Seenot: 70jähriger Franzose in der Torres Street wegen Herzproblemen von Mikroyacht abgeborgen.

(K)ein Aprilscherz

Mikroyacht, Seenot

Nussschale in Seenot © Maritime Authorities Australia

Daniel Alary wollte auf seiner 2,7 m kurzen „Poisson d’Avril“ in drei Etappen um die Welt segeln. Am 100. Tag funkte er SOS…

Eigentlich lief alles ziemlich glatt für den Mikroskipper. Vor etwas mehr als drei Monaten startete er in Franz. Polynesien zur ersten Etappe seiner Weltreise. Ziel: Darwin/Australien. Seine 2,7m kurze Mikroyacht hatte Daniel selbstironisch auf den Namen „Poisson d’Avril“ getauft („Aprilscherz“).

Die Querung des südlichen Pazifiks gelang problemlos, wie der Skipper-Grandmaster später berichtete, „ich hatte keinerlei Probleme, der Ozean zeigte sich meistens von der allerfreundlichsten Seite, ich war glücklich und zufrieden!“

Doch kurz vor dem Ziel erwischte es Mann und Boot in der berüchtigten Torres Street auf besonders ruppige Weise. 3-4 m hohe Wellen und 40kn Wind machten aus der „Nussschale“ den vielzitierten „Spielball der Elemente“. Daniel wurde zum ersten Mal auf seiner Reise seekrank, kurz darauf verspürte er massive Herzprobleme. Als dann auch noch seine „Aprilscherz“ Wasser machte, funkte er SOS. Ausgerechnet am 100. Tag auf See.

Der Notruf wurde von den französischen Behörden in der Südsee an die „Australian Maritime Safety Authority“ in Canberra weiter geleitet. Von dort aus schickte man ein Rettungsschiff und einen Hubschrauber zur „Aprilscherz“. Der leitende Offizier traute seinen Augen nicht: „So ein kleines Boot hatte ich auf hoher See noch nie gesehen.“ Die Rettungsaktion gestaltete sich höchst schwierig, da die „Nussschale“ in den Wellen „kaum zu bändigen gewesen sei.“ Schließlich wurde der Franzose über eine Hubschrauber-Seilwinde abgeborgen und ins nächste Krankenhaus geflogen.

Die „Poisson d’Avril“ konnte nicht abgeschleppt werden und wurde der See überlassen.

Daniel Alary erholt sich derzeit auf „Thursday Island“ und trauert seinem geplatzten Traum nach. „C’est pas grave,“ meinte er nur lapidar zu den örtlichen Medien. „Irgendwas wird mir schon wieder einfallen.“

Daniel gilt als fanatischer Mikro-Segler. Seine Freunde sind überzeugt davon, dass er seine Weltreise auf einer anderen Mikro-Yacht fortsetzen wird.

Tipp von SR Leser solo@123.net

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Seenot: 70jähriger Franzose in der Torres Street wegen Herzproblemen von Mikroyacht abgeborgen.“

  1. avatar dubblebubble sagt:

    Dazu fällt mir der nette Bootsnamen ein, den ich mal in Fronkroisch gesehen habe: Idée Fixe

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  2. avatar Thomas M. sagt:

    Hoffentlich präsentieren ihm die Aussies eine saftige Rechnung. Allein der Sprit für den Heli kostet vermutlich mehr als seine “Aprilscherz”.

    Ts, ts, ts,… diese Froggies 🙁

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 20

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