robert sagt:

      Könnte man – wenn man für Fipofix arbeitet.

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      • avatar Uwe sagt:

        Das Boot soll übrigens ein um verkleinerter Open 60 (1/4 der Länge=4,88m) sein. In der Kajüte soll beidseitig nur 1/2 m Platz sein, da die Schwenkmimik des Kiels sehr viel Platz einnimmt. Sedlacek, der früher von Beruf Strassenbahnfahrer war, hat das Boot selbst gebaut.
        Ob ihm dies so gut wie ein Bootsbauer, Konstrukteur, etc. gelungen ist, wird sich noch zeigen. Der Ruderschaden könnte darauf hindeuten, dass die Ruderblätter bei Treibgutkontakt nicht nach oben schwenken können. Dies erinnert ein wenig an Bernard Stamms Hydrogeneratoren.

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        • avatar Robert sagt:

          Wenn man sieht, dass schon mindestens 5 Teams beim TJV (egal ob Class40, Open50 oderIMOCA) mit Ruderschaden in Reparatur mussten und auch einige Minis beim Minitransat, dann kann man es wohl kaum der Fipofix vorwerfen…

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  2. avatar Martin sagt:

    Ich wünsche generell jedem der sich über ein solches Abenteuer wagt mit Respekt viel Glück und alles Gute – so natürlich auch Norbert Sedlacek. Im konkreten Fall war ich aber schon sehr versucht, Wetten entgegenzunehmen, wie lange er unterwegs ist.
    In der aktuellen Yachrevue (11/13) ist zu lesen:” ….Weitere Abstimmungsfahrten, etwa am Atlantik, will Sedlack (Druckfehler 🙂 ) vor dem Start nicht mehr unternehmen: “Ruinieren werde ich das Material noch früh genug!… Auf ein spezielles Ausdauer-, Mental- oder Schlaftraining als Vorbereitung für den Rekordversuch verzichtet der ehemalige Kampfsportler…”
    … also für mich ist das entweder kalkulierte Absicht oder Unprofessionalität und Überheblichkeit in Reinkultur.

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  3. avatar Robert sagt:

    “…also für mich ist das entweder kalkulierte Absicht oder Unprofessionalität und Überheblichkeit in Reinkultur”

    Wer den Herrn Sedlacek kennt, kann sich gut vorstellen, dass es sich um eine Mischung aus allen drei Faktoren handelt. Ich glaube auch nicht, dass er das schlimm findet, seinen “Weltrekordversuch” abzubrechen.
    Btw, Probleme mit der Elektrik/Elektronik dürfen wohl kaum einen Abbruch erzwingen. Sowas lässt sich in der Regel recht rasch beheben. Ich gehe mal davon aus, dass es sich um handfeste strukturelle Probleme mit Rumpf oder Rig handelt, oder, dass er mal einfach nicht mehr mag.
    Wie auch immer, er geht ja jetzt auf “Roadshow”, und das liegt ihm sicher mehr als die lästige Segelei.

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  4. avatar TZ sagt:

    Na ja, was soll’s schon groß werden…

    Hat mal jemand “Ice Limit” von Sedlacek gelesen? Selten was Schlechteres in der Hand gehabt!

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    • avatar Heinrich sagt:

      Ich fand das Buch in Ordnung. Schreib doch wenigstens, warum Du das Buch so schlecht fandest!

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  5. avatar dubblebubble sagt:

    Verstehe nicht ganz warum manche so ein Problem mit S. haben. Er hat immerhin an zwei Vendee Globe teilgenommen und eine davon mit unterlegenem Material und kleinem Budget auch zu Ende gebracht.

    Und: Auch bei uns gibt es Segler, die grossartige Leistungen vollbracht haben, deren Bücher – abgesehen von den Fakten – man vergessen kann.

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  6. avatar 0815 Segler sagt:

    Norbert vor dem Start: “Die Tour ist für mich eine ganz persönliche Herausforderung. Es soll zeigen, was im Zusammenspiel von optimaler Vorbereitung, persönlicher Erfahrung, Durchhaltevermögen und innovativer Technologie und zukunftsweisender Ingenieurskunst alles möglich ist.”

    Und dann nach ein paar Tagen wegen technischer Probleme aufgeben, wirkt bei der Ansage schon seltsam.

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    • avatar Uwe sagt:

      Sedlacek teilt auf seiner website mit:
      “Feststeht bisher, dass zum einem der Stromfluss aus unseren Solarzellen irgendwo wirkungslos versiegt und die Angaben zur Leistung unseres Windgenerators, vor allem bei Schwachwind wohl mehr als nur optimistisch ausgelegt wurden.

      Jetzt gilt es also die Fehlerquellen weiter einzugrenzen, das komplette Energiekonzept zu überarbeiten und voraussichtlich durch das Ergänzen der Stromerzeugungsquellen mittels Hydrogenerator für die notwendige Board Energie zu sorgen.”

      “Stark wie ein Felsen wird die FIPOFIX im Jänner einen neuen Anlauf wagen den Atlantik zu überqueren.”

      🙂 🙂 🙂

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