Umweltschutz: Greenpeace protestiert auf Segelboot gegen Ölbohrungen vor Neuseeland

David gegen Goliath

Umweltschutz, Greenpeace, Ölbohrung

David gegen Goliath? © greenpeace

Greenpeace Aktivisten protestierten beharrlich vor dem Bohrschiff, bis die Regierung eine 500m-„Schutzzone“ einrichtete und die Bohrungen beginnen konnten. Seit gestern wird vor Gericht verhandelt.

Es muss ein beklemmendes Gefühl gewesen sein, als die Greenpeace-Aktivisten am 20. November 100 sm vor der Westküste Neuseelands dem riesigen Ölbohrschiff „Noble Bob Douglas“ die Stirn boten.

Zuvor war die „Vega“ gemeinsam mit Dutzenden anderer Boote in einer „Oil Free Flotilla“ genau an die Stelle gesegelt, wo der texanische Ölgigant Anadarko in Kürze nach Öl bohren wollte. Alle Protest-Boote zeigten brav ihre Flaggen, Transparente und Schilder in die Kameras der ebenfalls mitgereisten Journalisten, womit sie mehr oder weniger vehement ihr „Nein“ zu den anstehenden Bohrungen auf See bekundeten … um dann kurz darauf wieder Richtung Küste zu schippern. Zurück blieben nur die „Vega“ und die „Noble Bob Douglas“, Aug’ in Aug’.

greenpeace, Umweltschutz, Ölbohrung

Geld oder saubere Umwelt? Was wird der neuseeländischen Regierung wichtiger sein? © greepeace

Wie David und Goliath standen sie sich gegenüber, und ähnlich wie im letzten Jahrhundert, als Greenpeace auf vermeintlich einsamem, aussichtslosen Posten gegen die Atomversuche im Pazifik protestierte, konnte man sich auch in dieser Situation kaum vorstellen, dass die Umweltschutz-Aktivisten hier Erfolg haben werden.

„I love my beach“

Dieser Erfolg blieb ihnen dann auch tatsächlich vorerst versagt. Aber nachdem sie mehrere Tage und Nächte stur über der Stelle blieben, an der in 1,5 sm Tiefe die erste Bohrung angesetzt werden sollte, ließ die neuseeländische Regierung von ihrer Exekutive sozusagen „das Gelände räumen“. Sie richtete eine 500 m-Schutzzone ein – zum Schutz der anstehenden Bohrungen, wohlgmerkt.

Umweltschutz

Wie die Haie um ihr Opfer: Die “Vega” genau über dem Bohrpunkt, eta 100sm vor der neuseeländischen Küste © greenpeace

Greenpeace konnte noch nicht einmal seine Protest-Flagge überreichen, auf der Hunderte Kinder mit dem Slogan „I love my beach“ einen Öl-freien Strand fordern. „Neuseeland und das Meer vor seiner Küste zählt zu den am wenigsten belasteten Gebieten unseres Planeten. Wir werden alles dafür tun, dass dies so bleibt,“ proklamierte Bunny McDiarmid, Greenpeace-NZ-Executive-Director per Funk von der „Vega“.

Sie war bereits auf der berühmten „Rainbow Warrior“ unterwegs und gilt als besonders vehemente Umweltschützerin. McDiarmid sagte treffend: „Die neuseeländische Regierung verspielt gerade die Chance, als einer der umweltfreundlichsten Staaten in die Geschichte der Menschheit einzugehen!“  Nahezu zeitgleich begannen auf der „Noble Bob Douglas“ die Tiefseebohrungen.

70 Prozent Unfall-Wahrscheinlichkeit

Tatsächlich sind Ölbohrungen vor Neuseeland bereits seit Jahren ein Streitpunkt zwischen den (in NZ sehr zahlreichen) Umweltschützern und der Regierung. Die wittert hohe Einnahmen durch die riesigen Ölfelder vor ihrer Küste – die Aktivisten verweisen auf desaströse Unfälle wie etwa vor Mexiko, wo Lecks Umweltkatastrophen mit gigantischen Ausmaßen hervorriefen.

Ganz egal, ob man westlich oder östlich der neuseeländischen Nord- oder Südinsel bohrt – Meeresströmungen werden immer dafür sorgen, dass die Auswirkungen von Unfällen an die Küsten der Insel schwappen.

Allen Protesten und Mahnungen zum Trotz, erteilte die neuseeländische Regierung im Sommer der Ölgesellschaft Anadarko die Erlaubnis, erste Bohrungen im genannten Gebiet ca. 100 Meilen westlich des Surfer- und Badeortes Raglan auszuführen. „Alles sei ordnungsgemäß und auf dem neuesten Stand der Technik,“ so das Umweltamt.

Umweltschutz, Ölbohrung

Öl-Lecks können Umweltkatastrophen ungeahnten Ausmaßes nach sich ziehen © BUND

Erfolgreicher vor Gericht?

Und genau hier setzt nun Greenpeace an. Seit gestern versuchen die Aktivisten vor dem höchsten Gericht Neuseelands einen Stopp der Bohrungen zu erzwingen. Ihre Argumentation: Nicht alle Sicherheitsvorschriften seien befolgt worden. Die Regierung habe widerrechtlich die Genehmigung zur Bohrung gegeben obwohl nicht alle Auflagen erfüllt worden seien. Zudem habe die neuseeländische Regierung die Bevölkerung des Inselstaates nicht darüber informiert, dass im ersten Jahr der Bohrungen die Wahrscheinlichkeit für einen „Zwischenfall“ bei über 70 Prozent liegt!

Der Prozess dürfte sich noch einige Tage hinziehen. Greenpeace hofft, dass die Rechtssprechung  – auch im Zusammenhang mit dem Greenpeace-Protest in der Arktis – weltweite Aufmerksamkeit erzielen wird.

Kleines Schmankerl am Rande: Erst kürzlich hat die neuseeländische Regierung ein Gesetz verabschiedet, das es ermöglicht, bestimmte Proteste auf hoher See unter Strafe zu stellen. Per se eine Kriminalisierung demokratischer Grundrechte?

Grafische Animation von den Gefahren der Ölbohrungen vor Neuseeland:

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Michael Kunst

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19 Kommentare zu „Umweltschutz: Greenpeace protestiert auf Segelboot gegen Ölbohrungen vor Neuseeland“

  1. avatar stefan sagt:

    …aber schön zu sehen, dass die Vega, mit der vor genau 40 Jahren, Greenpeace so wie man sie weltweit kennt, ihren Anfang nahmen.

    …damals segelte David McTaggart die Vega in die Ausschlusszone um Mururoa um dort gegen die Atombombentests der Franzosen zu demonstrieren.

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  2. avatar Pano sagt:

    “David gegen Goliath?”…”Geld oder saubere Umwelt?”…”Wie die Haie um ihr Opfer”…
    die Bildunterschriften und der Artikel sind kein Journalismus sondern Propaganda.

    Was die “Aktivisten” von Greenpeace da machen, ist nicht die Wahrnehmung demokratischer Grundrechte sondern Nötigung.

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    • avatar A-Cat Segler sagt:

      Wie kannst du es nur wagen SR zu kritisieren und nicht in die gleiche Kerbe zu schlagen wie Greenpeace. Deswegen wird dir als Strafe wahrscheinlich die Freiheit irgendwo ein wenig wieder genommen, denn Andersdenkende müssen erzogen werden…

      Pass mal auf, du kriegst sicher nur dislikes von den ganzen Gutmeschen hier und ich traurigerweise wohl auch hahaha….

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      • avatar Oran Juice Jones sagt:

        Schade das hier ausgerechnet ein A-Catler im Tonfall der Ewiggestrigen postet.

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        • avatar Bernie sagt:

          Was willst du denn damit sagen? Vertreten A-Catler sonst was anderes?

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          • avatar Oran Juice Jones sagt:

            Das der Auftritt hier im krassen Gegensatz zu dieser schönen Bootsklasse steht.

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      • avatar prospero sagt:

        Also, A-Cat Segler, Du weisst schon, dass der Ausdruck “Gutmensch” inzwischen zum Standardvokabular rechtsextremer Figuren gehört, die damit ihre politischen Gegner diffamieren? Da ich davon ausgehe, dass Du als vernunftbegabter Mensch anders tickst, ist hier beim Gebrauch dieses Wortes absolute Vorsicht angesagt, um nicht in schlechte Gesellschaft zu geraten.
        Herzliche Grüße,

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        • avatar SR-Fan sagt:

          Ja genau, jetzt kommt die Nazi-Keule (alternativ auch gerne Kinderporno). Damit muss man sich wenigstens nicht auf argumentativer Ebene mit dem Gegenüber auseinandersetzen und kann ihn gleich in die “richtige” Ecke stellen. Da fühlt man sich doch gleich besser (aber Vorsicht nicht zu gut fühlen – das wäre dann ausgrenzend als Vorstufe zu …)
          Ich vermute mal, die verwenden noch ganz andere Worte – womöglich noch aus der deutschen Sprache?! Allen voran vielleicht Kindergarten, Muttertag, Mädel, Anschluss, … immer wieder gern genommen auch Autobahn … Alles verbieten! Die einfachste Lösung wäre, wir sprechen zukünftig einfach Hebräisch, dann könnte man sich selbst als Gutmensch noch besser fühlen.

          VG

          (PS: Ich bin übrigens nicht der Meinung von Pano & A-Cat)

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          • avatar Toter Kennedy sagt:

            Und was hat das alles mit Hebräisch zu tun? Oder offenbaren Sie damit nur, wessen Geistes Kind sie sind?

            Ekelerregend!

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          • avatar dubblebubble sagt:

            Übrigens du auf dem geschmacklosen Kennedy-Trittbrett: willst Du etwa hier den Moralapostel geben?

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        • avatar Heinrich sagt:

          @prospero: Du hast recht. Übrigens: Die deutsche Sprache wird auch von rechtsextremen Figuren verwendet.

          Ich schlage vor, dass Segelreporter deswegen ab heute auf Holländisch umstellt

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          • avatar SR-Fan sagt:

            Nee – das reicht nicht. Niederländisch ist von Geert Wilders besetzt. Und Hebräisch ist offenbar lt. irgendeinem gestorbenen Kennedy auch die falsche Wahl.
            Französisch > Le Pen
            Russisch > sind gegen Schwule
            Italienisch > Mussolini
            Spanisch > Pinochet sprach bestimmt Spanisch
            Portugiesisch > Brasilien hat den Ewiggestrigen Zuflucht gewährt
            Griechisch > neuerdings auch nicht hoch im Kurs
            Englisch > Die Amis profitierten von Ex-Nazis, wenn Sie Ihnen nützlich waren (z.B. von Braun, Barbie, Gehlen)
            usw.

            Ups, offenbar lässt sich rechtes Gedankengut nicht alleine an der Sprache bzw. einzelnen Worten festmachen, sondern an der bezweckten Aussage und dem Handeln jedes Einzelnen. Um das zu verstehen, muss man sich aber mit dem Gegenüber auseinandersetzen.

            VG

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    • avatar Ketzer sagt:

      Hahaha, bekenne mich zum Gutmenschentum. Was für Argumente hast Du denn für die Bohrungen, außer: “Unsere Wirtschaft braucht das um geschmiert zu laufen” und “weiter so, ging doch bisher so gut”? Das geht es nämlich leider nicht. Dass die Ölindustrie Tiefseebohrungen nicht im Griff hat, sollte seit der Deepwater Horizon wohl klar sein.

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    • avatar jorgo sagt:

      Dein Post hier ist doch wohl auch Propaganda, oder was sonst?
      Willst Du allen Ernstes den Konflikt zwischen Umweltschutz und wirtschaftlichen Interessen leugnen? In welcher Welt lebst Du?

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    • avatar Bernhard sagt:

      wenn sich unser Planet rächt, wünsche ich mir das so Spinner wie Du einer der Ersten sind die dabei drauf gehen

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      • avatar Heinrich sagt:

        Schön! Jetzt wird manchem hier schon der Tod gewünscht. Das ist ja wohl nur noch peinlich.

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        • avatar Pano sagt:

          OK, ich gebe es zu. ich bin ein Spinner!

          Öl braucht nur die Wirtschaft um “geschmiert zu laufen”. Wir Segler kommen ja ohne aus, nicht wahr? Weil den stinkigen Diesel machen wir ja fast gar nie an und fahren mit der Rad zum Steg.
          Oder halt mal. Woraus werden eigentlich GFK Rümpfe, Dacron Segel, Fallen, Festmacher und Ankerleinen, Lacke und Antifouling, Goretex- und Fleece-Klammotten, Fender und und und gemacht?

          Rechtsextreme & ewiggestrige Grüße

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          • avatar Simmi sagt:

            Pano, du phöser Populist!

            Nix als Hetzte, wasdu da verbreitest!
            Der Heli mit dem Greenepeace das David vs Goliath Pic inszeniert hat, war jedenfalls mit Karottensaft betankt. Biologisch angebaut, fair gehandelt und gewaltfrei gepresst.

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  3. avatar Thomas sagt:

    Ölindustrie -ist notwendig,
    weil jeder hier im Forum Strom braucht, Energie ver(schw)endet, segelt und auch sonst die Umwelt schädigt. Umweltschutz fängt immer bei den anderen an. Wir – natürlich sind davon ausgenommen. Die Multi’s sind schuld! Nein – wir sind schuld wir alle! Jeder der hier einen Kommentar hinterlässt, hat nicht nur die Energie seines Rechners vebraucht, sondern der ganze Energiestrang der dranhängt. Weniger ist mehr. Raus aus Facebook, Twitter, weg mit den Handys und smart phones. Ich bin aus Facebook raus, ein erster Schritt, klein aber immerhin besser als nix.

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