Mikrosegeln: Norbert Sedlacek will mit Open 16-Selbstbau über Atlantik

In der Büchse übern Teich

Sedlacek, Open 16

Klein, hoffentlich oho © sedlacek

Der Österreicher liegt mit seinem Projekt voll im Trend: „Downsizing“ ist  angesagt – hier auf technisch spannende Weise.

Norbert Sedlacek ist in der internationalen Offshore-Szene beileibe kein Unbekannter mehr. Der 51jährige Wiener begann bereits vor über 20 Jahren seine Offshore-Profikarriere mit einer zweijährigen Weltumseglung „in der Nussschalenklasse“, in 2000 segelte er in 93 Tagen rund Antarktis in der 54-Fuß-Aluminium-Yacht „Oase III“, 2004 nimmt er an der Vendée Globe teil, die er mit Kielschaden aufgibt. Doch er lässt sich nicht unterkriegen, die Zielankunft bei einer Vendée Globe bleibt sein Traum, den er sich bei der Ausgabe 2008/09 erfüllt.: Zwar als Letzter, aber immerhin angekommen bei dieser verlustreichsten VG aller Zeiten.

Sedlacek, Open 16

Sieht jedenfalls schnittig aus © sedlacek

Ziemlich eng

Sedlaceks neuestes Projekt könnte man in seinem ganz besonderen Fall auch mit „zurück zu den Anfängen“ bezeichnen, eben zurück zur Nussschalenklasse.

Mit der „Proof of Principle“ will der Österreichische Offshore-Profi den Atlantik hin und zurück mit einem Stopp besegeln, von/bis zum französischen Vendée Hafen „Les Sables d’Olonne“. Allerdings soll die Pause in New York ca. 5 Monate dauern.

Seine 4,88 m lange und 2,3 m breite „Open 16“ ist ein Selbstbau, bei dem man deutlich Sedlaceks Faible für die Open 60 IMOCA erkennt: Doppelruderanlage, Schwenkkiel, Steckruder, Bugspriet… die „PoP“ sieht aus wie eine IMOCA im Verhältnis 1:4. Selbst ein Mini 6.50 würde daneben (nicht zuletzt aufgrund seiner enormen Breite) riesig aussehen. Mit 27 qm am Wind, einem 25 qm-Gennaker und einem 37 qm Spinnaker am 8 m hohen Mast dürfte Sedlacek jedoch ebenfalls nette Surfs schaffen.

Weltrekord?

Sedlaceks Sponsor Fipofix stellte das Material für den Kleinst-Boliden: Das Boot wurde aus mineralischen Vulkanfaser-Schichten aufgebaut. Ein Stoff, der bereits in der Windkraftindustrie eingesetzt wird und jetzt auch auf hoher See den Elementen trotzen soll.

sedlacek, open 16

Der 51 jährige österreichische Offshore-Segler © sedlacek

Den in der österreichischen Presse schon mal vorab gefeierte „Weltrekord für Atlantiküberquerung im kleinsten Segelboot“ wird er allerdings nicht für sich in Anspruch nehmen können. Da gab es schon weitaus kleinere Boote, die das geschafft haben: Tom MacNally 1993 auf seiner 1,64 m kurzen Verahugh, darauf toppte ihn David Vihlen mit seiner 1.63 m superkurzen “Father’s Day”. Er brauchte für seine Fahrt über den Teich satte 105 Tage.

Die „Sardinenbüchse“ mir österreichischem Skipper wird dafür mit Sicherheit relativ hohe Geschwindigkeiten (proportional zur Bootslänge) erreichen. Und es braucht ja nicht gleich „Weltrekorde“, um  sich den Respekt seiner Hochseekollegen zu sichern. Man stelle sich nur einmal vor, wochenlang in einem Kubikmeter Raum unterwegs, auf dem Rückweg sogar entlang der Treibeisgrenze…

Sedlacek, Open 16

Sedlaceks geplante Route © sedlacek

 

 

 

 

 
 

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Michael Kunst

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3 Kommentare zu „Mikrosegeln: Norbert Sedlacek will mit Open 16-Selbstbau über Atlantik“

  1. avatar Piet sagt:

    ICH MÖCHTE NOCH MEHR FOTOS SEHEN VOM BOOT!!!!

    SCHADE

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  2. avatar Herbert Greiner sagt:

    Das ist ja die ganz normale Barfussroute die Jahr für Jahr von tausenden Seglern, jungen, alten, greisen, Familien usw gesegelt wird: Mit dem Passat Richtung Karibik und dann mit dem Golfstrom nach Norden und über die Azoren nach Europa zurück.

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