Seascape 27: Power Glitsch vor der kroatischen Küste mit kontrolliertem Abflug

System aus dem Gleichgewicht

Die beginnende dunkle Jahreszeit ist hart genug zu ertragen. Da hilft der Clip vom Jabuka Offshore Race vor der kroatischen Küste, wo eine norwegische Seascape 27 im Surf  aus dem Ruder läuft.

Seascape 27

Seascape 27 unter Gennaker. © Seascape

Die slowenische Konstruktion Seascape 27, eine der spannenden, spritzigen Neuerscheinungen 2012, ging am Wochenende an ihre Grenzen. Unter Gennaker legte sie vor Kroatien einen hübsch dokumentierten Ritt hin, der schließlich zu einem Spin out führte.

Der Anlass für den Abflug soll allerdings weniger fehlende Bootsbherrschung als ein unvorsichtiger Mitsegler gewesen sein. Während sich die Zweimann Crew in der hintersten Ecke des Cockpits quetscht, um den Bug beim Glitsch nahe der 19 Knoten Marke zu entlasten, stützt sich der eine mit dem Fuß auf der Pinne ab.

Der kleine Schubser führt nur zu einem Mini-Schlenker nach Luv, bringt aber das gesamte System aus dem Gleichgewicht. Das Design, das eigentlich für seine gute Kontrollierbarkeit durch Riss und Doppelruder gelobt wird, fliegt in die Kurve.

Aber es spricht für die Seascape 27, dass sie sich nach dem Öffnen des Niederholers schnell wieder aufrichtet, ohne dass das Fall gelöst werden muss. Die Konstruktion des Class 40 und Mini-Designers Sam Manuard bestätigt die vielen guten Kritiken. Ein spannendes Boot, für das allerdings laut IBN Test (pdf download) 65.000 bis 80.000 Euro auf den Tisch gelegt werden muss.

Seascape 27

Kontrollierte Höchstgeschwindigkeit. © Seascape

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15 Kommentare zu „Seascape 27: Power Glitsch vor der kroatischen Küste mit kontrolliertem Abflug“

  1. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Es ist kein Spinout, denn die Strömung am Ruder reißt nicht ab. Im Gegenteil, das Boot folgt dem dem Ruder!

    Um 0:48 fährt der der Steuermann einen Schlenker (kurz abfallen und wieder anluven, eventuell bedingt durch den sich in dem Moment vorbeugenden Schotten, bzw den Fuß auf der Pinne).
    Der Schotte verliert dadurch komplett das Glechgewicht, fällt auf die Pinne und drückt sie weiter nach unten, wodurch das Boot weiter anluvt. Es krängt noch mehr, so daß auch der Steuermann den Halt verliert und deswegen nicht wieder abfallen kann. Evtl hängt auch er auf der Pinne.
    Bis 0:56 steht das Ruder weiter unbeabsichtigt auf “Anluven”, hat aber wegen der Krängung wenig Wirkung.
    Als es dann endlich wieder auf “Abfallen” geht, folgt das Boot unmittelbar.

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  2. Also die Arbeitsteilung im Cockpit verstehe ich nicht wirklich. Den Spifahrer hinter den Steuermann (mit Großschot) zu setzen ist ja ziemlicher Unsinn. Aber sie fahren auch extrem tief und trimmen den Spi nicht. Er kommt ja nicht an die Winsch ran. Und warum der bei dem Speed hinten stehen muss, ist mir auch ein Rätsel – mal eine kleine Welle ausgefahren, im Wellental abgestoppt oder etwas abrupter abgefallen und schon fliegt er durchs Cockpit oder steuert mit dem Fuß.

    Ansonsten – schön zu sehen, wie gut die Kiste fliegen kann. Allerdings würde insbesondere das Abfallen mit einer gesetzten Genua etwas leichter fallen.

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    • avatar Alex sagt:

      Das Stagsegel würde sicher reichen.

      Die Fock haben wir bei Druck auf dem Sportboot immer mitgefahren. Sollte man dennoch mal abfliegen, Fock back und den Bug drückt es nach Lee. Hat auf dem Sportboot mit 10m² sehr gut funktioniert.

      Ist halt ein Glitsch, für den die SSC27 bekannt ist.

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      • Auf der SSC gibt es ja nur ein Stagsegel – Fock oder G(enua)3 – da gibt es wohl kaum einen Unterschied … Bei mir heisst das Segel sogar Solent …

        Nicht so richtig ist zu sehen, wie tief sie wirklich steuern. Wenn man sich Speed und Segelfläche ansieht, dann wird es wohl sehr tief sein und vlt. würde die Fock dann nur drucklos rumhängen. Dass sie überhaupt keine Fock angeschlagen haben, ist aber insbesondere für eine Regatta (selbst in der Langstrecke) komisch. Naja, was weiss schon ich, wie es zu diesem Video gekommen ist. Komische Dinge – Abflüge incl. – passieren ja jedem und schön zu sehen, wie schnell die Kiste wieder unter Kontrolle ist.

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        • avatar Alex sagt:

          Die SSC fährt eine Fock, die wegen dem weit hinte stehenden Mast fast eine Genua ist. Das Stagsegel wird gerollt, fliegend und näher am Mast gefahren. Der Holepunkt ist 3D. Es kann also recht gut getrimmt werden.

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    • Uups – 12 Dislikes in so kurzer Zeit – was habe ich denn da für einen Unsinn geschrieben ???? Sagt bloß Ihr fahrt alle Eure 80qm Spis bei Druck locker hinten im Cockpit stehend aus der Hand und wenn Ihr über die Wellen schiesst oder der Steuermann mal etwas abfallen muss, dann balanciert Ihr das frei stehend aus ?

      Auf dem Video auch gut ersichtlich – der Rettungsring im Heckkorb innen wird wohl das Sitzen dort sehr ungemütlich gestalten – kein Wunder, dass der Steuermann da nicht hin will … hätte man natürlich auch anders lösen können …

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      • avatar Alex sagt:

        Ich wars nicht 😉

        Die fahren nur den Kleinen. Wenn der bei 19kn so tief gefahren wird, ist da nicht so sonderlich viel Zug drauf. Ich denke, nicht mehr als 30kg. Abgesehen davon, bei solchen Bedingungen würde ich auch nach dem Liek steuern.
        Bei der SSC ist die Großschot und Kontrolleinen für den Traveler recht weit vorne. Daher macht es Sinn, dass der Trimmer für die Blase hinten steht.

        Zum Preis, da muss man fair bleiben, für 63k kann man segeln gehen. Der Rest ist wie bei anderen Projekten kein muss.

        Zum Chartern gibt es meineswissens noch keine.

        Wie man bei der Apfelregatta sieht, da kommen Boote aus Norwegen und Schweden.
        Die SSC hängt man einfach hinter das Auto und fährt zu. Nix Sondergenemigung wegen Breite über 2,54m. So am Rande, kostet für Frankreich + Spanien + Portugal ca. 1.300 EUR und sind2-3 Monate gültig. Und dass ein Boot mit 27ft. Nicht breiter sein muss um geil zu segeln, sieht man ja.

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        • Hmh, die sind eine 90sm Regatta gefahren, was selbst auf der SSC 17h gedauert hat. Da fährt man nichts mehr freiwillig aus der Hand … Ich jedenfalls nicht. Da ist die Schot auf der Luv-Winsch vor mir (auf dem Mini) und der Vorschoter (oder ich) kann die auch noch holen.

          Bei der Geschwindigkeit muss da mehr als 19kn sein – oder meintest Du (Alex) 19kn AWS, was wiederum recht viel wäre … Egal – ist ein nettes Beispiel, was alles passieren kann und er wird wohl wissen, warum er seinen Mitsegler mit der Schot da hinten platziert hat.

          Wenn Lars wirklich praktisch einhand gesegelt ist, weil sein Schotte eher Bilder gemacht hat /smile/ dann ist das eine reife Leistung – auch weil er eine ganze Menge wesentlich größerer Schiffe hinter sich gelassen hat.

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    • avatar Klaus sagt:

      Mich würden die Dislikes für Frank’s Beitrag auch interessieren …

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  3. avatar Müller sagt:

    Sieht aber nach ner Menge Spaß aus!!!
    Artikel über Serienboote mit dem Schwerpunkt sportlicher Segeln lese ich ja immer mit einem winzigen Funken Hoffnung, dass irgendwo gegen Ende zufällig doch mal auf einen Vercharterer verwiesen wird…. Und dann versuche ich wenigstens im Netz was zu finden… Aber es wird und wird nix. Ein bischen auf der Ostsee, OK, aber Mittelmeer? Wie schön wäre es selbst mal vor der kroatischen Küste vernünftig lang zu brettern, zumal das klimatisch besser zum spartanischen Inneren passt 😉

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  4. avatar RMM sagt:

    80.000€ PLUS MWSt., wohlgemerkt.

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  5. avatar Max Kirchheim sagt:

    Schade, dass die Webseite der deutschen Handelsvertretung. so unterirdisch ist. Ein sehr spannendes Konzept!

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  6. avatar Piet sagt:

    Das erste Segelboot mit ABS.

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  7. Habe noch mal nachgesehen und das hier gefunden : https://www.facebook.com/pages/Seayou/152245371593899
    Auszug für das Rennen :

    The rumor is that Lars Petter is actually sailing Singelhanded as Tor has idicated that he is a media guy;-) So we are expecting a lot of pictures!

    Könnte der Grund für das etwas merkwürdige Verhalten im Cockpit sein …

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