Schlei-Petition: Ärger um den drohenden Verlust des Wasserstraßen-Status

Mithilfe erbeten

Die Anwohner der Schlei erhoffen Unterstützung für ihren Kampf um den Erhalt ihres Reviers als Bundeswasserstraße. Beim Verlust des Status droht die Versandung des Ostseefjords. Die Fahrrinne bis nach Schleswig würde nicht mehr ausgebaggert.

Schlei

Der freie Zugang zur Schlei ist durch den drohenden Statusverlust als Bundeswasserstraße gefährdet. © Ostseefjord Schlei GmbH

Seit einem Monat wehrt sich die Schlei-Region mit einer Petition intensiver gegen die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die im Juni 2012 beschlossen worden ist. Dabei geht es darum, dass der Bund die Gelder, mit denen unter anderem Wasserstraßen in Stand gehalten werden, anders verteilen will.

Auf der Streichliste steht unter anderem die Schlei, weil ihre Bedeutung als Transportstrecke für den Güterverkehr immer weiter abnimmt. Der Bund will sich das regelmäßige Ausbaggern sparen. Besonders im Bereich von Schleimünde ist die Versandung durch starke Strömungen ein Problem.

Die Schlei Anrainer bitten die Seglerschaft um Hilfe.

 

In der Petition ist das Anliegen der Ostseefjord Schlei GmbH an Verkehrsminister Ramsauer formuliert:

Darum geht es:
• Der Schlei droht im Zuge der WSV-Reform ein Verlust ihres heutigen Status als Bundeswasserstraße.
• Fahrwassermarkierung, Wassertiefenerhalt und Küstenschutz im Bereich Schleimünde wären damit nicht mehr im heutigen Maß und auf Kosten des Bundes gewährleistet.
• Die Schlei würde absehbar ihren Funktionen als Wassersportrevier, Fischereistandort und Wasserstraße für den Güterverkehr nicht länger so wie heute gerecht werden.

Das wollen wir erreichen:
„Wir“ sind eine Gruppe lokaler Wirtschaftsakteure (Tourismusorganisationen, Unternehmen, Vereine und Verbände, IHK Flensburg, WiREG) und Kommunen, die sich für den Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße einsetzt.

Wir wollen, dass…
• die Schlei auch in Zukunft betonnt ist, ihre Fahrwassertiefe kontinuierlich erhalten und der Küstenschutz im Bereich Schleimünde intensiviert wird.
• alle Segler die Schlei auch in Zukunft sicher erreichen und damit ihrer Freizeitbeschäftigung in unserer Region nachgehen können.
• Fischereiwirtschaft, Werftbetriebe und Wasserbauunternehmen an der Schlei weiterhin existieren können.
• die Schlei für Frachtschiffe bis Kappeln weiterhin sicher passierbar ist.
• die Schlei auch in Zukunft ein wirtschaftlicher Motor unserer Region bleibt und bestehende Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung gesichert werden.

Hier geht es zur Petition: Regionale Lebensader in Gefahr! – Zukunft für die Bundeswasserstraße Schlei

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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21 Kommentare zu „Schlei-Petition: Ärger um den drohenden Verlust des Wasserstraßen-Status“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Für Flußschifffahrt hab’ ich noch nie viel übrig gehabt, also laßt das Ding doch versanden… Die Natur freut’s.

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  2. avatar SR-Leser sagt:

    Wie kommt man dazu, vom Staat zu erwarten, dass er einem das Hobby subventioniert, indem er einem den Wasser-Spielplatz für teures Geld in Stand hält?

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    • avatar Olaf sagt:

      naja wenn dein Schiff in einem Hafen liegt, der durch Versandung vom Meer abgeschritten wird…würdest du auch anders argumentieren…..aber lass wir das. Ich als Gelegenheits- Autofahrer am Wochenende zahle ja auch fleißig meine KFZ Steuern, ob wohl ich eigentlich die Straßen nur ein 1/10 so stark nutze im Verhältnis zu anderen Verkehrsteilnehmer. Habe mir bisher immer eingeredet dass dies wohl ein Opfer sein muss um in diesem Sozialstaat zu wohnen. Zu ärgerlich wenn man in einer Stadt mit gutem öffentlichem Nahverkehr wohnt und das Auto nur am Wochenende für sein Hobby braucht.

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    • avatar Sven sagt:

      Weil um die Wasserstraße herum ne Menge Wassertourismus stattfindet. Das ist dann wieder ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor. Muss man sich fragen, ob man nur in Gewässer investiert, um hässliche dicke Frachter darauf fahren zu lassen (z.B. Elbe) oder auch um Tourismus zu erhalten.

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      • avatar SR-Fan sagt:

        Am Bodensee wird auch Wassersport betrieben und der Tourismus boomt auch – ganz ohne Bundeswasserstraßen-Status

        http://www.wsv.de/wasserstrassen/gliederung_bundeswasserstrassen/karte/index.html

        VG

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        • avatar Kluchschieter sagt:

          versandet denn der Bodensee?

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          • avatar SR-Fan sagt:

            ja – im Mündungsbereich des Rheins 😉

            Davon mal abgesehen, muss man halt überlegen ob der Bund oder die Länder für Ihre Tümpel und Tourismus-Entwicklung verantwortlich sind?! Ich bin halt der Ansicht, dass ist Aufgabe des jeweiligen Bundeslandes, seine jeweiligen Stärken zu definieren und auszubauen. Wenn es das finanziell nicht schafft, gibt es Strukturfonds bzw. den Länderausgleich. Das hat aber alles nix mit einer Umdeutung einer Bundeswasserstraße zu tun. Die ist verkehrsabhängig und ich hänge mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster: Weder die Touristikgäste, noch das Holz und die Büromaterialien für die Schleswiger Schreinereien wird mit nem Frachter angeliefert.

            VG

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  3. avatar stefan sagt:

    …warum ist es denn zwingend notwendig das für Freizeitwassersportler ein Gewässer freigebaggert wird?

    …die Natur an und in der Schlei wird es freuen, wenn dort nicht mehr gebaggert wird. Und auch dann wird es dort noch genügend Wassersportler geben. Vielleicht nicht mehr die mit den dicken Pötten.

    …und Fischereibetriebe hat es auch schon früher, bevor die Schlei freigebaggert wurde dort gegeben. Und wenn die heute Kutter haben, die zu groß sind, dann gibt es ja um Umfeld genügend Häfen auf die die ausweichen können.

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  4. avatar Lars sagt:

    Ich denke auch, dass die vielen Vereine und Marinas der Schlei das Ausbaggern selbst organisieren und bezahlen können.

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  5. avatar Tim sagt:

    Man stelle sich mal vor in Kappeln wäre ein wirtschaftlich interessanter Hafen von dem Waren jeglicher Art verschifft werden. Dann würde die Frau Merkel persönlich zum frei baggern vorbei kommen.

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Mit Sicherheit, ist aber in diesem Fall nicht so …

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Letztlich ist das immer so, wenn Partikularinteressen und der Wunsch nach Geldern der Allgemeinheit aufeinandertreffen. Hier kommt erschwerend hinzu, dass es ja keine einmalige Zahlung wäre, sondern eine dauerhafte Finanzspritze.
      Wenn das Geld in den NOK oder den Straßenerhalt fließt, wird der Allgemeinheit (und auch den berühmten Arbeitsplätzen), mehr geholfen sein.

      VG

      PS: Ich stelle mir gerade vor, München würde Bundesmittel einfordern um das Oktoberfest-Gelände weiter auszubauen…

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      • avatar sven sagt:

        “wird der Allgemeinheit (und auch den berühmten Arbeitsplätzen), mehr geholfen sein”

        ich behaupte mal das eine ganze Region von dieser Schlei lebt, Ohne den Tourismus, die Wassersportler und dem entsprechenden geschaffenen Umfeld würde das Land SH bald Ihre Arbeitslosen Zahlen gehörig nach oben korrigieren müssen.

        die Schlei ist die Lebensader einer ganzen Region, dies hat nichts mit Liebhaberei und Hobbypflege zu tun.

        Der Bund hat sich in diesem Fall nicht aus seiner Verantwortung zu stehlen, Dies ins Landesinnere zu vermitteln ist natürlich schwer, weil jeder nur auf seinen Tellerrand schaut.

        es gäbe genügend Beispiele wo der Bund in die Kasse greift ohne das hierfür ein Grund besteht,
        da stehen dann große Namen. Um ein Beispiel zu nennen NOKIA die sich Ihre Arbeitsplätze durch uns Subventionieren ließen um anschließend nach Rumänien ab zuwandern.

        an der Schlei geht es um keine Großkonzerne, hier geht es um den gewachsenen Mittelstand, um die kleinen und mittleren Gewerbetreibenden. Die einer ganzen Region Leben ein hauchen.

        es ist leicht zu sagen die Vereine sollen das zahlen, hier würde mal ein Blick in die Vereine vor Ort zur Ernüchterung beitragen,

        In den Vereinen egal ob Turn, Tennis, Segeln wachsen weder die Mitgliederzahlen noch die Kontostände in den Himmel, hier ist es schon schwer die Jugendarbeit zu finanzieren.

        die hier zum Teil abgegebenen Kommentare zeigen vor allem eins, die Aufklärung über die Tragweite dieser Maßnahme muss besser an die Menschen herangetragen werden.

        Sollte der Herr SR Fan dafür sorgen das 6 Millionen Menschen jedes Jahr an die Schlei kommen um in 4 Wochen ein kleines Vermögen hier zu lassen können wir gern noch einmal über die Finanzierung reden,

        bis dahin bitten wir als Bürger und Segler der Region um Eure Hilfe,

        https://www.openpetition.de/petition/online/regionale-lebensader-in-gefahr-zukunft-fuer-die-bundeswasserstrasse-schlei

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        • avatar SR-Fan sagt:

          @sven:

          Das mögen ja alles wichtige Argumente sein! Mich wundert allerdings, warum solche wirtschaftlichen Abhängigkeiten weder in dem oberen Artikel noch in Deiner verlinkten “Petition” erwähnt werden. Da wird überall nur rumschwabuliert, dass es doch schade um die Region ist und schöne Grafiken über die Anzahl der Unterschriften gezeigt – sorry, das ist etwas dünn.
          Die Zahlen bekomme ich erst indirekt auf der zweiten Seite des Flyers aus einer interessengeleitete Studie. Was sagt denn eigentlich das Land Schleswig Holstein dazu? Warum will dieses dafür nicht aufkommen? Dazu wäre es z.B. mal hilfreich, über welchen Kostenbetrag man hier überhaupt pro Jahr redet und wie sich der aufspittet.
          Es wird ja vor allem gegen die Umwidmung der Wasserstraße gewettert – da gehts ja nicht nur ums ausbaggern, sondern auch um die Art der Betonnung, usw. Vielleicht ließen sich ja hier auch kostengünstigere Lösungen finden, z.B. in Bezug auf die Betonnung – was aber nicht geht, wegen der Kategorisierung der Wasserstraße.

          VG

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          • avatar sven sagt:

            nach der Schließung der Bundeswehrstandorte ist

            die Schlei Mittel oder unmittelbar der größte Arbeitgeber der Region !

            noch deutlicher kann man das nicht schreiben,

            zugegeben mit dem Attribut ” schönstes Segelrevier des Nordes “

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          • avatar stefan sagt:

            Die Schleie gibt es ja aber seit tausenden von Jahren und über fast die selbe Zeit hinweg hat eine Nutzung dieser als Wasserstrasse stattgefunden.

            Hier wird ja so argumentiert, als wenn nach Einstellung der Baggerarbeiten in ein paar Jahren dort kein Gewässer mehr ist. Was ja Unsinn ist, denn die Schlei gibt es nur deshalb (noch) gerade weil die geomorphologischen und hydrologischen Verhältnisse die Schlei als Gewässer seit langem erhalten.

            Und nur weil bei einem Ausbleiben der Baggerarbeiten die Schlei nicht mehr durchgängig für die heutig möglichen Tiefgänge, schiffbar wäre, würde ja morgen nicht in der Region das Licht ausgehen. Fahrgastschiffe müssten sich umstellen, es gibt auch Schiffe mit wenig Tiefgang. Große Segelyachten (mit viel Tiefgang) wären allerdings ausgeschlossen. Aber diese sind ja wohl kaum das wirtschaftliche Rückrad der Region.

            Dafür würde die Natur sehr positiv beeinflusst, denn Baggerarbeiten sind immer ein hässlicher Eingriff in Natursysteme.

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  6. avatar TK sagt:

    Kauft mehr Jollenkreuzer!

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  7. avatar Piet sagt:

    Als ob sich die region nicht selber helfen könnte.

    Aber nein es wird gleich nach Vater staat gerufen.
    Dann gehen da halt alle pleite. Ist im Osten ja genauso.

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    • avatar stefan sagt:

      Hallo!!!

      90% der Wassersportler ist es egal, ob dort gebaggert wird und wie die Betonnung ist.
      100% der Touristen an Land sowieso.

      …und Fahrgastschiffe mit wenig Tiefgang gibt es auch.

      …lediglich das Ego einzelner Funktionäre scheint schaden zu nehmen, wenn die Schlei keine Bundeswasserstrasse mehr ist.

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    • avatar stefan sagt:

      …deshalb finde ich es schade, wenn hier wie auch in anderen Wassersportmagazinen einfach solche Beiträge übernommen werden, anstatt sich journalistisch korrekt mit der Thematik zu beschäftigen. Beide Seiten darzustellen und zu beleuchten und vielleicht ein eigenes Fazit dem hinzuzufügen.

      …so ist es copy/paste-Berichterstattung!

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  8. avatar Sigrid Schiller sagt:

    Moin-Moin!
    Die Schlei als Bundeswasserstraße muss unbedingt erhalten und gepflegt werden. Es hängt einfach so viel davon ab – eine ganze Region lebt davon. Es wird so viel Geld vergeudet und in den Sand gesetzt. Für die Bundes-wasserstraße Schlei wäre es wirklich sehr gut angelegt. Ich sage immer: Hier hat unser Herrgott ein goldiges Händchen gehabt. Ein schöneres Fleckchen Erde als die Schlei-Region gibt es nicht. Ich hoffe inständig und halte die Daumen.
    Herzlichst
    gez. Sigrid Schiller

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