Umwelt: Das Rätsel der toten Nordsee-Wale – Kommen sie nun öfter in die Nordsee?

Alarmierende Entdeckung

Lange Zeit war gerätselt worden, warum in kürzester Zeit 30 Pottwale an den Nordsee-Küsten gestrandet und verendet sind. Die Obduktionsergebnisse beinhalten ein alarmierendes Ergebnis.

Ein Bagger zieht auf dem Strand von Wangerooge einen verendeten Pottwal Richtung Meer. © Greenpeace

Ein Bagger zieht auf dem Strand von Wangerooge einen verendeten Pottwal Richtung Meer. © Greenpeace

Mitarbeiter der Tierärztliche Hochschule in Tönning haben bei den 13 in Schleswig-Holstein gestrandeten Pottwalen Herz- und Kreislaufversagen als Todesursache nach der Strandung festgestellt. Das ist üblicherweise der Grund, wenn die Tiere nach einer Strandung sterben.

Aber auch auf die spannendere Frage nach dem Grund für das Anlanden haben sie eine Antwort gefunden. So bestätigte sich nach der Obduktion die Aussage des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, dass die heftigen Stürme im Nordostatlantik als Verursacher gelten.

Nordsee-Sackgasse

Mit den in Bewegung gesetzten Wassermassen sollen Kalmare, die den Walen als Beutetiere dienen, in die Nordsee getrieben worden sein. Und beim Verfolgen ihrer Nahrung verirrten sich die 12- bis 18-Tonner  in der Nordsee-Sackgasse.

Man könnte also der Natur die Schuld geben. Tatsächlich hat es öfter Strandungen an der Nordsee-Küste gegeben. Aber so einfach ist es nicht. Denn die Wissenschaftler machten eine alarmierende Entdeckung.

So sind in den Verdauungssystemen einiger Wale große Mengen Plastikmüll gefunden worden. Der habe zwar nicht zu Strandungen oder Tod geführt, zeige aber, wie es um die Weltmeere bestellt ist.

Reste eines Kunststoffeimers

In den Mägen fanden sich unter anderem die Reste eines 13 Meter langen und 1,2 Meter breiten Krabbenfischer-Netzes , eine 70 Zentimeter lange Plastikabdeckung aus dem Motorraum eines Autos und die scharfkantigen Reste eines Kunststoffeimers.

Der Schleswig-Holsteinische Umweltminister Robert Habeck sagte dazu: “Diese Funde zeigen uns die Auswirkungen unserer Kunststoffgesellschaft: Tiere nehmen unbeabsichtigt Plastik und anderen Kunststoffmüll auf, leiden darunter, im schlimmsten Fall verhungern einige bei vollen Mägen.”

Vermutungen, dass der zunehmende Unterwasser-Lärm zu den Problemen geführt haben, bestätigten sich nicht. Das für die Orientierung der Wale wichtige Gehör sei bei allen Tieren unverletzt gewesen.

 

 

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Carsten Kemmling

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