Überfall: Die Räuber suchten sich Opfer zwischen Ankerliegern

Raub im Paradies

Im Nationalpark der Tobago Cays ist eine Fahrtenyacht-Crew auf ihrer ankernden Yacht von zwei maskierten Männern angegriffen, beraubt und verletzt worden.

Ankern im karibischen Traumrevier.

Ankern im karibischen Traumrevier.

Sie kamen in der Nacht gegen 23 Uhr. Zwei Männer, bewaffnet mit Pistole und Messer, enterten die Yacht eines britischen Paares in einer Bucht der Tobago Cays zwischen den Inseln Petit Rameau und Baradal mitten in einer Gruppe von Ankerliegern.

Ort des Überfalls bei den Tobago Cays.

Ort des Überfalls bei den Tobago Cays.

Die Eindringlinge verschafften sich gewaltsam Zugang zur verriegelten Kajüte und fanden die schlafenden Segler im Bett vor. Sie forderten Geld und schlugen dem Skipper mit der schweren Taschenlampe des Bootes mehrfach auf den Kopf. Er blutete stark.

500 Ostkaribische Dollar entnahmen sie der Brieftasche des Briten, umgerechnet etwa 164 Euro. Aber die Einbrecher wollten mehr und glaubten nicht, dass kein weiteres Bargeld an Bord sein sollte. Schließlich gaben sie sich mit drei alten Mobiltelefonen, dem Handfunkgerät und einem kleinen Radio zufrieden. Nach zwölf Minuten war der Spuk vorbei. Sie sprangen auf ihr Motorboot, auf dem ein dritter Mann die Stellung hielt, und flüchteten.

Gebrochene Rippen

Die Briten benachrichtigte von einer nebenan ankernden Yacht die Küstenwache, die schnell eintraf. Ein Doktor von einer anderen Yacht auf dem Ynkerplatz stellte bei dem Skipper mehrfache Kopf- und Gesichtsverletzungen fest sowie zwei gebrochene Rippen. Die Frau war unverletzt.

Die Inselgruppe aus der Luft.

Die Inselgruppe aus der Luft.

Zwischen den Inseln Petit Rameau und Petit Bateau lagen die überfallenen Briten.

Zwischen den Inseln Petit Rameau und Petit Bateau lagen die überfallenen Briten.

Schon kurz nach dem Überfall nahm die Polizei drei Männer fest. Ihnen werden auch mehrfache andere Verbrechen angelastet.

In der Langfahrt-Community vor Ort wundert man sich, dass genau diese britische Yacht überfallen wurde. Denn sie lag in einem Ankerfeld mit vielen Yachten auf engstem Raum. Andere Schiffe weiter abseits hätten einen einfacheren Zugang ermöglicht. So wird spekuliert, dass die Räuber schon im Vorfeld eine eher schlecht gesicherte Yacht als Opfer ausgemacht haben.

Das geht einher mit der aktuellen Empfehlung der lokalen Polizei nach dem Vorfall. Sie weist darauf hin, die Sicherheitsvorkehrungen an Bord zur Abwehr von Eindringlingen sehr ernst zu nehmen. Dazu gehöre eine solide abschließbare Türe zum Niedergang und ein “Panik-Knopf”, der Flutlicht und Alarm einschaltet.

Überfälle in der Nachbarschaft

Auch das nachbarliche karibische Traumrevier um Trinidad und Tobago sowie Grenada war schon zum Jahreswechsel in die Schlagzeilen geraten, nachdem in kürzester Zeit zwei Überfälle von Piraten auf Segelyachten stattgefunden hatten.

Die aufgebrachten Yachten befanden sich am hellichten Tag auf der Überfahrt nach Grenada. Mutmaßlich aus Venezuela stammende Männer näherten sich mit einem offenen 18 Fuß Motorboot, enterten die Schiffe mit Waffengewalt und raubten Computer, Bargeld und Kreditkarten.

Die Küstenwache hält seitdem Segler dazu an, bei längeren Passagen in dem Seegebiet Kontakt mit den Behörden aufzunehmen, um den größtmöglichen Schutz zu gewährleisten. Das auswärtige Amt sagt: “Segler sollten beachten, dass Raubüberfälle auf ankernde oder sich in Küstennähe befindende Schiffe bzw. Fälle von Piraterie in der Ostkaribik sporadisch vorkommen.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Überfall: Die Räuber suchten sich Opfer zwischen Ankerliegern“

  1. avatar Egon sagt:

    “sporadisch” ist gut, wenn man die Anzahl der Vorkommnisse in letzter Zeit sieht

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