Unendliche Geschichte um Bodden-Hafen geht weiter

Nothafen Darßer Ort: 645.000 € versenkt!

Von Tommy Kaltofen Yachtblick

Der Nothafen Darßer Ort ist seit vielen Jahren ein Ärgernis in der Segelszene und Gegenstand einer Behörden-Posse.

Die Gemeindevertreter des Ostseebads Prerow auf dem Darß haben sich gegen den Neubau eines Hafens in ihrer Gemeinde ausgesprochen.

Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass ein Etappenhafen zwischen Rostock und Barhöft den Yachttourismus in der Gemeine Prerow massiv Geld bringen würde, aber ein Gutachten der Fachhochschule Stralsund hatte im März schwerwiegende Risiken für den Neubau beschrieben.

Der rund 30 Millionen Euro teure Hafen, der auch als Ersatz für den umstrittenen Nothafen Darßer Ort dienen sollte, könne in seiner aktuellen Planung als unrealistisch betrachtet werden, lautete das Resultat des Gutachtens. Der Gutachter stellte unter anderem fest, dass statt der 250 geplanten Liegeplätze 400 nötig seien.

Ob die Jungs von der Halbinsel da nun Geldverdienen oder sich finanziell ruinieren ist mir persönlich absolut egal, denn ich habe nix von etwaigen Chartertouristen vor meine Haustür, mir geht es nur um die Sicherheit im Seegebiet.

Im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung in dem Glauben, dass die Prerower dem seit langem erwünschten Neubau grünes Licht geben werden, der letztmaligen Ausbaggerung der versandeten Einfahrt des Nothafens zugestimmt. Der Nothafen ist Liegeplatz des Seenotrettungskreuzers Theo Fischer.

Prerows Bürgermeister Meller betonte, dass der weitere Betrieb des Nothafens die ökologisch und ökonomisch sinnvollste Lösung ist. Dies ist nach Ansicht meiner Kumpels vom WWF wegen der Lage des Nothafens im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft aber unmöglich.

Der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) zeigte seine Bereitschaft für einen Hafenbau in seiner Stadt. Er habe bereits Gutachten zur Machbarkeit in Auftrag gegeben, so Kuhn. Mit ersten Ergebnissen rechne er noch vor Weihnachten. Ende Februar soll klar sein, ob der Hafen gebaut werden kann. Sollten die Gutachten positiv ausfallen, stünde einem Hafen-Neubau nichts im Wege. Entsprechende Beschlüsse der Gemeindevertretung lägen seit Anfang 2010 vor.

Die als Inselhafen angelegte Marina würde etwa 30 Millionen Euro kosten. In Europa wäre das ein einzigartiger touristischer Anziehungspunkt. Zudem gebe es in Zingst eine größere Bereitschaft zum Hafen-Neubau. Wirtschaftsminister Seidel setzt ebenfalls auf eine Lösung in Zingst, ergänzt aber, die Baukosten für die Marina seien nicht verhandelbar. Genaues werde jetzt in einer Machbarkeitsstudie ermittelt. Schlotmann hofft auf einen Baubeginn für den Inselhafen Zingst im Jahr 2012.

Der Streit um diesen Hafen ist nicht nur nervig er kostet auch Geld! Laut einem Bericht in der NDR Mediathek wurden bereits 400.000 € in die Planung des Hafens Prerow investiert! Hinzu kommt, dass auf Wunsch der Naturschützer im letzten Jahr ein Teil der Steganlage im Hafen Darßer Ort abgerissen wurde – Kosten: 45.000 Euro!

Dass man einen maroden Steg im Nationalpark nicht vergammeln lässt ist klar – aber besagter Steg war erst im Jahre 2004 für ca. 200.000 Euro gebaut worden und kann daher noch gar nicht so schlecht gewesen sein. Fassen wir zusammen 645.000 Euro ohne das irgendwo auch nur ein Festmacher auf einem Poller gelandet ist! Hinzu kommen sicherlich Prozesskosten und die neue Machbarkeitsstudie in Zingst!

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei seinen braven Steuerzahlern bedanken! Steuern sind wichtig und mit ihnen wird verantwortungsvoll umgegangen, wer etwas anderes behauptet lügt!

Entscheidung gegen Seehafen Prerow! 645.000 € versenkt!

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Unendliche Geschichte um Bodden-Hafen geht weiter“

  1. avatar Manfred sagt:

    Das nenne ich mal eine Klasse Zusammenfassung ohne Polemik. Vielen Dank dafür!
    Die Kosten für die mannigfachen Gutachten sind ja noch nicht einmal mitgerechnet. Die werden in Schleswig Holstein auch ständig unter den Tisch gekehrt, zahlt ja der Steuerzahler und nicht die Verwaltung, die ja eigentlich die notwendige Kompetenz (auch weil vor Ort) besitzen sollte. Jemand einen Tipp wie man sich wehren kann?

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  2. avatar MV Fan sagt:

    Es ist wahrscheinlich am umweltschonendsten den alten Hafen weiter zu nutzen. Wie wäre es alternativ mit einem Bojenfeld, das von einem Wellenbrecher geschützt wird? Es wäre preiswert und würde Schutz für Yachten bieten. Nur an Land zu kommen wäre schwierig. Aber da könnte man ja einen Shuttle Service einrichten.

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