Unfall: Deutsche Gäste auf Traditionsschiff von Gaffel erschlagen

Tragisch

Am Sonntag sind im Hafen von Harlingen drei deutsche Gäste von der herabstürzenden Gaffel des Zweimasters “Amicitia” getroffen worden. Die 19-, 43- und 48-jährigen Familienmitglieder sind verstorben.

Der Toppmast der „Amicitia“ ist gebrochen und die Gaffel an Deck gestürzt. © Politie Fryslân

Der Toppmast der „Amicitia“ ist gebrochen und die Gaffel an Deck gestürzt. © Politie Fryslân

Das Unglück passierte beim Einlaufen in den Hafen von Harlingen am IJsselmeer. Der obere Teil des Mastes knickte ab und die schweren Gaffel stürzte mit dem Segel herab. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich neben dem 51-jährigen Skipper und seiner Frau 12 Gäste aus der Oberpfalz an Deck auf, die offenbar einen Familienausflug unternahmen. Drei Familienmitglieder starben.

Der Mast-Stummel der „Amicitia“ © Politie Fryslân

Der Mast-Stummel der „Amicitia“ © Politie Fryslân

Dabei ist es rätselhaft, warum der Mast der 24 Meter langen „Amicitia“ von oben kam. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, deshalb wird in der niederländischen Segelszene noch viel spekuliert. Die Fragen drehen sich um den Zeitpunkt des Unglücks.

Wenn es sich tatsächlich beim unmittelbaren Einlaufen in den Hafen ereignet hat, dürfte das Segel nicht gesetzt gewesen sein. Ob sich dann beim Manövrieren ein Stag oder Fall an einem externen Hindernis verfangen hat? Oder der Unfall hat sich beim Bergemanöver unmittelbar vor der Anfahrt zum Hafen beim Hantieren mit den Fallen ereignet.

Die Polizei untersucht das Unglücksschiff „Amicitia“ © Politie Fryslân

Die Polizei untersucht das Unglücksschiff „Amicitia“ © Politie Fryslân

Schon vor drei Monaten ist die holländische Traditionsschiffahrt mit einem ähnlichen Vorfall in Verruf geraten. Dabei war der Mast des Klippers “Poolster” über Bord gegangen und vier Gäste wurden verletzt.

Der Klipper "Poolster" brach seinen Mast im Mai. © KNRM Harlingen

Der Klipper “Poolster” brach seinen Mast im Mai. © KNRM Harlingen

 

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4 Kommentare zu „Unfall: Deutsche Gäste auf Traditionsschiff von Gaffel erschlagen“

  1. avatar yr sagt:

    Sieht bei genauerer Betrachtung aus wie ein besserer Strommast. Unkonserviert. Und so wie der Bruch aussieht auch verdammt morsch. Gesundes Holz würde mehr splittern.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 12

  2. avatar Katrin sagt:

    Auf solche Kommentare, von denen, die alles wissen und im Nachhinein besser wissen, haben wir gewartet. Als ob man von dem Bild auch nur irgend einen Rückschluss auf den Zustand des Mastes führen könnte…Egal, was die Ursache war, ein Unfall, der nie hätte passieren dürfen. Im Gedanken bin ich bei den Familien der Verunglückten und bei den Eignern des Schiffes, für die dieser Unfall genauso tragisch ist.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 7

  3. avatar kim sagt:

    ala Moitessier…
    Telegrafenmast, seit jahren unlackiert, mit trockenfauler Pilzstelle…
    soetwas lässt sich schon mutmassen.
    Ich denke an mein Achterstag und die Püttinge und werde dass Unglück von Harlingen zum Anlass nehmen
    mein eigenes Rigg zu verstärken.
    Ein Freund stand auf dem Bugspriet seines Golant Gaffers. Es gab keine Flecken oder Anzeichen im Holz,
    der Lack erstklassig und doch:
    Ein Pilz hatte die Sipere so geschwächt dass sie kurz vor dem Steven brach.
    Es gab KEINE sichtbaren Anzeichen einer Schadstelle.
    Genau das kann ich mir in diesem Fall vorstellen….
    Unsichtbare Schadstelle im Kernholz…
    Dazu kommt dass ein unverleimter , voller Mast wohl auch anfälliger für solche gefährlichen Überraschungen ist.
    Mein ganzes Beileid.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 3

  4. avatar Prospero sagt:

    Harlingen liegt nicht am IJsselmmer, sondern am Wattenmeer. Dort herrschten am Sonntag raue Bedingngen, Starkwind mit Böen bis 7 bft aus SW.,vor der Hafeneinfahrt starker querlaufender Tidenstrom bis 3kn aus NO.
    Been there, seen it.

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