SEAir: Neuer Serienbau mit 40 Fußer Yachten auf Foils

Ein Mini-Flieger wird erwachsen

Es war nicht so richtig klar, was Richard Forest und Bertrand Castelnerac vor hatten, als sie für ihre Firma SEAir den Plattbug-Mini “Magnum” kauften. Der hatte 2011 überlegen die Mini Transat Regatta gewonnen und auch danach die Klasse noch ein Jahr lang dominiert. Wollten sie die Minitransat noch einmal gewinnen?

© SEAir

40 Fußer mit auslandenden Seiten-Foils. © SEAir

Dann erschienen nach einiger Zeit die sensationellen Bilder des fliegenden Minis SEAir. Sie hatten es geschafft, das 6,50 Meter kleine Schiffchen auf bewegtem Meer zum Fliegen zu bringen. Ausladende weit nach außen gebogene Tragflächen machten es möglich.

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Doppelruder mit T-Foils © SEAir

Allerdings war es klar, dass diese Konfiguration die erlaubte Mindestbreite der Mini-Klasse überschritt und damit ein Start bei der Atlantik-Regatta nicht möglich sein würde. Die Tüftler hatten anderes im Sinn. Sie nutzten das Schiffchen als Testplattform für größere Projekte, und dabei waren sie offenbar erfolgreich.

SEAIR

Der Mini ist die Testplattform für die Foil-Entwicklung bei Hochseeyachten. © SEAir

Denn jetzt haben sie zwei Jahre nach dem Start der ersten Tests angekündigt, einen fliegenden 40-Fußer auf den Markt bringen zu wollen, der nach dem gleichen Prinzip wie der Mini funktioniert. Castelnerac betont: “Es ist klar, dass diese Foiler bei den meisten Bedingungen schneller sein werden als konventionelle Boote gleicher Größe.” Aber die Entwicklung dauere eben ihre Zeit. “Es gibt keine Abkürzungen.”

Für die SEAir-Gründer ist das Ergebnis überzeugend. Deshalb gebe es schon sechs Bestellungen für die neuen Yachten. Das Erste Schiff soll Ende 2018/ Anfang 2019 zu Wasser gelassen werden.

Seair Mini

Ein Schwert vor dem Mast verhindert die seitliche Abdrift. © Seair

Aber die Franzosen haben nun auch ein Auge auf den America’s Cup geworfen. Bei dem vom Team New Zealand verkündeten Design werde ihr Know How über das Neigen der Foils hilfreich sein, denn diese Technik – anders als das Rein- und Rausschieben im Schwertkasten – komme auch bei ihren Konstruktionen zum Einsatz. “Wir haben schon mit drei verschiedenen Cup-Teams gesprochen.”

Extrem innovativ ist die SEAir Konfiguration bei dem Mini allerdings nicht mehr. Das Prinzip mit gebogenen DSS-Foils und einer Kielflosse ist ähnlich wie beim Quant23. SEAir neigt nur zusätzlich den Kiel nach Luv und benötigt deshalb ein zusätzliches Steckschwert vor dem Mast gegen die Abdrift.

Quant 23, Foil, European Yacht Award Test

Die Quant 23 bei Flachwasser mit DSS Foil aber ohne Canting Kiel. © quant

Das eigentliche Geheimnis der Flug-Kontrolle steckt in den Systemen, die den Anstellwinkel des Foils verändern. Das war die große Bastelaufgabe für die SEAir Spezialisten. Dafür haben sie die Tragfläche mit acht Sensoren ausgestattet und einem Steuergerät. Wie genau sie das Fliegen beherrschen, geben sie aber noch nicht preis.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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