Extremsport-Profis Christian Redl und Philipp Benda mit Gummi-Kat durch das Mittelmeer

Im knallroten Gummiboot...

Österreichisches Seestück. Der Gummikatamaran ist nach einer Woche auf See in Tunesien angekommen. © Thomas Tschernitschek

In Whisky-Fässern die Niagara-Fälle hinunter, auf dem Surfbrett über den Pazifik, mit dem Ruderboot über den Atlantik… die großen Wasser dieses Planeten auf und in kleinsten Schwimmkörpern zu bewältigen, reizt seit jeher. Und nun eben mit einem aufblasbaren Katamaran 380 Seemeilen nonstop durchs Mittelmeer. Liest sich vergleichsweise lapidar? War es aber nicht…

Die letzten Meter für das Gummiboot in Begleitung. © Thomas Tschernitschek

Der mehrfache Weltrekordler im Apnoe-Tauchen Christian Redl (35) und der 38 jährige Speedflyer Philipp Benda waren auf ihrem 4,65 m langen, aufblasbaren Serienkat („passt auf jedes Autodach“) am 22. August in Albisola, 15 sm westlich von Genua losgesegelt.

Die sowieso nicht sehr üppigen Quadratmeter Netzfläche zwischen den luftigen Auslegern bedeckten Proviant, Trinkwasser, Rettungsinsel und Bekleidung. Als sich die beiden Sportler hinzu gesellten, war die Belastungsfähigkeit des Bootes schon im Hafen am Limit.

Der Flieger Benda (l) und der Taucher Redl nach ihrem Mittelmeer-Törn. © Thomas Tschernitschek

Als Ziel wurde der tunesische Badeort Hammamet angepeilt, die Route verlief zunächst westlich Korsika, durch die Straße von Bonifacio, dann östlich von Sardinien und schließlich „über das offene Mittelmeer“ hinunter nach Nordafrika.

Wie nicht anders zu erwarten, bereitete den beiden relativ unerfahrenen Seeseglern (trainiert wurde im österreichischen Burgenland, also auf dem Neusiedler See!) vor allem die obligatorischen Wetterkapriolen größte Sorgen. In den ersten 3 Tagen saßen sie prompt in einer der typischen Flauten des Ligurischen Meeres vor Genua fest. Immerhin erhielten sie Anstandsbesuche von Pottwal, Delfin und Mantarochen.

Der Kurs. 380 Meilen von Italien nach Tunesien. © Thomas Tschernitschek

Westlich von Korsika dann der – dort nicht gerade seltene – Nebel, von dem sie „überrascht“ wurden. Auch hier gab es eine Begegnung der vermeintlich dritten Art, als sie plötzlich in den Scheinwerferkegel eines Tankers blinzelten, der sie auf dem Radarschirm entdeckt hatte.

Es folgten 30 kn Wind und sechs Meter hohe Wellen (das ORF berichtete sogar von zehn Meter-Brechern), genug Zutaten, die Extremsegeln nervenaufreibend machen: Permanente Nässe, strikter Schlafentzug, ständig Angst, die Kiste könnte kentern oder auf irgend etwas klatschen, wonach aus dem gesamten Abenteuer buchstäblich „die Luft heraus wäre“.

Extrem-Training am Neusiedler See. © Thomas Tschernitschek

Eine Woche waren die Crew nonstop unterwegs, kauernd auf engstem Raum, ohne Dach über dem Kopf, keine Toilette, nur Tütennahrung. Als die tunesische Küste vor Hammamet am Montag Abend in Sicht kam, wurden sie von den Ausbildungskatamaranen eines Sportclubs bis zum Strand eskortiert. Im Ziel dann die übliche (aber auch verständliche) Freude über eine baldige Dusche und mit heiler Haut davon gekommen zu sein.

Bleibt die Frage nach dem „warum?“ Christian Redl, der eng mit Thomas Tschernitschek als Manager sowie Mental- und Hypnoseoach zusammenarbeitet, verweist auf das „Sharkproject“.

Das Sportgerät. Ein handelsüblicher Gummikat. © Thomas Tschernitschek

Die stopp-finning-Kampagne wendet sich gegen das Massenschlachten von Haien auf hoher See. Jeder Meter der Reise könne „gekauft“ werden, der Reinerlös komme der Hai-Charity-Aktion zugute.

avatar

Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier

Spenden
https://yachtservice-sb.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *