Monsterwellen: Neues Frühwarnsystem meldet Freakwaves 2-3 Minuten vor Einschlag

Kaventsmann voraus

Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology haben einen Algorithmus entwickelt, mit dem sich Monsterwellen offenbar verlässlich vorhersagen lassen.

Kaventsmänner, Monsterwellen, Freakwaves… die außergewöhnlich hohen, einzelnen Wasserwellen, die auf hoher See immer wieder in Stürmen auftreten, sind in der Schifffahrt besonders gefürchtet. Die vermeintlich wie aus dem „Nichts“ auftauchenden riesigen Wasserberge, die acht- bis zwölfmal so hoch sein können wie die Wellen der unmittelbaren Umgebung, erreichen enorme Geschwindigkeiten und erzeugen entsprechend hohe Aufprall-Kräfte. Dabei kann es vorkommen, dass kleinere Boote schlicht „verschluckt“ und größere Schiffe so stark beschädigt werden, dass auch sie sinken.

Erst seit 1995 ist die Existenz dieser Wellen aufgrund von Satelliten-Aufnahmen und –Messungen wissenschaftlich anerkannt. Zuvor galten die Erzählungen von Überlebenden solcher „Begegnungen“ auf hoher See als Seemannsgarn.

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Es kann richtig ungemütlich werden auf hoher See! Es müssen sich nur ein paar Wellen gemeinsame Sache machen © marine research

“Das ist kein Pech!”

Wissenschaftler des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben nun ein Frühwarnsystem entwickelt, das mit Hilfe eines Algorithmus die Wahrscheinlichkeit einer nahenden Welle errechnet. Für die Berechnung sind die MITler davon ausgegangen, dass Monsterwellen aus Wellengruppen heraus entstehen.

Im Gegensatz zu den normalerweise auftretenden, individuellen Wellen, die sich unabhängig voneinander bewegen, sind diese Wellengruppen im wahrsten Sinne des Wortes „gemeinsam“ auf der See unterwegs. Dabei wird Energie innerhalb der Gruppe ausgetauscht und kann sich auch zu massiven Energieblöcken zusammenfinden, aus denen dann wiederum Monsterwellen entstehen können.

Themis Sapsis, Leiter der MIT-Forschungsgruppe, hat im Laufe der vergangenen Jahre mit seinen Kollegen unzählige Daten von Hochseebojen ausgewertet. Er ist zu dem Schluss gekommen, dass die Länge und Höhe solcher Wellengruppen Aufschluss darüber geben können, ob aus ihnen eine Monsterwelle entstehen kann.

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Auch große Schiffe laufen im Sturm Gefahr, von einer Freakwave beschädigt zu werden © MIT

Gemeinsame Dynamik

„Wir wissen nun, dass es sich nicht einfach nur um Pech handelt, wenn Monsterwellen entstehen. Diese Wellengruppen wirken zusammen, beeinflussen sich gegenseitig und tauschen Energie untereinander aus. Es sind diese Dynamiken, die das Phänomen „Monsterwellen“ überhaupt erst möglich machen!“

Noch sind Sapsis und seine Mitarbeiter beim MIT mit ihrem „Frühwarnsystem“ in einer Erprobungsphase. Sie testen aktuell ihren Algorithmus noch im Wellenbecken und werten weiterhin Daten von Hochseebojen aller Ozeane aus. Doch als wissenschaftliche Veröffentlichung im „Journal of Fluzid Mechanics“ hat das Prinzip bereits viel Aufmerksamkeit unter Reedern, bei der Marine und bei der US Küstenwache erreicht.

Great news for all Knowledgeable Sailors

Website MIT

Wikipedia zum Thema “Monsterwelle”

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