Promi-Segler: Ex-Tatort-Kommissar Boris Aljinovic gewinnt Fahrten-Wettbewerb

"Hochqualifizierter Blauwassersport"

13 Jahre lang ermittelte Boris Aljinovic in der Tatort Serie. Nun hat er einen Hochsee-Preis gewonnen. Das muss nicht viel heißen, aber Aljinovic hat schon wahrlich große Törns unternommen.

Boris Aljinovic ist ein eingefleischter Segler. © privat

Boris Aljinovic ist ein eingefleischter Segler. © privat

 

Es gibt Promis, die sich gerne mit dem Segeln schmücken. Sie hoffen, dass es ihrem Image dient. Es gibt aber auch die Promis, die um ihre Leidenschaft nicht viel Aufhebens machen. Sie sind wie unsereins dem Segel-Virus verfallen und üben das Hobby im Hintergrund aus. Dann wundert man sich, wenn plötzlich ein echter Seebär zum Vorschein kommt, den man sonst eher durch Auftritte in der Öffentlichkeit kennt.

So einer ist Boris Aljinovic (48). Der Schauspieler ist einem Millionen-Publikum als  Kommissar im Berliner „Tatort“ bekannt. Nun zeichnet ihn die Kreuzer-Abteilung des DSV bei ihrem Fahrtenwettbewerb mit Goldmedaille und einem Wanderpreis für seine Leistungen auf See aus.

Qualifizierte Unterlagen eingereicht

Es mag nicht immer einfach zu verstehen sein, wie Fahrten-Reisen mit Preisen honoriert werden können. Es geht schließlich nicht um eine höher-, schneller-, weiter-Leistung. Aber die Jury zeigte sich begeistert, und spricht von “hochqualifiziertem Blauwassersport”.

Das soll aus den von Aljinovic eingereichten Unterlagen zu ersehen sein. Die Qualität der Aufzeichnungen war offenbar so gut, dass die Juroren darin “harte, teilweise entbehrungsreichen Herausforderungen”erkennen. Die seien “nur durch ein hohes Maß an Schiffsführerkompetenz, seemännisches Stehvermögen und Disziplin zu meistern.”

Ungeachtet der generellen Herausforderung, aus “Unterlagen” den Wert eines Törns ermitteln zu können, ist es unbestritten, dass der Schauspieler ein ordentliches 2951 Seemeilen-Abenteuer gemeistert hat. Im Sommer 2015 segelte er  im Atlantik von Lanzarote vorbei an Madeira und den Azoren in den englischen Kanal, in die Nordsee und von dort über die Elbe nach Hamburg. Dabei war das Mitglied er Schiffergilde zu Berlin überwiegend einhand auf seiner 9,75 Meter langen Yacht „Dill“ vom Typ Contessa 32 unterwegs.

Aljinovic erhielt dafür die Goldmedaille der Kreuzer-Abteilung des DSV in der Kategorie Hochsee sowie den Arthur-Doerwaldt-Gedächtnis-Preis für die beste Segelreise des Jahres 2015 in einem Boot unter zehn Meter Länge.

Segeln auf dem Wannsee gelernt

Der Berliner hat als Junge den Wannsee mit Jugendjollen besegelt und den Sport von der Pike auf gelernt. Aber auf die hohe See zog es ihn erst im Alter von dreißigJahren. Nach den deutschen Scheinen machte er auch den Yachtmaster in England und war damit umfassend für den großen Törn ausgebildet.

Ach privat hat Aljinovic alles auf die Segelei abgestimmt. Er trennte sich von der Schauspiel-Kollegin Antje Westermann mit der er einen gemeinsamen Sohn hat und ist inzwischen mit der Medizinerin Melanie Aalburg liiert, die regelmäßig als Skipperin bei der Segelkameradschaft Wappen von Bremen segelt.

Seit Aljinovic Anfang 2014 nach 13 Jahren die Rolle des Tatort Ermittlers Felix Stark abgeben musste, widmete er sich mehr und mehr dem Segeln. “Einhand in zweieinhalb Tagen von Lanzarote nach La Palma sind so Törns, bei denen dem Berliner heute die Augen leuchten, auch wenn es mal aufbrist”, erzählte er der Bremer Zeitschrift Sportschipper.

Vater-Sohn-Tour

Dort heißt es weiter: “Als er im vergangenen Jahr mit seinem damals noch 15-jährigen Sohn vor Gomera von 40 Knoten Wind erwischt wurde, konnten Boot und Crew zeigen, was sie können: „Erst hat mich mein Sohn angemacht. Dann ging unsere Windfahne kaputt, und er hat seine Wachen stundenlang an der Pinne gestanden. Das war gut.“ Und so zielen auch die Pläne für die nächste ganz große Reise wieder auf eine Vater-Sohn-Tour: „Wenn er mit der Schule fertig ist, wollen wir zusammen mal rüber – auf einen Kaffee in die neue Welt.“

Diesen Törn peilt der Schauspieler, der bis Anfang Februar beim St. Pauli Theater auf der Bühne stand, für Juli an. Der Bild sagte er: „Ich werde mit meinem Sohn Anatol nach seinem Abi im Juli bis November einen Segeltörn machen, das haben wir uns lange vorgenommen. Es soll bis nach Island hochgehen, da muss ich noch die richtigen Seekarten besorgen.“

Eine solche Segel-Auszeit wagen nicht viele in einem Business, das auf häufiger Präsenz in der Öffentlichkeit beruht. Aber Aljinovic glaubt, es sich leisten zu können. Er ist gut im Geschäft, besonders als Theater-Schauspieler. Außerdem sei das Segeln einfach seine Leidenschaft. Keine Frage, dieser Promi ist einer von uns.

Die Gewinner der Wanderpreise des Fahrtenwettbewerbs 2015

• Commodore-Preis – Herausragende Leistungen im Fahrtenwettbewerb
Hans Böbs, Yachtclub Fischereihafen Travemünde

• A.-G.-Nissen-Preis – Nordseepreis
Peter Lühr, Verein Seglerhaus am Wannsee

• Ostseepreis
Joachim Blanck, Segel-Club Argo 1909

• Arthur-Doerwaldt-Gedächtnis-Preis – für Boote unter 10 m Länge
Boris Aljinovic, Schiffergilde zu Berlin

• Binnen-Küste-Preis
Michael Seifert, Spandauer Yacht-Club

• Silberne Möwe – Jugendpreis
Karolina Brandenburg, Viktor Floß, Paula Charlotte Schälke, Kieler Yacht-Club

• Fluss- und Seenpreis
Heinz Gottschalk, Cöpenicker Segler-Verein

• Familien-Preis
Prof. Rainer Taprogge, Blankeneser Segel-Club

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *