Promisegeln: Joachim Gauck über seine Segelleidenschaft

"Erstmal segeln"

Es ist interessant, wenn Menschen, die im Rampenlicht stehen, eine Schwäche für die Freizeitbeschäftigung teilen, die auch unsereins umtreibt. Nun hat sich der ex Präsident geoutet.

Was hat er denn nun vor? Diese Frage wird Joachim Gauck beim Abschied aus dem Bundespräsidenten-Amt besonders häufig gestellt. Er sagt dann, er freue sich auf die Erholung, und dass er nicht immer seine Meinung sagen müsse.

Gauck bei der Eröffnung der Sail Bremerhaven 2015. © Bundespräsident.de

Dabei macht der 77-Jährige keinen Hehl daraus, dass seine Gedanken um die Segelei kreisen. Und das ist bei ihm nicht nur so dahin gesagt, wie bei anderen Prominenten, die sich gerne mit einem coolen Hobby brüsten. Denn der Politiker hat schon als Kind das Segeln erlernt und fröhnt der Leidenschaft bis heute.

Es gibt nur wenige Bilder, die Gauck bei der Ausübung seiner Freizeitbeschäftigung zeigen, aber man merkte ihm bei offiziellen Anlässen mit maritimem Hintergrund an, dass er ein Faible für das Wasser hat. Er besuchte die “Gorch Fock”, eröffnete 2014  die Kieler Woche und ein Jahr später nahm er bei der Sail 2015 in Bremerhaven auf der Weser die Windjammerparade ab.

Fernweh aber auch Sorgen

Bei seiner Eröffnungsrede zur Sail sagte er:  „Mannschaftsgeist, Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit – diese Brise, die hier auf der Sail so kräftig weht, die gefällt mir“. Es gehe bei der Seefahrt um Abenteuerlust, Fernweh und Sehnsucht, allerdings auch um harte Arbeit, Gefahren, Nöten und Sorgen.

Offen berichtet er Journalisten über seine Pläne für den Ruhestand: “Ich habe manchmal so einen Traum, völlig losgelöst zu sein von all den Konflikten und Problemen und Fragestellungen, die mich jetzt im Amt tagtäglich bewegen; vielleicht ist das verständlich. Aber ich kenne mich auch ein bisschen, das wird so nicht passieren. Ich werde ein bisschen segeln, aber nicht um die Welt – und ich werde den Probleme nicht davon segeln.”

Der Stern-Journalist Christian Irrgang durfte Joachim Gauck als einziger Fotograf exklusiv zwei Jahre lang begleiten. Bei der Beschreibung einer Fotoausstellung mit privaten Bildern vom Präsidenten schreibt er: “Hier sitzt nicht der Bundespräsident im Boot, hier sitzt der Kapitänssohn, der schon als Junge stundenlang allein in seinem Holzboot kreuz und quer über den Bodden gesegelt ist. Sobald er auf dem Wasser ist, sagt er, fühle er sich völlig frei. Und wie alle Anspannung von ihm abfällt, das kann man wie in einem Zeitraffer sehen, wenn man sein Gesicht beobachtet.”

Segler kennen diesen Effekt zur Genüge, egal wo und wie man sich vom Wind über das Wasser bewegen lässt. Gauck teilt diese Leidenschaft auch mit König Harald von Norwegen. Und brach er schnell das Eis mit einem passenden Geschenk. 2014 überreichte  er eine bei der Hamburger Segel-Malerin Heinke Böhnert in Auftrag gegebene Arbeit 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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