Traditionsschiffe: 20 Millionen im Fördertopf – Übergangsfristen für neue Regeln

Tradition hat wieder Zukunft

Traditionssegler haben wieder Zukunft © www.ms-mc

Traditionsschiffer und -liebhaber liefen monatelang Sturm gegen die neuen behördlichen Verordnungen. Diese wurden nun gemeinsam überarbeitet und Fördergelder freigegeben

Jetzt hat es dann doch geklappt: Mit seiner Unterschrift unter die neue Sicherheits- Verordnung für Traditionsschiffe hat der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) offiziell den seit Monaten andauernden Streit zwischen Traditionsschiffern und Verkehrsministerium beendet. Ausgehandelt hatten beide „Parteien“ die Verordnung bereits Ende letzten Jahres. 

Demnach gibt der Bund in den kommenden fünf Jahren 20 Millionen Euro „für den Erhalt von Traditionsschiffen“ aus, womit zumindest die neu verfügten Sicherheitsstandards erfüllt werden können. Auch die aus- und Fortbildung der Besatzungsmitglieder soll bezuschusst werden.

Zunächst hatte der Tradtionsschiff-Verband 50 Millionen Euro an Fördergeldern gefordert, zeigte sich nun aber mit der erreichten Verordnung zufrieden. Man habe Bestandsschutz für die Flotte und Übergangsfristen erreicht und habe nun Zeit, sich auf die neuen Vorgaben einzulassen, war vom Vorsitzenden der Traditionsschiffer-Vereinigung Jan-Matthias Westermann zu vernehmen. 

Reichen 20 Millionen in fünf Jahren? © Kiel/segel-bilder.de

Auch Minister Schmidt zeigte sich letztendlich erfreut über die Vereinbarung: “Unsere Traditionsschiffe sind großartige Wahrzeichen der Schifffahrtsnation Deutschland”, sagte Schmidt bei der Unterzeichnung in Lübeck. “Dieses kulturelle Erbe wollen wir langfristig erhalten und haben die Schiffe jetzt fit für die Zukunft gemacht.“

Doch ganz so weit ist es noch nicht – es steht reichlich Arbeit und Umsetzung von neuen Vorschriften an.

Mit Übergangsfristen wird den Crews zunächst etwas Zeit verschafft, um die verschärften Ausbildungs- und Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. Außerdem müssen auf jedem Schiff in Zukunft mindestens drei „seedienstttaugliche“ Crew-Mitglieder eingesetzt werden; die Beförderung von Ladung wird  zugelassen.

Und was die historische Authentizität betrifft: Ab sofort sollen Sachverständige der Berufsgenossenschaft überprüfen, ob die jeweiligen Schiffe überhaupt Anspruch auf den Titel „Tradtionsschiff“ haben.… und schließlich förderungswürdig sind. In Hamburg wird hierfür eine Ombudsstelle eingerichtet, die bei Unstimmigkeiten vermitteln soll. 

Etwa 110 Traditionsschiffe fahren derzeit unter deutscher Flagge. 

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