Segler mit Huhn: 40 Fußer wiedergefunden nach Kielverlust

Unfinished Business

Der italienische Einhandsegler Matteo Miceli, der nach 145 Tagen auf See 600 Meilen vor Brasilien seinen Kiel verlor, hat wider Erwarten sein kielloses Schiff wiedergefunden.

Eco 40

Die Eco40 trieb nach der Kenterung gut zwei Monate alleine auf See. © Miceli

Schon Ende März zwei Wochen nach dem Unglück war Miceli mit Freunden zu einer Suchaktion aufgebrochen. Ein Tracker sendete von Bord aus noch Signale, die Hoffnung machten.

Aber diese Spur verwischte, als der Kontakt abbrach. Miceli hatte sein Boot auch auf einem Satellitenbild ausmachen können. Aber dieses war 36 Stunden alt, als der Italiener an besagter Stelle eintraf. Und so erstreckte sich das Suchgebiet auf ein Gebiet mit den Ausmaßen von Rom.

Außerdem stand Miceli nur ein Motorboot zur Verfügung, das mit der Geschwindigkeit eines Fahrrades unterwegs war. 60 Stunden lang habe er es versucht, berichtet der Einhandsegler. Ohne Erfolg.

Eco 40

Die Class 40 unten ohne. © Miceli

Dann, zwei Wochen später, sendete das Wrack plötzlich wieder Signale. Und diesmal fand der Skipper seine Yacht 350 Kilometer entfernt von der brasilianischen Küste nahe der Insel Fernando de Noronha.

Unter Wasser Rigg abgeschnitten

Das Schiff ist in einem schlechten Zustand, der Mast in drei Teile gebrochen. Nach gefährlichen Tauchgängen bei starkem Seegang gelang es Miceli das Rigg abzuschneiden. Er konnte seine Eco40 bergen und per Frachter auf den Weg nach Livorno bringen.

25.000 Meilen hatte der Abenteurer schon hinter sich gebracht, als das Unglück passierte. Mit seinem Projekt Roma Ocean World wollte er zeigen, dass er mit seiner Class 40, unabhängig von fossiler Energie um die Welt segeln kann.

Mateo Miceli

Matteo zu glücklicheren Zeiten © miceli

Er erzeugte Energie mit Sonnen-, Wind- und Wasserenergie, die in Lithium Batterien gespeichert wurde. Die Beleuchtung basierte auf LED. Bei der Ernährung ließ er sich auch von den Legehennen La Bionda und La Mora mit frischen Eiern helfen. Beide überlebten das Abenteuer allerdings nicht.

Das abrupte Ende der Reise so kurz vor dem Ziel nimmt Miceli aber nicht zum Anlass für negative Gedanken. Für ihn ist das Projekt Unfinished Business. Er will es auf jeden Fall noch einmal versuchen. Ob mit oder ohne Huhn. ist noch nicht klar.

Tipp: Uwe Röttgering

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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