Schmuggel: Drogenfahnder bringen 40-Fuß Yacht in der Südsee auf – 680 kg Kokain

"Die konnten nicht segeln"

Drogenschmuggel, Segelyacht, Südsee, Kokain

Nachts kam wenig diskreter Besuch: die Yacht nach dem Entern © Marine Nationale Francaise

Im Rahmen der einwöchigen Operation „Haura“ gelang französischen Drogenfahndern auf der „Kokain-Route“ ein Coup auf hoher See: Sie beschlagnahmten „Schnee“ im Wert von 45 Millionen Euro.

Eine Woche lang nahmen sich französische Drogenfahnder während der Operation „Haura“ gemeinsam mit der französischen Marine und der US -Navy die „Kokain-Route“ zwischen Lateinamerika und Ozeanien vor. Die Inseln der Südsee gelten seit mehr als einem Jahrzehnt als wichtiger Umschlagplatz der großen südamerikanischen Drogenkartelle.

“Die konnten nicht segeln”

Mit hohem technischem Aufwand suchten die Drogenfahnder diesmal vor allem nach sogenannten „slow movers“ , also Yachten und Boote, die „verdächtige Routen“ nutzen oder von einschlägig bekannten Häfen in Lateinamerika lossegelten.

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680 kg Kokain, spritzwassergeschützt verpackt unter Deck der aufgebrachten Sun Odyssey © marine nationale francaise

Nach einem Informanten-Tipp konnte die französische Fregatte „Prairal“ mit Unterstützung eines P3-Aufklärungsflugzeuges der US Navy eine verdächtige Yacht in der Nähe des polynesischen Archipel Gambier ausmachen.

Die Sun Odyssey 40 segelte unter panamesischer Flagge und fiel auch aufgrund „seltsamer Streckenwahl“ zwischen den Archipelen auf. Ein französischer Offizier wurde nach der Operation mit den Worten zitiert: „Die konnten einfach nicht segeln. Es ist mir völlig schleierhaft, wie die es geschafft haben, den halben Pazifik zu durchqueren.“

Die Fahnder positionierten ihre Fregatte nachts etwa zehn Seemeilen von der Segelyacht entfernt und operierten mit einem Bordhubschrauber und zwei Schnellbooten. „Wir haben uns diskret genähert und sind dann weniger diskret an Bord gegangen,“ berichtete der verantwortliche Offizier später.

“Schnee” in der Südsee

Und bingo: In einer der Kajüten fanden die Fahnder 680 Kilogramm reines Kokain mit einem geschätzten Marktwert zwischen 38 und 45 Millionen Euro.

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Nach der diskreten Annäherung gab die Fregatte direkten “Begleitschutz” auf der Fahrt in den nächsten Hafen © marine nationale francaise

Die drei südamerikanischen Segler an Bord wurden sofort festgenommen, sie erwartet eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren wegen Drogenschmuggels.

Die Operation „Haura“ war nicht die erste dieser Art in der Südsee. Unabhängig vom Erfolg ihrer Aktionen steht die Französische Marine im polynesischen Seegebiet allerdings auch mitunter in der Kritik: Bereits mehrere völlig unschuldige Fahrtenyachten wurden auf Hoher See geentert.

Die meisten der völlig überraschten Skipper nahmen die Aktion allerdings mit Humor: „Wir waren zuvor wochenlang alleine auf dem Pazifik. Da freut man sich über jeden Besuch, selbst wenn er martialisch daherkommt!“ schrieb ein französisches Paar in den sozialen Medien.

Tipp: André Mayer

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Trauminseln der Südsee – auch für Kokain-Schmuggler? © marine nationale francaise

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Michael Kunst

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