Transatlantik-Rekord: „Maserati“ mit Boris Herrmann liegt knapp vor „Mari Cha IV“

Heizen vor der Kaltfront

Der Italiener Soldini will mit seiner Crew auf „Maserati“ den West-Ost-Transat-Rekord brechen. Navigator Boris Hermann steht vor einer schwierigen Aufgabe.

Eigentlich ist die Route berühmt und berüchtigt wegen ihres eher nördlichen Streckenverlaufs: Von New York nach Lizard Point am englischen Westzipfel im Ärmelkanal wird häufig bis in die Eisbergregionen Neufundlands und noch nördlicher gesegelt, bevor es dann in Richtung Osten geht.

Auf genau dieser 2.880 Seemeilen langen Route fuhr Robert Millers 140-Fuß-Maxi „Mari Cha IV“ im Jahre 2003 einen bis heute bestehenden Monohull-Rekord ein: 6 Tage, 17 Stunden, 42 Minuten und 30 Sekunden brauchte der riesige Schoner bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,5 Knoten.

Startgruß von der Statue © maserati

Startgruß von der Statue © maserati

Als speziell zur Rekordjagd gebautes „Monstrum“ – vollständig aus Karbon, riesiger Segelplan an zwei 45 Meter-Masten, minimale Verdrängung von nur 50 Tonnen, Schwenkkiel, 23-Mann-Crew – setzte das unter US-Flagge laufende Schiff mehrfach Akzente und Bestmarken. Vor allem der West-Ost-Transatlantik-Rekord galt bis heute als „harter Brocken“ für alle Angreifer.

Bis heute?!

Der von Rekordetmalen förmlich besessene Italiener Giovanni Soldini, will nun auf seinem speziell für Rekordjagden umgebauten Volvo Open 70 „Maserati“ nach seinem letzten Rekord-Abenteuer im Pazifik (SR berichtete) genau diese Bestmarke unterbieten.

Dabei hat Navigator Boris Hermann eine schwierige Aufgabe zu erfüllen: Er muss die „Maserati“ genau vor einer Kaltfront positionieren, die das Schiff bis nach Lizard Point vor sich hertreiben soll.

Klappt es diesmal mit dem New York - Lizard Point-Rekord? © soldini

Klappt es diesmal mit dem New York – Lizard Point-Rekord? © soldini

Derzeit liegt „Maserati“ im virtuellen Vergleich mit „Mari Cha IV“ ca. 27 Seemeilen vorne und segelt deutlich südlicher als der Schoner vor 11 Jahren. Heute Morgen um 8:30 Uhr lag die Durchschnittsgeschwindigkeit des Open 70 allerdings nur noch bei 13,6 Knoten. Laut Wettervorhersage des Trackers dürfte „Maserati“ aber in Kürze nordnordöstliche Winde um die 20-25 Knoten erreichen und dann wieder deutlich schneller unterwegs sein.

Genug Wind?

Wie präzise sind die Wettervorhersagen? © geovoile

Wie präzise sind die Windvorhersagen? © geovoile

Ob die Kaltfront jedoch die erhofften Windstärken für den Rekordritt über den Atlantik tatsächlich aufbietet, bleibt abzuwarten. Die 12- und 24-Stunden-Vorhersage prophezeit eher abflauende Winde. Ob Boris Hermann „bessere Winde“ auf dem Schirm hat?

Soldini versuchte bereits im Mai 2012 den N.W.-Lizard Point-Rekord zu brechen, musste damals allerdings wegen suboptimaler Wetterbedingungen aufgeben.

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