Segelrebellen: Krebskranke Segler auf großer Fahrt zurück ins Leben

Törn der Hoffnung

Aktiv mit der Krankheit umgehen: Marc Naumann erkrankte an einem Gehirntumor, wollte sich deshalb aber nicht vom Leben verabschieden. Er gründete die Segelrebellen.

Es kommt immer auf das Motto an © Käsbohrer

Es kommt immer auf das Motto an © Käsbohrer

„Wir sind Segelrebellen, weil wir unser Schicksal und unser Leben selbst in die Hand nehmen. Weil wir uns nicht von einer Erkrankung lenken lassen, sondern uns dagegen wehren. Als Segelrebellen gehen wir gemeinsam Segeln und trotzen den Widrigkeiten.

Wetter, Wind und Welle begegnen uns auf ähnliche Art und Weise, wie die Diagnose unserer Krankheit: Ist man einmal drin, muss man einen Weg finden, um damit zurecht zu kommen.“

Mit diesen Worten beschreibt Marc Naumann, Initiator der „Segelrebellen“ und selbst an einem Gehirntumor erkrankt, „seine“ gemeinnützige Organisation. Die Rebellen wenden sich in erster Linie an Menschen mit einer lebensverändernden Krankheit. „Man kann sich passiv hingeben und hoffen, oder man setzt sich aktiv mit seiner Situation auseinander, sucht nach einem Weg, sich wieder in Sicherheit und ruhigeres Fahrwasser zu bringen.“ Wie etwa durch Segeln.

Wie auf jedem anderen Törn auch: Es gibt immer mal wieder kleinere Malheurs © käsbohrer

Wie auf jedem anderen Törn auch: Es gibt immer mal wieder kleinere Malheurs © käsbohrer

„Segeln bewirkt in dieser Phase wahre Wunder: Draußen auf dem Meer, abgeschieden von der Außenwelt, spürt man das Leben ganz neu und viel intensiver. Man meistert viele Abenteuer und Herausforderungen, die den Teilnehmern Willenskraft und Selbstvertrauen vermitteln!“

Von Marseille nach Mallorca

Am 18. März starteten die Segelrebellen zur Jungfernfahrt. Auf seinem ersten „Törn der Hoffnung“ begleiten Marc Naumann fünf kranke Menschen, die ihre Therapie gerade überstanden haben. Und Co-Skipper Thomas Käsbohrer, der mit seinem Blog Mare Più bereits bei SegelReporter vorgestellt wurde.

Mit Beharrlichkeit zum Ziel © käsbohrer

Mit Beharrlichkeit zum Ziel © käsbohrer

Von Marseille nach Mallorca – wer die Region im Frühjahr kennt, weiß, dass dies alles andere als „ein ganz normaler Törn“ wird.

Der Golfe du Lion gilt als eines der windstärksten Reviere des Mittelmeeres. Wer dort im März segelt, sollte sich auf alles andere als einen Spaziergang einstellen.

Die Bedingungen, unter denen die Rebellen segeln, sind hart: Bis zu 50 Knoten Wind, 12 Grad Lufttemperatur und bis zu fünf Meter hohe Wellen würden so manchen gesunden Segler abhalten, „raus“ zu fahren.

Trotzdem (oder vielleicht sogar deshalb) lässt sich die Crew nun auf hoher See weder von den Folgen ihrer Erkrankung noch von Seekrankheit und Wetterbedingungen, abhalten und kämpft darum, ein Stück weit das Leben zurückzuerobern.

© segelrebellen

© segelrebellen

„Segeln heißt, das Leben spüren“, meint Thomas Käsbohrer dazu und erklärt auch gleich, warum er als Co-Skipper dabei ist. „Mare Più ist ein Blog über das Leben am Meer. Mit Geschichten vom und über das Meer. Und über die Menschen, die dort leben. Dies ist die Geschichte keines ganz normalen Törns. Diese Reise macht jedem Mut, sich außerhalb seiner Komfortzone zu begeben und Risiken einzugehen. Mag er gesund oder krank sein.“

Sowohl Marc Naumann als auch Thomas Käsbohrer auf Mare Più bloggen täglich von Bord. Über den Bordfunk kommt die Crew zu Wort und berichtet über Bedingungen und Erlebnisse. Ein Törn – zwei Sichtweisen. Sehr lesens- und hörenswert!

Mare Più täglicher Blog von Bord

Segelrebellen tägliche Audio-Eindrücke von unterwegs

Unterstützung durch Crowdfunding

Textauszüge von Mare Più und den Segelrebellen

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https://yachtservice-sb.com

Ein Kommentar „Segelrebellen: Krebskranke Segler auf großer Fahrt zurück ins Leben“

  1. Schön.

    Hier für alle interessierten noch das Interview mit Marc:

    http://segelreporter.com/panorama/interview-wie-segelrebell-marc-naumann-krankheiten-per-torn-lindern-will/

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

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