Optimistisch: Yacht-Skipper beharrt auf Vorfahrtsrecht – von 27 Meter Kat überfahren

Zwischen die Hörner genommen

Der polnische Offshore-Held Roman Paszke hat mit seinem 27-Meter-Katamaran „Gemini 3“ bei der XVI Regaty Unity Line eine Yacht überfahren und ihr Rigg gekappt.

Das war wohl etwas sehr optimistisch. Der Skipper eines polnischen Einrumpfers wollte kurz nach dem Start zu einer polnischen Langstrecken-Regatta noch mal schnell den 27-Meter-Katamaran von Roman Paszke ausbremsen, aber dann hing er auch schon zwischen den Rümpfen fest.

Eigentlich scheint die Yacht mit Wind von Steuerbord klar Vorfahrt vor dem riesigen Katamaran auf dem anderen Bug zu haben. Aber möglicherweise hat das nahe Land Paszke dazu bewogen, Raum zum Wenden zu verlangen.

Paszke, Weltumseglung, Megakat,

Roman Paszke vor seiner Weltumseglung gegen den Wind © martinez/paszke

In jedem Fall ist die Begegnung des Riesen mit dem Einrumpfer regeltechnisch von großen Schwierigkeiten geprägt. So muss sich auch ein Boot mit Vorfahrt eine Kollision vermeiden. Hier erwischt David aber den Goliath in einer Situation offenbar nach einer Wende, in der er kaum Möglichkeiten zum Manövrieren hat.

Eigentlich sollten sich so unterschiedlich große Schiffe nicht unbedingt bei einer Regatta zu nahe kommen. Normalerweise sorgen Veranstalter dafür. Bei den extrem verschiedenen Schiffsgrößen fehlt das Verständnis für den Speed und die Manövrierbarkeit des Kontrahenten.

Gescheiterter Rekordversuch

So ist der Katamaran nicht für schnelle Wende- und Ausweich-Manöver gemacht. Roman Paszke ließ „Gemini 3“ 2007 bei der renommierten schwedischen Marström-Werft bauen, um den damals neun Jahre alten Rekord des Franzosen Jean-Luc van den Heede zu brechen, der die Welt gegen den Wind und die Strömung  in 122 Tagen umsegelt hatte.

paszke, Rekord, Weltumseglung

Roman Paszke gibt auf einem Video von Bord der Gemini 3 bekannt, dass er seinen Rekordversuch rund um die Welt gegen den Wind aufgeben wird! © paszke

Zweimal scheiterte der Pole an dem Rekord. Zuletzt musste er 2013 am Kap Hoorn aufgeben, als ihn schweres Wetter zum Warten umd Umkehren zwang. Im Jahr davor drehte er ab, nachdem sich das Fundament des Dieseltanks gelockert hatte.

Paszke gilt bei seinen Landsleuten als Hochseeheld. Neben unzähligen Regattaerfolgen (u.a. 2000 bei The Race – Teilnahme auf WARTA-POLPHARMA als Skipper) gewann er vor allem die Herzen seiner Landsleute, als er noch zu Zeiten kommunistischer Herrschaft im Osten den ersten polnischen Regatta-Eintonner bauen ließ: 1987 entstand die “Gemini 1”, das Schwesterschiff der berühmten Admiral’s Cupper „Saudade“ und „Outsider“.

Der (kostenlose) Cupper-Riss stammte von keinem anderen als Rolf Vrolijk, der es sich nicht nehmen ließ, in Polen die Pläne persönlich Roman Paszke zu überreichen. Die beiden verbindet seitdem eine enge Freundschaft.

Der Maxi-Katamaran “Gemini II” in Aktion:

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

3 Kommentare zu „Optimistisch: Yacht-Skipper beharrt auf Vorfahrtsrecht – von 27 Meter Kat überfahren“

  1. avatar Silberbeil sagt:

    Für mich sieht das regeltechnisch klar aus. Beide haben gedacht es geht gut, und dann ist der Katamaran mit dem Bugspriet im Achterstag hängengeblieben. Wenn der Kat das Groß gefiert hätte, dann wäre es wohl auch gut gegangen.

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 5

  2. avatar Jan sagt:

    Hey, auf dem einen Bild steht Click to Close, aber es passiert nichts. Muss das so?

    Und hauptsache, er hatte Recht…….

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  3. avatar Jan sagt:

    Und Groß fieren ist übrigens ne spitzen Idee auf so nem Dampfer……n Eimer hätte es vielleicht auch getan.

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *