Revolution 22: Plattbug-Mini-Sieger jetzt als Fahrtenyacht

Platte Nase schiebt große Welle

Revolution22. Fahrtenyacht nach dem Vorbild des Plattbug Mini-Transat-Siegers. © AFEP Marine

Revolution22. Fahrtenyacht nach dem Vorbild des Plattbug Mini-Transat-Siegers. © AFEP Marine

Das war zu befürchten. Nach dem Mini-Transat-Sieg in Rekordzeit von David Raison vor einem Jahr mit seinem Plattbug Mini “Teamwork Evolution” hat die französische Werft Afep Marine in La Rochelle eine Fahrtenversion des schnellen Ungetüms auf den Markt gebracht.

Sie stellte die Révolution 22 auf der Grand Pavois Messe in La Rochelle vor und glaubt, dass diese Yacht das Fahrtensegeln revolutionieren wird. Das Aluminium-Schiff ist nur 6.80 Meter lang, besticht allerdings durch ein enormes Raumangebot im Vorschiff.

Der Aluminium Rumpf auf dem Kopf. © AFEP Marine

Der Aluminium Rumpf auf dem Kopf. © AFEP Marine

Die Segeleigenschaften mögen nicht schlecht sein, sie basieren aber nicht auf den Faktoren die den Mini “Teamwork Evolution” so schnell gemacht haben. So erklärte Jörg Riechers damals, dass nicht der ungewöhnliche Bug das Schiff so schnell mache.

“Das Schiff verfügt über eine komplizierte Mechanik, mit deren Hilfe sich der Kiel, wenn er „voll gekanted“  also nach Luv geschwenkt ist, von den erlaubten 2 Metern Tiefgang auf 2,30 Meter verlängert. Dadurch erhöht sich der aufrichtende Moment, das Boot hat mehr Power.”

Der stumpfe Bug platscht auf statt durch die Welle. © AFEP Marine

Der stumpfe Bug platscht auf statt durch die Welle. © AFEP Marine

Die Revolution 22 hat dagegen keinen Neigekiel. Sie möchte für 49.400 Euro durch Raumangebot und Optik bestechen. Es ist jedoch fraglich, ob die Zeit jemals reif ist, dass der Durchschnitt-Segler den Anblick dieser Plattbug Yacht ertragen könnte.

Technische Daten:

Länge über alles: 7,1 m
Rumpflänge: 6,8 m
Wasserlininien-Länge: 5,75 m
Breite:2,88 m
Gewicht:1,6 t
Fläche Großsegel: 19,5 m2
Fläche Vorsegel: 13,6 m2
Tiefgang: 0,5/1,5m (Hubkiel)

Eine ordentliche Beseglung soll die Revolution22 gut in Fahrt bringen. © AFEP Marine

Eine ordentliche Beseglung soll die Revolution22 gut in Fahrt bringen. © AFEP Marine

Vorne oder hinten? Schön ist das nicht. © AFEP Marine

Vorne oder hinten? Schön ist das nicht. © AFEP Marine

Das Geheimnis des hässlichen, schnellen Plattbug-Minis von David Raison ist der Kiel. ©  Loris Von Siebenthal

Das Geheimnis des hässlichen, schnellen Plattbug-Minis von David Raison ist der Kiel. © Loris Von Siebenthal

 

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Carsten Kemmling

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9 Kommentare zu „Revolution 22: Plattbug-Mini-Sieger jetzt als Fahrtenyacht“

  1. avatar NK sagt:

    In der Tat, ob das jemals ein Klassiker wird, darf bezweifelt werden…

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  2. avatar Digger sagt:

    Bin mal gespannt, wann die erste Yacht nach dem Vorbild der Ulstein X-Bow Schiffe kommt. Soll ja angeblich sehr gute Hochseeeigenschaften besitzen.

    http://www.ulsteingroup.com/kunder/ulstein/cms66.nsf/pages/shipdesign.htm?open&qnfl=flash#shipdesign/frontpage/shipdesign.itm

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  3. avatar T.K. sagt:

    OMG

    Das Ding gehört verboten!

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  4. avatar seven sagt:

    Na toll , ne segelnde Suppenkelle.

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  5. avatar Marc sagt:

    naja auch wenns nicht so super aussieht, dafür hat man nen schöne breite Vorschiffskabine 😉

    Vielleicht glitscht das Ding ja wirklich gut über die Wellen.

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  6. avatar Friedrich sagt:

    Das bringt mich auf ganz tolle Yachtbauideen: was könnte man nicht alles nehmen, Mast drauf, Kiel drunter, Ruder dran, los geht’s? Alte Badewannen, Müllcontainer, gebrauchte Caravans (inkl Innenausstattung), VW-Bulli (kopfüber), Whirlpools, Schwimmbäder. Fällt noch jemanden was mit Plattbug ein?

    Nein! Nein! Das braucht die Welt nicht, definitiv!

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  7. avatar Argonaut sagt:

    Ich verstehe das Problem nicht.

    Auf dem Ijsselmeer sieht man doch seit Jahrhunderten ähnlich anmutende Schiffe. 🙂
    Wenn das Ding einigermaßen gut segelt sehe ich kein Problem. Und, ob es ein Klassiker wird, kann man Heute wirklich noch nicht sagen. Diese (sehr einseitige) Diskussion erinnert mich ein wenig an den Aufschrei, der damals aus der Seglerszene zu vernehmen war, als E.G. Van de Stadt eine yacht mit geteiltem Lateralplan konstruierte. (http://www.segeln-magazin.de/portraet-eg-van-de-stadt/3471) Wenn ich ehrlich bin, dann schockt mich dieses Design weit weniger, als die Volumenrekorde, die einschlägige Werften heutzutage in Großserie an den Tag legen.

    In diesem Sinne.
    Segeln und segeln lassen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 13 Daumen runter 0

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