Sozialprojekt: Segler James Kell sucht mit „Tribe Photo“ neue Perspektiven

Mit der Yacht in die Hinterhöfe

Die Idee: Sozial benachteiligte Menschen auf entlegenen Inseln und an fernen Küsten dokumentieren fotografisch ihr Leben – und verdienen Geld damit!

Die Idee ist zunächst ein typisches Sozialprojekt: „Unterstütze andere, indem du sie weiterbildest und ihnen die Mittel gibst, sich selbst voran zu bringen.“

Doch der Australier James Kell geht mit „Tribe Photo“ einen Schritt weiter: Er will einen echten Austausch der Kulturen ermöglichen. Und dabei so ganz nebenbei wohl auch seine eigene Reise- und Abenteuerlust stillen.

Fotos aus den Hinterhöfen der Küstenstädte © kell

Fotos aus den Hinterhöfen der Küstenstädte © kell

Sozial eingestellter Abenteurer

Der Fotograf und Segler (Kell über Kell) ist schon seit Jahren in der Weltgeschichte unterwegs und fotografierte an entlegenen Orten spannende Menschen und ihren (für uns oft exotisch wirkenden) Alltag. Kürzlich arbeitete er im Rahmen eines Hilfsprojektes auf Haiti u.a. mit Kindern und Alten, unter denen viele noch nie einen Fotoapparat in Händen gehalten hatten.

Er zeigte ihnen kurz die Anwendung… und war fasziniert von den fotografischen Ergebnissen, vor allem aber von der Herangehensweise an die Motive und den Umgang mit dem Medium. Im Prinzip überbrachten die Menschen mit ihren Bildern also nicht nur eine simple Momentaufnahme, sondern auch eine neue Perspektive und überraschende Einblicke in ihre Denkweise.

Kell dachte den Gedanken zu Ende: Was wäre, wenn wir entlegen lebenden, sozial oft benachteiligten Menschen den Umgang mit Fotoapparaten erklären und sie ihnen überlassen würden, damit sie ihren Alltag, ihr Leben, ihre Erlebnisse dokumentieren? Und zudem Geld damit verdienen können?

Die Fotografie demokratisieren

Bereits nach kurzer Zeit fand Kell in sozialen Netzwerken und im Bekanntenkreis reichlich Unterstützung für sein Projekt „Tribe Photo“, das wie folgt ablaufen soll:

1.Eine Person im Dorf oder Stadtviertel wird ein Fotoapparat anvertraut. Er wird im Umgang mit dem Apparat ausgebildet und vermietet die Kamera für einen kleinen Obolus an einen interessierten „Fotografen“. ( für z.B. 10 Cent).

2. Der „Fotograf“ schießt Bilder, macht eine Auswahl und stellt sie einem Gremium vor, das die besten Fotografien zum Verkauf ins Netz stellt (etwa für einen Dollar).

3. Vom Verkaufserlös erhält der Fotograf die Hälfte, der Vermieter ein Viertel und „Tribe Photo“ das andere Viertel, das wiederum in Verbesserungen der Plattform investiert wird.

Aus einer anderen Perspektive © kell

Aus einer anderen Perspektive © kell

Kell ist in Verhandlung mit großen Kamera-Herstellern, um gebrauchte und ausrangierte, aber dennoch voll funktionsfähige Fotoapparate zu erhalten.  Ein kurzfristig ausgerufenes Crowdfunding-Projekt, mit dem die erste Reise von James Kell finanziert werden soll, war innerhalb kürzester Zeit erfolgreich: Eine Woche vor Ende des Spenden-Zeitraumes waren die angepeilten 10.000 australischen Dollar überschritten.

Fotograf und Segler James Kell © kickstart

Fotograf und Segler James Kell © kickstart

Der (seglerische) Clou: James Kell segelt auf seiner Yacht „Libertas“ (Beneteau First 40) ab Dezember von London zu den Kanaren und schließlich nach Haiti. Dort (wo eigentlich die Idee entstand) soll die erste „Tribe Photo“-Basis ins Leben gerufen werden.

Für den Spendenbetrag von 1.100 Dollar wurden während der Crowdfunding-Kampagne Mitsegelmöglichkeiten auf der Libertas ausgelobt: Eine Woche mit Vollverpflegung inklusive Fotokurs und – wenn gewünscht – Teilnahme am Aufbau der ersten „Tribe Photo“-Stationen.

Fernes Ziel des Segeltörns ist Australien. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Menge Inseln und Küsten, die sich als ideales „Terrain für Tribe Photo“ anbieten.

Tipp: SR Leser Tim Hassenbuerger

Website Crowdfunding „Tribe Photo“

Website James Kell

Facebook „Tribe Photo“ und James Kell

 

Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *