Pflanzen-Plage: Wassersportler am Baldeneysee rufen Politiker zum Handeln auf

Die grüne Pest

Die Segler am Baldeneysee drängen, dass das Zuwachsen des Gewässers von der Politik als Problem wahrgenommen wird. Die Schwierigkeiten der DLRG bei der Menschen-Rettung könnten ein Hebel sein.

Die Wasserpflanzen-Plage auf dem Baldeneysee aus der Luft. © Ruhrverband

Die Wasserpflanzen-Plage auf dem Baldeneysee aus der Luft. © Ruhrverband

Das Problem der Wasserpest an den Seen im Umfeld der Ruhr ist seit gut zwei Jahren bekannt: Die verbesserte Wasserqualität führt zu starkem Grünpflanzen-Bewuchs. Aber Lösungen wurden bis jetzt nicht gefunden. Und noch nie war die Situation so dramatisch, wie in diesem Jahr.

Viele Wassersportler halten die Aktivitäten des Ruhrverbandes für nicht ausreichend. Deshalb versuchen sie jetzt verstärkt, die Politik für das Problem zu interessieren. So hat sich die Interessengemeinschaft Baldeney in der gut 50 Wassersport-Vereine mit rund 6000 Mitgliedern organisiert sind, mit einem Hilferuf an die Bezirksregierung und den Oberbürgermeister gewandt.

Man wolle “gemeinsam mit Stadt und Ruhrverband  einen Maßnahmenplan zur Erhaltung dieses einmaligen Sport- und Freizeitreviers erarbeiten und realisieren”. Schon jetzt werden am See fieberhaft Methoden ausprobiert, um das Grün vom Wasser zu entfernen, aber eine einfache Lösung gibt es wohl nicht.

DLRG schlägt Alarm

Wenn nur die Wassersportler ein Problem haben, könnte die Tragweite möglicherweise nicht ausreichen, um intensive Maßnahmen zu beschließen. Aber es zeichnet sich ab, dass die Wasserpest weitere Nebenwirkungen wie Geruchsbelästigung durch das Faulen der Pflanzen mit sich bringt.

Grüner Teppich vor dem Hafen am Baldeneysee. © WDR

Grüner Teppich vor dem Hafen am Baldeneysee. © WDR

Außerdem schlägt die DLRG Alarm, die gut 200 Rettungseinsätze im Jahr hat. Man könne den Baldeneysee in gewissen Bereichen nur noch mit geringer Geschwindigkeit befahren, da sich die Algen um die Propeller wickeln. Und ein Sturz ins Wasser sei lebensgefährlich, wenn sich die Pflanzen um Arme und Beine wickeln.

Nun geht es um die Kosten für Gegenmaßnahmen. So wird der Einsatz des vom Ruhrverband eingestzten  Mähbootes auf 2000 Euro am Tag beziffert. Die Behörden sollen sich daran beteiligen, auch wenn die Wassersportler glauben, dass diese Maßnahme nicht mehr viel bringt.

Für sie ist die aktuelle Saison ohnehin verloren. Es geht darum, generell den Baldeneysee und die zahlreichen Reviere in der Nachbarschaft dauerhaft für den Wassersport zu erhalten.

 

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Carsten Kemmling

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