Rekordsegeln: Gabart alleine schneller am Kap der Guten Hoffnung als Peyron mit Crew

Zurück auf der großen Bühne

Was Francois Gabart auf seinem 100 Fuß Trimaran gerade abliefert, wird immer unglaublicher. Nach dem 24 Stunden Einhand-Rekord segelte er jetzt den schnellsten Segel-Trip aller Zeiten zum ersten Kap.

Macif ist eine Tonne leichter als sein Gegner. © Vincent Carutchet

Der 34-jährige Franzose hatte schon die 24-Stunden-Zeit aufs Erstaunlichste (85 Meilen) unterboten, aber die Dimension seiner Leistung wird jetzt erst klar, weil er auf dem Weg vom Start bei der Insel Ouessant zum Kap der Guten Hoffnung auch die absolute Zeit unterboten hat.

Peyron war der Größte mit seiner Crew 2012. © BCPE

Die wurde noch von Loïck Peyron und seiner 13-köpfigen Crew auf dem 40 Meter-Tri “Banque Populaire V” gehalten, der 2012 in 11 Tagen und 21 Stunden bei seinem Jules Verne Rekord 50 Minuten langsamer war.

Gabart hat den Atlantik in Rekordzeit verlassen.

Gabart, der Sieger der Vendée Globe 2012-2013 schien nach dem Rummel um ihn erst einmal genug vom Rampenlicht zu haben und näherte sich eher langsam und leise seinem neuen Sportgerät, dem 100 Fußer Tri “Macif”. Gerade erst wurde er Vater seines zweiten Kindes, und die Familie schien mehr in den Vordergrund zu rücken. Aber steht der Mann wieder auf der großen Bühne.

“Schwer ins Grübeln geraten”

Er hatte seinen Um-die-Welt-Rekordversuch eher vorsichtig angekündigt und zu bedenken gegeben, dass die Einhand-Bestmarke von Thomas Coville schwer zu schlagen sein werde. Im September sagte er: „Seit Thomas’ Rekordfahrt bin ich schon schwer ins Grübeln geraten. Es könnte sein, dass ich’s schaffe. Die Chancen stehen aber genauso hoch, dass ich an der Rekordzeit scheitere!“  

Der junge Hochsee-Star gefällt sich im Understatement. Dabei hat er schon mehrfach gezeigt, dass seine “Macif” der “Sodebo” überlegen ist. Schließlich schwimmt Covilles Racer schon seit 13 Jahren auf den Weltmeeren. Olivier de Kersauson schuf den Tri als “Géronimo” und der wurde schließlich vom Sodebo Team 2013/14 umfassend modifiziert.

 

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“Sodebo und Macif ” jagten beim Transat schon sieben Tage lang parallel zueinander über den Atlantik © Lloys/transat

 

Das Schiff ist immer noch schnell, wie es gerade bei der Transat Jacqes Vabre mit seinem Sieg gegen den neuen Gitana-Foiler zeigte. Aber der Rothschild-Tri hat seine erste Langstrecken-Regatta absolviert und seine Crew schöpfte das Potenzial längst nicht aus.

Mit Foils fünf bis sechs Knoten schneller

Da ist Gabart schon weiter. Zwei Jahre testet und optimiert er seinen 30 Meter Trimaran, und das Schiff ist mit 1,1 Tonnen leichter (14,5 t ) als “Sodebo”. Außerdem segelt er mit Tragflächen an den Rudern und unter den Leeschwimmern. Er glaubt, dass Macif dadurch fünf bis sechs Knoten schneller wird.

Dabei nutzt er die neue Technik nicht so radikal wie “Rothschild”, wo auch ein T-Foil unter dem Hauptrumpf für Auftrieb sorgt. Aber er lässt sich beim Semifoiling so massiv aus dem Wasser heben, dass geringe Gefahr zum Unterschneiden besteht, und er auch bei harten Bedingungen nicht vom Gas gehen muss.

Der Vendée-Sieger kennt sich aus im Südmeer, auch wenn er 2004 noch auf eine Olympia-Karriere im Tornado zielte, als er sich auf die Spiele in Athen vorbereitete. Aber vielleicht nutzt ihm diese Erfahrung auf dem Multihull jetzt auch auf dem großen Boot.

Der Vorsprung auf Sodebo wächst immer weiter.

Der Vorsprung auf den Sodebo-Rekord wächst jedenfalls immer mehr und beträgt jetzt schon 880 Meilen, was beim aktuellen Durchschnitt einen Tag und 13 Stunden entspricht. Doch nun wird es noch schwieriger. Unter Südafrika bildet sich ein Tief, das Wellen bis zu acht Meter erzeugt. Wetter-Router Bernot rät seinem Schützling etwas abzubremsen, um die härtesten Bedingungen zu umgehen. Außerdem steigt langsam die Gefahr, mit Eis zu kollidieren. Aber der wahnsinnige Ritt von Gabart geht weiter.

Macif Tracker

Der Durchschnitt Speed ist langsamer geworden aber immer noch hoch.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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