Robbe & Berking Sterling Cup: Alexander Falk ist in Flensburg mit “Flica II” wieder dabei

Neue, alte Ladies

Vor Glücksburg veredeln die Meter-Klassen das Bild von der Förde. Bei den Zwölfern ist der gefallene New-Economy-Star Alexander Falk erstmals wieder mit “Flica II” am Start.

Zwölfer

Faszination Zwölfer in der Flensburger Förde. © Ulf Sommerwerck

Die “Flica II” hat der Zwölfer-Flotte im Norden lange Zeit gefehlt. Ihr Besitzer Alexander Falks war nach einem umstrittenen Prozess zu vier Jahren Haft wegen versuchtem gemeinschaftlichen Betruges und Bilanzfälschung verurteilt worden und im August 2011 nach dem Absitzen von zwei Dritteln seiner vierjährigen Strafe in Hamburg entlassen worden.

Seitdem stand der schnelle Zwölfer in einer Halle. Falk hatte ihn 2000 erworben und nach einem aufwändigen Refit mit gutem Erfolg auf deutschen Regattabahnen gesegelt.

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“Flica II” in der Startphase. © Ulf Sommerwercklfer

Die 20,45 Meter lange “Flica II” war 1939 bei der W. Fife & Son-Werft von dem britischen Eigner Hugh Goodson in Auftrag gegeben worden, der mit ihr America’s Cup Ambitionen hegte. Das Schiff war eines der längsten in die Formel gebauten Zwölfer und die Linien sind aus dem Test von fünf Modellen im Schlepptank entstanden.

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“Flica II” segelt 1960 in Cowes hinter “Flica” (K16) und “Sceptre”. © Beken&Son

Aber die Leistungsfähigkeit von “Flica II” soll laut damaliger Berichte eine große Enttäuschung gewesen sein. Zwar glaubte die Szene, dass die Linien aus der Feder von Laurent Giles & Partners funktionieren können, aber das Rigg schien Probleme zu bereiten. Eignet Goodson realisierte schließlich erst nach den Kriegswirren seine America’s Cup-Herauforderung 1958 und benutzte das Schiff als Sparringspartner für den neuen Zwölfer “Sceptre”. Der hatte aber keine Chance gegen “Columbia”.

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“Flica II”, zurück auf dem Wasser. © Ulf Sommerwerck

Im Auftrag von Falk wurden Trimm und Linien etwas verändert, und so gilt “Flica II” inzwischen als vollauf konkurrenzfähig in der nordeuropäischen Flotte. Der Skipper meldete sich mit seiner Yacht bei der Premiere in Flensburg nach dem langen Aufenthalt an Land durchaus beachtlich zurück. Die ersten beiden Rennen Robbe & Berking Sterling Cup absolvierte er mit zwei vierten Plätzen in der Flotte von zehn Zwölfern.

Neu im Feld der alten Ladies ist diesmal auch der 1987 gebaute legendärer Kunststoff-Zwölfer „Kiwi Magic“,  der 1987 das Herausforderer-Finale des America’s Cups gegen Dennis Conner verlor. Der dänische Investor Johan Blach Petersen hat ihn für diese Saison nach Aarhus geholt und tritt in Flensburg erstmals gegen die alten Schwestern an.

Ergebnisse Robbe & Berking Sterling Cup

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“Kiwi Magic” an der Luvtonne auf der Flensburger Förde. © Ulf Sommerwerck

 

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Carsten Kemmling

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