„Sea and Summit“: Natascha steuert mit dem Mund rund Südengland nach Wales

See- und Gipfelglück

Für sie ist es wie eine Weltumseglung mit anschließender Mount Everest-Besteigung: Natascha Lambert befreit sich mit „Sea and Summit“ aus den Klammern ihrer Behinderung.

Die derzeit bekannteste Seglerin Englands? Nein, falsch getippt… nicht Dame Ellen MacArthur lässt derzeit die Herzen der segelbegeisterten Briten höher schlagen, sondern eine 19 jährige, schwerbehinderte Jugendliche, die in den letzten Wochen ihren Mini 6.50 mit einem komplizierten Pump- und Saugsystem mündlich entlang der englischen Südküste steuerte. Und nun noch die Kleinigkeit einer Bergbesteigung vor sich hat.

Natascha Lambert leidet von Geburt an unter Cerebral-Parese, auch Hirnlähmung genannt. Eine Krankheit, die sich durch massive Störungen des Nerven- und Muskelsystems äußert. Deshalb muss die junge Frau vor sich selbst „geschützt“ werden (SR berichtete). Wenn sie ihren Mini 6.50 steuert, sitzt sie im Steuersitz festgeschnallt, trägt einen Integral-Sturzhelm und Boxhandschuhe. Ohne diesen Schutz würde sie sich durch ihre abrupten, oft spastischen Bewegungen selbst verletzen.

Vom Wasser auf den Berg

Natascha hat mit ihrem pinkfarbenen Mini bereits ihre Heimatinsel Isle of Wight umrundet, den Ärmelkanal solo überquert und beendete gestern ihr bisher stärkstes Seestück – um gleich das nächste Abenteuer in Angriff zu nehmen.

Unter dem Titel „Sea an Summit“ segelte sie – teils mit ihrem Coach an Bord oder alleine, aber mit Schlauchboot-Begleitung – die gesamte Küste Südenglands entlang bis nach Wales, wo sie in Kürze den Berg „Pen y Fan“, den höchsten in Wales besteigen wird. Was daran so besonders ist? Natascha kann nur in einem komplizierten Gehsystem selbständig laufen. Jeder Schritt ist ein Erfolg!

Als eine Art „Triumphzug“ bezeichnete sie ihren bisherigen Törn auf ihrem Blog: Jedes

Mal, wenn sie abends einen Hafen ansteuerte, warteten Hunderte Fans auf sie, darunter viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung. Die örtlichen Honoratioren ließen es sich nicht nehmen, für die lokalen Zeitungen mit ihr zu posieren, die jeweiligen Küstenwachstationen nahmen sich besonders gern der jungen Frau an, Segelvereine beherbergten Boot und Crew.

Ihre Leistungen berühren eine Nation

Es dauerte nicht lange, da entdeckten mehrere TV-Kanäle „Sea an Summit“ für sich, luden Natascha Lambert und ihre Eltern zu Morgenshows ins Studio, drehten Reportagen über die Abenteurerin und berichteten in Nachrichtensendungen.

Flying over the Bristol Channel © missisle

Flying over the Bristol Channel © missisle

Sie wolle andere behinderte ermutigen, ihr Glück auf dem Wasser zu versuchen. Und sie sammelt Spendengelder für den Ellen MacArthur-Cancer-Fund – Ehrensache.

Gestern postete sie nach einer offenbar fulminanten Fahrt durch den Bristol Channel bei 3-4 Windstärken: „In Wales now, didn’t want to stop… wanted to stay on my boat… but looking forward to standing on top of pen y fan!“   Alles Gute, weiterhin…

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „„Sea and Summit“: Natascha steuert mit dem Mund rund Südengland nach Wales“

  1. avatar Andreas Jung sagt:

    Fantastisch!!!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

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