Sailing Conductors: Von Kapstadt nach Rio – Rückblick mitten auf dem Atlantik

"Ohne Bart und Ahnung"

Die Sailing Conductors sind wieder mit ihrer “Marianne” unterwegs. Es geht von Kapstadt nach Rio de Janeiro. In der Flaute mitten auf dem Atlantik blicken sie zurück.

Sailing Conductors

Smutje Hannes und Kapitän Benny starteten ihr Abenteuer vor zwei Jahren. © Sailing Conductors

Unfassbar, wie die Zeit verrinnt! Heute sind es genau zwei Jahre, in denen „Marianne“ uns schon um die halbe Welt geführt hat. Eingepfercht über vierundzwanzig Monate auf immer den selben, unveränderlichen sieben Quadratmetern.

Mit unserem Haus auf Wanderschaft, unserem unscheinbaren Schneckenhäuschen, waren wir bereits in vierzehn unterschiedlichen Ländern auf drei Kontinenten und drei riesigen Weltmeeren. Den Pazifik haben wir ziemlich schnell hinter uns gelassen und der Indische Ozean war bis zum Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents, unser treuer Begleiter.

Nun sind wir in die kalte See des Atlantiks gestochen, der uns über Brasilien, durch die Karibik bis in die USA und hoffentlich auch heil nach Europa und Deutschland führen wird.

Vorbesitzer ging über Bord

Dass wir überhaupt so weit gekommen sind, grenzt fast schon an ein Wunder – oder an viele. Als wir damals nämlich mit unseren Gitarren und ein paar Klamotten auf den Salomonischen Inseln ankamen, um das Schiff zu übernehmen, hätten wir beinahe gleich wieder zurückfliegen können.

"Marianne" Sailing Conductors

“Schneckenhaus” der Sailing Conductors namens “Marianne”. © Sailing Conductors

Der Vorbesitzer hatte auf dem Weg zu den Inseln einen Unfall. Er wurde vom Baum an der Brust getroffen und in rauher See über Bord geschleudert. Allerdings konnte er sich mit letzter Kraft festhalten. Bei der nächsten Bewegung des Schiffes schaffte er es wieder an Bord.

Trotz zwei gebrochener Rippen und gebrochenem Brustbein, gelang es Paul, den sicheren Hafen zu erreichen. Dort trafen wir ihn und unter Schmerzen konnte er noch alles wichtige erklären, bevor er zurück nach Australien in ein Krankenhaus flog. Letztendlich ging es für ihn zum Glück alles gut aus.

Und auch unsere Crew, bestehend aus einem Captain ohne Hochseeerfahrung und einem Smutje ohne jeglichen Plan, konnte sich auf den ersten Trip nach Papua Neuguinea machen. Ohne Bart und Ahnung bestiegen wir unsere Marianne und sollten sie erst drei Wochen und eintausendfünfhundert Kilometer später wieder verlassen.

Bärtig und abgemagert

Natürlich lief beim ersten Törn nicht alles glatt. So blieb uns trotz einer ausgiebiger Thunfischdiät am Ende nur noch eine einzige Maisdose als Proviant und ein halber Liter Wasser. Bärtig und abgemagert sahen wir Leichtmatrosen nun auch schon fast wie echte Seemänner aus. Aber wir waren angekommen, das ist schließlich was zählt!

Sailing Conductors

Schöner Moment auf See. Die segelnden Dirigenten bezwingen gerade den Atlantik von Kapstadt nach Rio. © Sailing Conductors

Das ist nun schon lange her. Mittlerweile haben wir sogar genug Toilettenpapier, Zahnbürsten, frische Unterwäsche, Müsli und Musik an Bord, um so bequem und sicher wie möglich in den nächsten Hafen zu segeln. Wir sind zu einem starken Team zusammengewachsen, das gelernt hat, die guten Tage zu genießen und sich von den schlechten Tagen nicht entmutigen lässt.

Nach jedem Sonnenaufgang stürzen wir erst einen Kaffee und dann uns voller Abenteuerlust in den Dschungel fremder Kulturen, um die besten Musiker zu finden und für unseren Traum zu begeistern.

Erstes Musik Album im Sommer

Je weiter wir weg sind von zu Hause, desto öfter nehmen die Gedanken auch mal Reißaus und kämpfen sich über meterhohe Wellen in die grenzenlos ferne Heimat zu unseren Familien, Freunden, Fans und Helfern. Ohne eure Unterstützung wären wir ganz sicher nicht so weit gekommen. Nur Dank eurer Hilfe können wir im Sommer unser erstes Album, auf unserem eigenen Label veröffentlichen!

Doch bis dahin müssen wir noch die längste Etappe hinter uns bringen, die wir je am Stück gesegelt sind. Wir zählen für euch jeden einzelnen, der sechstausend Kilometer offenen Ozeans in den sechs bis acht Wochen nach Rio de Janeiro, Land Nummer fünfzehn auf dem vierten Kontinent. Unzählbar dagegen sind all die unglaublichen Erfahrungen, die wir schon machen mussten und durften, die uns verzweifeln, erstaunen und total ausflippen ließen.

Wir wollen mehr davon – Brasilien, wir kommen!

Webseite Sailing Conductors

Spenden
https://yachtservice-sb.com

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